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Fits - Spiel des Jahres 2009

In wenigen Stunden ist es soweit. Die Diskussionen, was denn nun Spiel des Jahres 2009 wird, verstummen langsam und umso schneller verschaffen sich die Auseinandersetzung, ob dies nun eine gute Wahl ist, Gehör. Damit ich das Treiben in aller Ruhe verfolgen kann, verfasse ich jetzt schon meinen Kommentar, einen vorlauten Nachruf auf die Entscheidung der Jury.

Herzlichen Glückwunsch Herr Knizia zur Titelverteidung. Sie war umkämpft, aber auf der Zielgeraden haben Sie doch wieder alle abgehängt.  All die Jahre übergangen, aber jetzt haben Sie den Dreh raus. It just fits.

Wie kam es zu dieser Wahl?

Wie erwartet fand ein Vertreter der kooperativen Spiele, der optimale für diesen Preis - Pandemie, Eingang auf die Nominiertenliste, wobei bei der Schwemme an Sonderpreisen auch gleich noch einer für das Beste Kooperative Spiel hätte verliehen werden können. Dass ihm höhere Weihen verwehrt blieben, ist nicht überraschend. Man hätte dadurch natürlich sehr gut einen besonderen Typus von Spiel hervorheben können, aber da sich das Spiel des Jahres quasi pandemisch verbreiten soll, kränkelten diese Überlegungen doch schnell an ihren Nebenwirkungen: Eine für die weniger häufig spielende Zielgruppe aufwändiger zu erarbeitende Regel und ein völlig anderer Spielmechanismus hätten die Käufer überfordert.

Für mich doch etwas überraschend (aber das Schachtelformat passt so gut :-) ) gelangte auch Finca auf die Nominiertenliste. Es ist ein wirklich gelungenes Spiel und das Windmühlenrad stellt einen sehr erfrischenden und einfach zugänglichen Mechanismus dar. Es fehlt aber irgendwie das Besondere. Und zusätzlich ist es doch etwas trocken und rechenlastig und wird durch die Sonderaktionen noch etwas verkompliziert. So wäre Finca eine langweilige Wahl gewesen.

Als nächstes musste sich - tut mir Leid Friedemann Friese - Fauna von der Kandidatenliste verabschieden. Ja, ich gebe auch gerne zu, dass es fast alles hat, was ein Spiel des Jahres ausmacht. Es ist leicht zugänglich, macht nach vielen, vielen Partien immernoch jede Menge Spaß, es hätte sogar Wissen vermittelt, nur mit dem Schätzen von Gewicht und verschiedenen Längen hätte man selbst Jugendliche mit 10 Jahren noch etwas überfordert. So musste sich Fauna mit dem tierisch guten dritten Platz begnügen.

Der erste Verlierer war somit Dominion. Es wäre doch eine zu gewagte Entscheidung gewesen. Ganz klar hätte es den dominierend größeren Teil der Spiel des Jahres Käuferschicht überfordert. Auch wenn die Regeln prinzipiell kurz und einfach sind, kämen damit Großmütter und ihre Enkelinnen aufgrund des völlig untypischen Spielablaufs und der großen Masse an sehr unterschiedlichen Aktionskarten nicht zurecht. Es wäre ein (zu) mutiger Versuch gewesen, Dominion trotzdem zum Spiel des Jahres zu küren. Denn in seiner bis heute noch kurzen Karriere hat es sehr viele Menschen in seinen Bann geschlagen. Die berechtigte Frage muss unbeantwortet bleiben: Könnte Dominion mehr Menschen nachhaltiger zum Spielen bringen (wie einst ein Siedler) als Fits? Letzteres ist sicherlich das zugänglichere Spiel für die breite Masse, der man das Kulturgut Spiel auf diese Weise schmackhaft machen kann. Und so gibt es auch eine größere Zahl an Menschen, die über Spiele reden, da sie mitreden können. Dominion wird dennoch seine Wirkung nicht verfehlen, dafür werden die begeisterten Vielspieler schon sorgen.

So ist Fits in meinen Augen zu Recht Spiel des Jahres 2009 geworden. Alle lieben Knobelaufgaben (wie Sudoku), sehr viele schätzen Puzzlespiele (wie Ubongo) und nur wenigen ist die wachsende Zahl an Solitärspielen bekannt. All das vereint Fits in einer gelungenen und durch seine Tetris Verwandtschaft fast süchtig machenden Art und Weise . Zusätzlich bietet es noch sehr viel Raum für zukünftige Erweiterungen in seiner Schachtet, hilft also Platz sparen für weitere Titel der Nominiertenliste. Denn diese war in diesem Jahr so gut besetzt, dass jedes einzelne Spiel der Liste die Begeisterung für Brettspiele entfachen kann. Getreu dem Motto: Die Spiel des Jahres Kandidaten spielen geht immer….

Feierlichkeiten im Spielbrett in Köln


25 Stunden spielen – 25 Jahre Spielbrett

 

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Selbst um 03:00 in der Nacht konnte man noch 15 Menschen antreffen, die ihrer großen Begeisterung für das Brettspiel (und an diesem Abend auch für das Spielbrett) frönten. In den Stunden zuvor wurde an mehreren Tisch gleichzeitig verschiedenste Spiele ausprobiert, selbst ein Stehtisch musste für eine Partie Ubongo herhalten. Das Spielbrett platzte fast aus allen Nähten.

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Gestartet wurden die Feierlichkeiten am Freitag den 24. April um 17 Uhr. Jede volle Stunde wurde ein Spiel, das in der neu eröffneten Ludothek ausgeliehen werden kann, vorgestellt und direkt ausprobiert.

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Es folgen ein paar visuelle Eindrücke zu den ungezählten Spielerunden :

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  Zug um Zug, das zweite Spiel des Abends im neu eröffneten Antiquariat

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Small World, eines der gefragtesten Spiele der Feierlichkeiten

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Valdora

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MOW, das meist verkaufte Spiel der Feierlichkeiten

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Eine Partie Dice Town mit Kosmos- und Amigo-Mitarbeitern, die auch mal nur spielen wollen

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Der Mitternachtsstunde entsprechend eine Partie Mitternachtsparty

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 Auch 2er Spiele waren gefragt: die Taktikperle Aronda

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Heimvorteil: Wind River aus dem Kölner Argentum Verlag

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Gambit 7 kann und musste sogar auf einem Stehtisch gespielt werden

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Haste Bock: keine Frage, es ist ja erst 2:00

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 Trivial Pursuit zu 2t in der neu eröffneten Ludothek: braucht sogar weniger Platz als ein Stehtisch bietet

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ein äußerst vielversprechender Prototyp des Argentum Verlags

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Looping Louie am Freitag Abend von Kindern gespielt

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Looping Louie um 5:00 von Vielspielern, die durchgemacht haben, gespielt

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Snow Tails in der Originalausgabe zum Frühstück

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Genial Spezial

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Bombay

Wie auf ein paar Bildern bereits angedeutet, wurden an diesem Abend ein neu gestaltetes Antiquariat und eine Ludothek eröffnet .

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verspielte Decke des Antiquariats

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so einfach geht`s

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ein Teil des Ludothekbestands

Nach 25 Stunden spielen konnte am Samstag den 25. April um 18:00 ein positives Fazit gezogen werden: Das Angebot, viele verschiedene Spiele austesten zu können, wurde sehr ausgiebig angenommen, einige haben sogar die ganze Nacht durchgespielt. Einer weiteren Nacht der Spiele steht somit nichts im Wege.

Spielekritik - MOW

Ein neuer Stern am Absackerhimmel ist mit der Neuheit des Hurrican Verlags (Mr. Jack) vor kurzem erschienen (Vertrieb durch Asmodee). Sein schlichter wie in beide Richtungen lesbarer Titel lautet MOW. Autoren des kleinen Kartenspiels in Adlungschachtelgröße sind Bruno Cathala und Ludovic Maublanc (die zusammen bereits Kleopatra und die Baumeister, Mr. Jack und soeben Dice Town veröffentlicht haben).

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Spielekritik - Sushizock im Gockelwok

Etwas, was manchen Spielen gerne immer mal wieder angekreidet wird, ist fehlende Interaktion. Diesem Handikap unterliegen auch fast sämtliche Rezensionen. Deshalb möchte ich endlich mal diesem Missstand entgegentreten und Sie, verehrten Leser, direkt in diese Spielbesprechung miteinbeziehen. Ich stelle Ihnen ein paar Fragen und hoffe, dass Sie mir mit Ihren Antworten beim Verfassen dieser Rezension helfen können.

Zunächst möchte ich die Hintergrundinformationen zu diesem neuen Spiel aufdecken. Der Titel ist tierisch genial und zugleich sehr typisch für den Verlag: Sushizock im Gockelwok (Finden Sie nicht auch, dass es endlich mal eine Auszeichnung für den besten Spieletitel des Jahrs geben müsste?). Nun, welcher Verlag ist wohl damit gemeint?

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Spielekritik - Pentago

Spiele mit der Zielvorgabe drei, vier oder fünf Steine in einer vom Gegner nicht unterbrochenen Reihe zu bilden, gibt es in großer Zahl. Und sie wächst weiter. Dass dabei immer noch sehr originelle und gute Spiele herauskommen, haben in letzter Zeit Titel wie Penki und Yinsh gezeigt. Nun ist ein weiterer hinzugekommen: PENTAGO.

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Klaus Wochenrückblick


Das neue Spielböxchen ganz groß und

eine Messe, die so sein will.

 

Die Spielbox erhöht ihre Erscheinungshäufigkeit auf sieben Nummern im Jahr und auch das Spielböxchen erhöht den Erscheinungsrhythmus: Neuerdings gibt es nicht nur eine Ausgabe zu den Essener Spieletagen, sondern auch im Frühjahr, dieses Jahr passend kurz vor Ostern.

 

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Beachtlich ist vor allem auch die Auflagenzahl: 80.000 Stück werden kostenlos u.a. in Spieleläden verteilt. Dies ist in meinen Augen eine sehr glückliche Entscheidung für das Gesellschaftsspiel, denn besonders in der Kindheit kann die Begeisterung für das gemeinsame Spielen geweckt werden. Für Verlage dürfte dies auch ein hervorragender Werbeplatz sein. Denn Eltern, die das kleine Heftchen mitnehmen und ein wenig darin schmökern, finden darin Rezensionen und Werbung für viel versprechenden Geschenkmöglichkeiten für ihre Kleinen. So sind zwar bereits in der Spielbox oder in der Spielerei veröffentlichte Rezensionen enthalten, aber auch Berichte zu Neuerscheinungen wie dem magischen Labyrinth, Kimaloe oder zu Spielen aus kaum bekannten Verlagen sind vertreten. Ein Bericht über Kai Haferkamp und FamilyGames runden dieses auch für uns erwachsene Vielspieler sehr interessante Heft ab. Für letztere ist das Spiel Nr. 3 der Edition Spielböxchen (Biathlon von J.P.K. Grunau) dafür keinesfalls gedacht. Es ist ein stark Glück abhängiges, Würfel gesteuertes Laufspiel, das für die Kleinen unter Anleitung der Großen gedacht ist.

 

Am Dienstag fand wieder der wöchentliche Argentum Spieleabend statt. Ein noch nicht ausprobierter Prototyp eines nicht unbekannten Belgiers kam auf den Tisch. Das verwendete Thema ist keinesfalls Familien tauglich und so stellte sich in einer Diskussion auch die entscheidende Frage, mit welchem Thema dieses Spiel überhaupt Veröffentlichungschancen hätte. Da es ein weiteres Spiel der Art durch-Gänge-hetzen-seine-Fähigkeiten-aufmöbeln-und-Monster-verhauen ist, ohne große Neuerungen, wäre es in dieser Form für das entsprechende Zielpublikum uninteressant. Ich selber musste feststellen, dass ich Spiele wie Descent und Co. nicht kenne und dass es deshalb für mich schwer ist, die Marktchancen und Verbesserungsmöglichkeiten richtig einzuschätzen. Wirklich neu wäre dieser Mechanismus nur, wenn dem Spiel ein geeignetes, Familien taugliches Thema verpasst werden könnte, denn für dieses Zielpublikum wäre der Mechanismus dann doch unverbraucht.

 

Ab Donnerstag war ich für Asmodee auf der RPC in Köln im Einsatz. Am Donnerstag bauten wir den Stand auf, von Freitag bis Sonntag lief die Messe.

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Guido und Stefan von Asmodee hatten ein buntes Packet an Spielen mit, eine Mischung aus Neuheiten und dem Zielpublikum der Messe (Rollenspiel- und Fantasyfans) geschuldete Spiele. Eines der besonders gefragten Spiele war Ghost Stories. Wenn wundert es, wenn man dieses Photo sieht.

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Dies ist das 3D-Modell, das speziell zu Promozwecken auf Messen eingesetzt wird. Es ist wirklich ein Hingucker, der seinen Zweck perfekt erfüllt, denn viele Besucher bleiben deswegen stehen und wollen weitere Infos zu dem Spiel. Da das Spiel selbst auch richtig gut und vor allem fordernd ist (in meinen Augen das Spiel, das die Kooperation zwischen den Spielern am meisten verlangt), spielten sehr viele gleich eine ganze Partie. Wenn man ihnen dann die Verkaufsversion zeigt, sind die Spieler nicht selten etwas enttäuscht, dass nur Pappplättchen im Spiel sind. Dafür ist die Verkaufsversion deutlich übersichtlicher.

 

Das zweite Highlight am Asmodeestand war die Neuheit Small World. In den Spieleläden geht es zurzeit weg wie warme Semmeln und auch auf der Messe konnte ich feststellen, dass Days of Wonder mit dieser Neuheit ein großer Wurf geglückt ist. Es wurde ja auch wieder Zeit ;-).

Ein drittes immer wieder ausprobiertes Spiel war Okko, das gerade in einer Deutschen Ausgabe erschienen ist. Auch für dieses Spiel gab es eindrucksvolle 3D-Miniaturen, die natürlich ein Blickfang waren.

Desweiteren wurde Age of Empires III, Dungeon Twister und Dice Town gespielt.

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Am Freitag war recht wenig los auf der Messe. Auf meinem Heimweg machte ich noch einen Zwischenstopp in der Spielelupe. Thomas und Co waren ja nicht da, sie weilten in Bilstein und hatten dort viel Spaß (s. Thomas Bericht). Dennoch war der Spieleabend mit 14 Spielern gut besucht.

Es waren auch vier Neulinge dabei, die am Finale der Deutschen Brettspielmeisterschaft teilnehmen und deshalb die vier Finalspiele trainierten. Ich stellte Dice Town und MOW vor, merkte danach aber, dass ich etwas geschafft war und brach deshalb bereits um 22:30 endgültigen nach Hause auf.

 

Der nächste Tag begann für mich zunächst von 10:00 bis 18:00 mit dem zweiten Messetag (Es tat sich nun deutlich mehr als am Vortag, was auch notwendig war), am Heimweg übernahm ich noch im Spielbrett die letzten 1 ½ Stunden des dort jeden ersten Samstag im Monat stattfindenden Spielenachmittags. Dice Town und Small World standen noch am Programm.

Am Sonntag gab es nochmals acht Stunden Messe. Im Anschluss half ich noch den Messestand abzubauen.

 

Das Gesamturteil über die Messe war durchwachsen. Nachdem am letzten Veranstaltungsort in Münster 20.000 Besucher geschätzt worden waren, wechselte man in die größere Lokalität nach Köln. Mit 50.000 Besuchern hatten die Veranstalter gerechnet, die aber nach meiner Schätzung nicht erreicht wurden.

Vor dem Aufbauen des Standes musste man die schwere Aufgabe bewältigen, wo der eigene Stand überhaupt zu finden ist. Man hatte im Vorfeld keine Positionswünsche anmelden können und ohne Hallenplan war es unmöglich, die Fläche des eigenen Standes ausfindig zu machen. Auch war die Verteilung der Stände ungünstig, zu wenig nach Interessensgebieten sortiert. Es ist also für die RPC in Köln noch ausreichend Luft nach oben vorhanden.

 

Spielekritik - Tribun

War da nicht schon mal Ähnliches? Buhlen um römische Fraktionen. Und dann diese auffällige schlanke längliche Kartenform. Ich fühlte mich gleich an die vor acht Jahren erschienene Kartenschlacht um römische Fraktionen als Caesar und Cleopatra in einer kleinen Schachtel der Kosmos 2er-Reihe erinnert. Aber Tribun hat einen ganz anderen Auftritt und ein völlig anderes Spielgefühl.

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Spielewoche 23.-29.03.2009


1 Woche

3 Verlage

und noch mehr Spiele

 

Die letzte war eine gute Woche. So viele verschiedene Anknüpfungspunkte ans Spielen innerhalb von sieben Tagen hatte ich schon lange nicht. Aber es darf gerne Normalität werden.

Den Startschuss gab ein Besuch von Stefan Glaubitz von Asmodee. Er macht gerade eine Tour durch Norddeutschland und besuchte am Montag ein paar Spieleläden und einen Spielclub in Köln. Da ich hie und da für Asmodee als Supporter arbeite (demnächst auf der RPC in Köln, man kann mich am Stand 10.2.2. besuchen kommen), nutzten wir seinen Stopp in Köln für ein Treffen. Neben Schwätzen über die Spielebranche standen natürlich die Neuheiten im Mittelpunkt. Bombay verlockte vom Material her sehr zu einer Partie, aber dieses blieb schlussendlich wie auch Bakong an diesem Abend ungespielt.

 

Zunächst wagten wir uns nach Dice Town, der Neuheit von Bruno Cathala und Ludovic Maublanc (die zusammen bereits Kleopatra bei DoW veröffentlicht haben), erschienen bei Matagot. Dice Town stand von Anfang an nicht auf meiner Rechnung und auch in Nürnberg hatte es nicht mein Interesse geweckt. Dies änderte sich aber radikal nach einer ersten Partie. Im weiteren Verlauf des Abends griffen wir sogar ein weiteres Mal zu den Colts, ähm nein, den Würfelbechern. Warum? Weil Dice Town trotz inzwischen verzichtbarer Pokerthematik eine sehr runde und unterhaltsame Angelegenheit ist.

 

Jeder Spieler hat 5 Würfel. Alle würfeln gleichzeitig und schauen sich ihr Ergebnis verdeckt unter einem Würfelbecher an. Einen Würfel herauslegen (was zunächst bedeutet, unter dem Becher lassen; die Würfel, die man erneut werfen möchte, nimmt man in die Hände) kostet nichts, jeder weiterer Würfel, den man behalten möchte, kostet jeweils ein Dollar, ebenso der Beschluss, alle Würfel nochmals werfen zu wollen. Wenn ein Spieler alle seine Würfel herausgelegt hat, haben alle anderen einen letzten Wurf. Dann wird abgerechnet. Wer die meisten 9er herausgelegt hat, bekommt entsprechend der Würfelzahl Goldnuggets (jeweils ein Siegpunkt wert und wenn alle verteilt sind, bedingen sie das Spielende). Für die meisten 10er bekommt man das Geld, was in der Runde zuvor für Würfel ausgegeben wurde. Wer die meisten Jungen vorweisen kann, darf entsprechend ihrer Anzahl Sonderkarten ziehen und eine davon behalten. Diese bringen Siegpunkte und bieten Zusatzaktionen bei den einzelnen Auswertungen der Würfel. Mit den meisten Damen darf man entsprechend ihrer erwürfelten Zahl Karten bei einem Mitspieler ziehen und eine behalten. Wer die meisten Könige hat, wird neuer Startspieler. Dies ist aus zweierlei Gründen lukrativ: Wenn der Startspieler bei einem Mehrheitengleichstand beteiligt ist, darf er die Aktion ausführen oder bei jeglichem Mehrheitengleichstand demjenigen die Aktion gewähren, wer mehr bietet (Nuggets, Dollar, Karten). Bei Spielende ist die Startspielerkarte zusätzlich 5 Siegpunkte wert. Wer das Beste Blatt zu bieten hat, darf sich eine Claim-Karte nehmen, für jedes herausgelegte Ass eine weitere (max. drei). Claim-Karten bringen ebenfalls Siegpunkte (Und sind diese aufgebraucht, endet ebenfalls das Spiel.). Sollte jemand leer ausgegangen sein, darf er nun eine Sonderaktion durchführen. Und schon beginnt die nächst Runde.

 

Matagot hat mit diesem Titel einen weiteren großen Wurf im Programm (der hoffentlich nicht so schnell verramscht wird). Es geht zwar simpel darum, die meisten Siegpunkte zu sammeln, aber für die Erfüllung dieser Aufgabe stehen mehrere Wege offen. Natürlich ist es sehr verlockend, mit möglichst wenigen Würfeln möglichst viele Mehrheiten zu erreichen und somit möglichst viele Aktionen ausführen zu dürfen, aber das werden die Mitspieler meist zu verhindern wissen. Durch das schrittweise herauslegen der Würfel kann man Pläne der Mitspieler erahnen, diese vielleicht durchkreuzen oder zumindest selbst doch auf einen anderen Plan umschwenken. Lukrative Siegpunktkarten in den Händen der Mitspieler kann man durch Damen abwerben, man sollte nie zu wenig Geld haben, denn ansonsten ist man dem Würfelglück fast hilflos ausgeliefert und das Spielende kann man über zwei Elemente beeinflussen. Dice Town lässt sich flott spielen, bietet viele beeinflussbare Stellschrauben und Möglichkeiten, seine Mitspieler zu ärgern. Mein Gesamteindruck: Ein sehr unterhaltsames taktisches Würfelspiel, das für mich eindeutig Chancen auf die Nominierungsliste hat.

 

Eine weitere positive Überraschung ist für mich Small World. Die Überarbeitung hat dem Spiel richtig gut getan. Das ungewöhnliche und unverbrauchte Grundprinzip funktioniert immer noch hervorragend und ist ausgesprochen reizvoll. Days of Wonder hat dieses Spiel mal wieder traumhaft ausgestattet, das Material ist eine wahre Freude für die Augen (bis auf die Tatsache, dass man die untergehenden Völker nicht so gut unterscheiden kann). Viel wichtiger noch: Die Spielanleitung hat nun ihren Namen verdient, fast alles ist sehr sauber formuliert und es erfolgte eine hervorragende Entschlackung. Beispielsweise wurde darauf verzichtet, dass das eigene aktive Reich immer zusammenhängend bleiben muss oder dass ein eigenes untergehendes und ein eigenes aktives Volk nicht aneinander angrenzen dürfen. Aber vor allem die Festlegung auf acht bis zehn Runden tut dem Spiel sehr gut. Das Spiel wird überschaubarer, flotter und der Wiederspielreiz steigt dadurch deutlich. Days of Wonder findet zurück auf seine Erfolgsspur. Das Spiel ist absolut sein Geld wert!

 

Und zum Abschluss lernte ich noch ein neues Absacker Highlight kennen: MOW, erschienen bei Hurrican (Mr. Jack), erfunden von Bruno Cathala. Die Gestaltung der Kuhkarten ist genial, der Spielmechanismus einfach und sehr spaßig. Auf der Weide tummeln sich Kuhkarten mit Werten von 1-15, die teilweise mehrmals vorkommen. Wer an der reihe ist, muss eine seiner fünf Handkarten ausspielen. Dazu legt man eine Kuhkarte an die ausliegende Reihe an. Der Wert der Kühe nimmt zur einen Seite hin ab, zur anderen zu. Wenn beispielsweise eine vier und eine elf ausliegen, kann man nur noch einen Wert kleiner als vier oder größer als elf ausspielen, dazwischengeschoben kann nichts werden (Ausnahmen bilden vier Sonderkarten). Kann oder will man keine Karte ausspielen, so muss man alle ausliegenden Karten einsammeln und verdeckt vor sich ablegen. Das ist jedoch unerfreulich, denn auf den Kuhkarten sind 0 bis 7 Fliegen abgebildet und jede Fliege ist in der Endabrechnung ein Minuspunkt. MOW ist besser als Uno und hat dessen Breitenpotential. Es ist definitiv mein neuer Stern am Absackerhimmel (Pingu Party bekommt mächtig Konkurrenz).

 

Am Dienstag trafen Thomas und ich uns zum Gedankenaustausch und am Abend zum Testen von Prototypen des Argentum Verlags. Seit November 2008 arbeite ich bei diesem Kleinverlag mit. Gerde sind wir in der Planungsphase für Essen´09. Dazu testen wir viele verschiedene Prototypen, um in den nächsten drei Monaten die vielversprechensten auf Herz und Nieren zu testen und weiterzuentwickeln. An diesem Abend war sehr spannend zu beobachten, wie kleine Änderungen ein kleines Kartenspiel reizvoller machen. Schön ist auch, dass unser Grafiker wieder mitspielte und dadurch beim Spielen direkt auch Ideen zur Umsetzung besprochen wurden. Eine sehr spannende Geschichte, der wir hier bei Zeiten vielleicht auch mal mehr Raum gewähren werden.

 

Am Samstag fand eine Schulung eines anderen Verlages statt, für den ich Supportveranstaltungen durchführe: Kosmos. Das Thema war Literaturspiele und nach einer Einführung zum Thema „Wie entsteht ein Spiel – Von der Idee zum fertigen Produkt“ standen am Programm:

Der Hexer von Salem: Eines der zahlreichen neuen kooperativen Spiele in einem besonders schönem Gewand. Von den Neuerscheinungen sind für mich Pandemie und Ghost Stories noch immer die bessere Wahl, aber auch eine Partie Hexer macht viel Spaß und ich würde auf jeden Fall mitspielen. Einzig einen Punkt finde ich wirklich störend, denn er stellt einen Bruch im Spielsystem dar: Die Spieler dürfen nicht verraten, ob sich Portale unter den verdeckten Plättchen befinden oder nur harmlose Wände. Selbst wenn die Mitspieler ihre Mimik im Griff behalten, lässt sich aufgrund der weiteren Aktionen des Spielers schließen, was sich wohl darunter befindet. Das hätte in meinen Augen anders gelöst werden sollen.

 

Die drei ??? Kids Im Reich der Rätsel: Ein kleines Kartenspiel, das eine sehr gute Variante zu Master Mind darstellt. Es gibt sieben Verdächtige. Auf jeder Karte sind drei abgebildet. Ein Spieler zieht eine Karte und erhält so die Information, welche drei der Verdächtigen die Täter sind. Danach werden Schritt für Schritt Karten aufgedeckt (max. sechs) und neben jede Karte ein Zahlenwert von 0 bis 2 platziert. Diese Ziffer gibt an, wie viele der Täter auf dieser Karte abgebildet sind. Gleichzeitig versuchen die anderen Spieler aufgrund dieser Angaben herauszufinden, welche drei Personen die Täter sind. Knifflig, für mehr als zwei Person, die auch alle zugleich mitknobeln. Für den Preis eine absolute Empfehlung.

 

Tintenblut: Eine Nürnberger Neuheit im Tintenuniversum. Auf der Schachtel taucht nun auch der Schriftzug „Oetinger Spiele“ auf, um die Verknüpfung zwischen dem Medium Buch und den dazupassenden Literaturspielen noch mehr hervorzuheben. In diesem Spiel reist man durch die Tintenblutwelt. An den einzelnen Schauplätzen kann man Gegenstände (es gibt vier verschiedene), Proviant oder Karten bekommen. Was man an einem bestimmten Ort bekommt, hängt davon ab, wie viele Spieler vor Ort sind. Proviant benötigt man, da man kostenlos nur einen Ort weiterwandern darf, die Gegenstände, um Siegpunkte zu erhalten. Um zu einem Ort zu gelangen, muss man die entsprechende Ortskarte ausspielen (alle Spieler haben den gleichen Satz). Diese Karte weist auch einen Zahlenwert auf, der demjenigen eine Karte der bösen Gegenspieler beschert, der den höchsten Wert ausgespielt hat. Manche dieser Karten lösen eine Wertung aus, durch die der Spieler die Hälfte seines Proviants und seiner Gegenstände verliert, der am meisten Zulauf von diesen Bösewichter hatte. Ich erhalte 2/4/7 Siegpunkte, wenn ich 2/3/4 verschiedene Gegenstände abgebe, maximal jeweils eine jeder Kombinationen pro Runde (also 13 Siegpunkte). Farbige Barrieren auf der Siegpunktleiste erschweren aber das Einlösen der Punkte zusätzlich. Um eine solche Barriere zu überschreiten, muss man jeweils in einem Ort mit dem entsprechenden Farbhintergrund stehen. Aktionskarten können einem das Leben leichter machen und zwei drei weitere nette kleine Ideen machen Tintenblut zu einer runden Sache. Einzig die Plättchen sind recht hässlich und die Regel ist nicht fehlerfrei. Ich würde jederzeit eine Partie Tintenblut mitspielen, aber nicht unbedingt vorschlagen. Diese Neuheit hat einen eleganten Mechanismus, der nett in die Tintenthematik eingebettet ist. Für die anvisierte Zielgruppe könnte es jedoch etwas zu grüblerisch sein.

 

Nicht lustig: Dieses Würfelspiel ist schon länger auf dem Markt und in die Comicwelt des Joscha Sauer eingebettet. Für ein lustiges, lockeres Würfelspiel sind es doch der Regeln ein paar zu viele, da gibt es gelungenere Kompositionen in dieser Kategorie. Aber nicht lustig ist es auch wiederum nicht. Und nicht erfolgreich scheint es auch nicht zu sein, denn für Essen´09 ist ein weiteres Würfelspiel in der „Nicht lustig“ Comicwelt angekündigt (Ein Prototyp konnte im letzten Herbst bereits in Bilstein getestet werden.).

 

Säulen der Erde – Das Duell der Baumeister: In Nürnberg bereits vorgestellt wird dieses in der „Säulen der Erde“ Welt angesiedelte zwei Personen Spiel im Mai erscheinen. Allein aufgrund des Autorennamen (Stefan Feld) ist dies ein viel versprechender Titel. Wie im großen Bruder geht es darum, Rohstoffe in Baustoffe umzuwandeln, um je nach Spielerseite eine Burg oder die Kathedrale fertig zu stellen. Ein interessanter Mechanismus ist, wie man an die Karten kommt. Diese werden in einem 3×3 Raster ausgelegt. Nacheinander legen die beiden Spieler jeweils eine Reihe aus drei Karten fest, die sie gerne hätten, wobei diese beiden Reihen in genau einer Karte übereinstimmen müssen. Um diese Karte wird gekämpft, danach dürfen die Karten in beliebiger Reihenfolge abgearbeitet werden, um mit dem Bau am eigenen Gebäude weiterzukommen. Ich bin schon gespannt, ob diese Neuheit endlich mal wieder einen Glanzpunkt in der 2-Personen Reihe setzen kann.

 

Nach der Schulung ging es direkt zu einem größeren Spielabend, von dem Thomas bereits berichtet hat. Auch ich halte die Keltis Erweiterung für überaus gelungen, aber nicht nur die, sondern auch die anderen neuen Ableger. Small World habe ich weiter oben bereits ausführlicher lobend erwähnt.

An diesem Abend habe ich aber auch das schlechteste Spiel seit langem entdeckt. Es ist ein kleines Kartenspiel, hat 2008 den Preis „Best Australian Game 2008“ www.boardgamesaustralia.org.au gewonnen und heißt Archeology. Die Graphik ist ein Graus, wie zu Hause am PC selbst zusammengeschustert. Die Qualität des ganzen Produkts erreicht höchstens ein Niveau wie man es auf http://www.meinkartenspiel.de findet. Der Spielmechanismus ist langweilig und sehr vom Kartenglück abhängig. Oh du armes Australien!

Und Trans America, mit dem ich gegen 02:00 den Tag beendete, bevor mir eine Stunde geraubt wurde, ist heute noch ein sehr gutes, einfaches Spiel.

 

Am Sonntag kamen weitere Neuheiten auf den Tisch. Zunächst Europa, der Nachfolger zu Deutschland – Finden Sie Minden. Die kleinen Schwächen des Vorgängers wurden konsequent ausgemerzt. Ansonsten blieb es ein sehr gutes Geographiespiel, mit dem man selbst Nichtspieler an den Spieletisch bekommt.

Das Keltis Bring-Mich-Mit-Spiel ist die einfachste und flotteste der variantenreichen Keltisneuheiten. Auch in diesem Spiel ist Keltis eindeutig wieder zu erkennen, hat jedoch den einfachsten Ablauf, ohne uninteressant zu sein. Bei jedem Zug hat man die kniffelige Entscheidung, ob man das aufgedeckte Plättchen in die eigene Auslage legt oder in der Mitte liegen lässt und dadurch die Entscheidung zusätzlich erschwert, ob man nicht gar kein Plättchen aufdeckt, sondern ein offenes nimmt. Neben einer der fünf Farben und der bekannten Ziffer von 0 bis 10 sind auf den Plättchen Wunschsteine, Extrapunkte oder ein Zusatzzug vermerkt, wodurch die Plättchen unterschiedlich interessant sind. Da alle 55 Plättchen (je Farbe von 0 bis 10) ins Spiel kommen, sollte man doch ein paar Überlegungen anstellen. In meinen Augen ein sehr gelungener Appetizer für die Keltisfamilie.

 

Zu guter Letzt kam Fits auf den Tisch, die Ravensburger Neuheit mit Tetris Anleihen und mein heißester Kandidat auf den Spiel des Jahres Titel zurzeit. Es ist ein einfaches Spiel, das das geschätzte Puzzle-/Knobelfeeling auslöst und sehr Breiten tauglich ist. Einzig die geringe Anzahl an Aufgabenkarten ist zu beanstanden. Aber bei guten Verkaufszahlen (wovon ich ausgehe) kann man vielleicht zusätzliche Steine und Aufgaben erhoffen.

Am Abend ging es noch zum Zocken mit ehemaligen Studienkollegen in die BSW. Diamant, 6-nimmt und Dog standen am Programm. Sehr unterhaltsame Spiele, neben denen man aber auch ausgedehnt plaudern kann. Zu Diamant der heiße Tipp: Dieses sehr schöne Zockerspiel für bis zu acht!! Spieler wird zurzeit für wenig Geld verscherbelt.

Noch ungespielt liegen geblieben ist Valdora (Material und Tiefziehteil sehen sehr gelungen aus). Und Eine Frage der Ähre, Finca, Maori, Bombay oder Alea jacta est hoffe ich in der kommenden Woche zu bekommen.

Da steht natürlich auch wieder Prototypen testen am Programm und von Freitag bis Sonntag die RPC in Köln. Genug Themen, über die berichtet werden kann.

Spielekritik - Einauge sei wachsam!

Einmal mehr überrascht das Duo Kramer/Kiesling uns Spieler. Dieses überaus erfolgreiche Spieleautorenduo hat uns in den letzen 10 Jahren mit anspruchsvolleren Spielehits wie Tikal, Java, Mexica, Torres, Pueblo oder Raja beglückte, sie hatten aber auch mit einem sehr einfach Laufspiel einen riesigen Erfolg: Mit Verflixxt. In Nürnberg erscheint nun bei Amigo der neueste Spross der beiden. Vom Anspruch her ist es zwischen Verflixxt und den anderen Erwähnten angesiedelt. In kurzweiligen 45 Minuten unterhält es mit einem eleganten einfachen Mechanismus sowohl Vielspieler als auch Familien. In meinen Augen ist diese Neuheit deshalb besonders hervorzuheben. Der Titel des Spiels lautet: Einauge sei wachsam!

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“Spiel des Jahres Toto” auf spielbox.de


Alljährlich wiederholt sich das Spektakel: Gegen Ende März wird auf spielbox.de das „Spiel des Jahres Toto“ gestartet. Und wie beim Öffnen der Schleusen am Donnerstag Morgen für den ersten Besuchertag der Spiel in Essen wollen auch alle beim Start des „Spiel des Jahres Toto“ die Ersten sein. Die Ersten, die einen sehr spekulativen Tipp abgeben, welches Spiel denn den wichtigsten Spielepreis abräumen wird. Über welches dieselben nach Bekanntgabe des Preisträgers ebenso schnell verächtlich herfallen.

Ich habe mir dieses Jahr das Gedränge um Serverkapazitäten erspart. (Nein, ich bin kein privilegierter Forennutzer wie Christian H. oder „Abonnement erster Klasse“ wie peer :-) .) Nicht ganz freiwillig, muss ich gestehen, denn ich hatte zehn Uhr am Abend abgespeichert. Und so konnte ich vor kurzem ohne jegliche Verzögerungen meinen „Experten Tipp“ abgeben.

Nicht ersparen möchte ich mir und den geneigten Lesern meine höchst spekulativen Gedanken zu den diesjährigen potentiellen „Spiel des Jahres“ Kandidaten, also den Spielen, die auf der Nominierungsliste landen könnten.

Here they are:

Auch für die möglichen zukünftigen Preisträger des Jahres 2009 gilt, dass es für manch einen Kandidaten knapp wird. Denn wer bis spätestens Ostern nicht lieferbar ist, hat keine Chancen mehr, in das Wahlverfahren aufgenommen zu werden.

In die Kategorie „Zieleinlauf in letzter Sekunde“ gehören die beiden Queen Games Neuheiten Montego Bay und Sultan, die aufgrund der Erfahrung der letzten Jahre auch ohne Kenntnis der Regel dazugezählt werden müssen, ebenso wie Alea iacta est oder Genial Spezial, welches so eigenständig wirkt, dass ein Platz auf der Nominierungsliste möglich scheint. Small World hingegen hat in meinen Augen trotz neuer bunterer Optik und einer Altersangabe von ab 8 Jahren keine Chance, unter die Top 5 zu kommen. Dies war und bleibt ein Vielspieler-Spiel.

Ebenfalls noch nicht lieferbar und somit ohne Praxistauglichkeitstest, dafür aber nach Regelstudium einzuschätzen sind die beiden Hans im Glück Neuheiten. Auch wenn Finca schon manch eine Vorschusslorbeere bekommen hat, halte ich Maori für den wahrscheinlicheren Listenkandidaten. Finca wirkt verkopfter, nicht locker flockig; die Spieler müssen viel im Auge behalten und berechnen, um erfolgreich zu sein. Mit Maori liegt die spielerischste Variante eines von Günter Burkhardt ersonnenen Mechanismus vor. Herr der Ziegen wäre der andere Kandidat, doch der fordert auch mehr Arbeit ein als dass er Verspieltes bietet. Maori könnte als Legespiel eine erste Option sein.

Ebenfalls ein Könnte-Kandidat ohne Praxis- und nur mit Regelerfahrung ist Ystaris Bombay. Neues Schachtelformat - quadratisch, neue Hauptzielgruppe – Familien, schaun mer mal.

Meiner Einschätzung nach keine Chancen auf einen Platz auf der Nominierungsliste hat Der Palast von Eschnapur. Hier sehe ich besonders die Regeln als ein Handicap. Aber Amigo hat ein zweites, sehr heißes Eisen im Feuer. Dazu später mehr. Für das neue, große Abacus Spiel von Michael Schacht Valdora gilt noch viel mehr, was ich bereits für Eschnapur feststellte. Die Regeln sind zu aufwendig, als dass selten spielende Familien damit zurechtkommen. „Stone Age“ war da übersichtlicher. Und auch Sutter´s Mill fällt in diese Kategorie und gelangt deshalb trotz neuem, interessanten und unterhaltsamen Mechanismus nicht in meine engere Auswahl.

Das genaue Gegenteil in Bezug auf die Spielregel gilt für Zack und Pack. Bitte, liebe Jury, lasst es nicht auf der Nominierungsliste auftauchen! Völlig unterfordern sollte man Familien auch nicht. Auch wenn das Spiel zu unterhalten weiß, ein spielerischer Gehalt ist fast nicht vorhanden. Nein, den größten Sandturm zu bauen, weil man den größten Sandeimer erwischt, ist keine Leistung. (Auch wenn mein kleiner Sohnemann vielleicht etwas anderes behaupten würde.) Mit der Empfehlungsliste könnte ich dennoch leben.

Via Romana hingegen macht spielerisch Laune, wirkt aber bereits mehreren zu höchsten Weihen gelangten Spielen zu ähnlichen (Elfenland, Zug um Zug, Thurn und Taxis).

Der Ravensburger Spieleverlag hatte bereits auf der Spiel 08 in Essen zwei Spiele vorgestellt, die beide mehr Anspruch als die Preisträger der letzten Jahre fordern, aber trotzdem in die Spekulationsmasse passen: Der Name der Rose und Diamonds Club. Ich zähle sie aber auch nicht zu den heißen Kandidaten.

Nun fällt noch ein Titel heraus, bevor ich meine acht Top-Anwärter verkünde - immer mit der Einschränkung, dass manche Neuheit noch gar nicht in den Genuss eines  Praxistests kam: Bürger, Baumeister und Co., eine weitere Schacht-Neuheit. Sie bietet ein schlankes Regelwerk mit gelungenen, pfiffigen, kleinen Mechanismen, aber eben zu wenig, um den Prestige trächtigen „Spiel des Jahres“ Titel gewinnen zu können.

Eine erste Spielegattung, die auf der Nominiertenliste mit einem Kandidaten vertreten sein sollte, sind die im vergangenen Jahr als Massenerscheinung aufgetauchten kooperativen Spiele. Der in meinen Augen am Besten geeignete Vertreter wäre Pandemie. Regel, Spieldauer und spielerischer Gehalt haben hier ihre beste Komposition.

Eine weitere im vergangenen Jahr stark vertretene Spezies sind die Einschätz-Spiele. Als eines der gelungensten sehe ich Fauna an, das zusätzlich aufgrund seines Themas aussichtsreich im Rennen liegt. Professor Pünschge ist das anspruchsvollste und zweitoriginellste und kann vor allem in Konkurrenz zu den verschiedenen Gehirntrainern auf Konsolen oder dem PC treten. (Liebe Familien, spielt doch zusammen!, aber das ist ein anderes Thema…) Und Gift Trap ist das originellste und am wenigsten kopflastige.

Der sicher am heißesten diskutierte Kandidat ist Dominion. Ja, die Regeln sind so einfach, dass man schnell losspielen kann. Ja ich weiß, dass jede Karte eine andere Bedeutung hat, aber durch die Nähe zu den Sammelkartenspielen hat es auch eine Breitentauglichkeit und die Eltern können in Teilen miterleben, wonach die Jugend so süchtig ist.

Die nächsten beiden Spiele haben die stärkste Themenbindung. Einerseits Einauge sei wachsam, das mit wenig Regeln auskommt und einen sehr pfiffigen und unterhaltsamen Mechanismus bietet (s.a. Rezension), andererseits LivingStone. Auch wenn es in meinen Vielspieleraugen sein Potential nicht ausschöpft (hierzu in einer Rezension demnächst mehr), ist es gerade für Familien ein sehr gelungenes Spiel, das ähnlich Einauge mit einem geringen Regelaufwand eine große Bandbreite an Handlungsmöglichkeiten bietet.

Aber all diesen Kandidaten habe ich ein Spiel vorangestellt: Fits.

Stimmt, es wäre der dritte Titel in zwei Jahren für Herrn R. Knizia, aber Fits ist einfach ein gelungener Knobelspaß, der fast sofort losgespielt werden kann. Bereits einer alleine kann sich damit vergnügen (und Solitärspiele erhalten per se wenig Aufmerksamkeit) und in familiärer Runde wird es zu einem spannenden Wettpuzzeln. Es könnten mehr Aufgabenkarten sein, aber man sollte ein Spiel des Jahres nicht im Vorhinein bereits seiner ersten Erweiterung berauben :-) .

Und nun bin ich selbst gespannt, wie stark sich meine Einschätzungen bis zum Abend vor der Preisverleihung ändern werden. Ich werde mich dieser Situation stellen und vergnügt verfolgen, wer es aller von Anfang an schon wusste und erst recht, dass die Wahl eine ganz unglückliche gewesen sein wird.

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