Infos

Sie befinden sich aktuell in den spielblog Blog-Archiven für den folgenden Tag 30.11.2010.

Calendar
November 2010
M D M D F S S
« Okt   Dez »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  
Links

Archive für 30.11.2010

Sauerland Reloaded - Bilstein November 2010

Eigentlich hätten wir uns die Rückfahrt aus Willingen sparen können. Bereits am Donnerstag machten wir uns wieder auf den Weg ins Sauerland, diesmal nach Bilstein. Vielleicht möchte ja jemand im nächsten Jahr einen Zwischen-Spiele-Treff von Samstag Abend bis Donnerstag Morgen z.B. in Winterberg veranstalten, das wäre schon sehr praktisch. :-) Diesmal waren es in Bilstein knapp 50 Teilnehmer, von denen wir mit vielen bereits seit über 10 Treffen die Spielbretter “bearbeiten”. Das ist ein Vorteil der höheren Jahresfrequenz (drei Treffen im Jahr im Gegensatz zu einem Treffen pro Jahr in Willingen).

Es ist natürlich keine Überraschung, dass 7 Wonders auch auf diesem Spieletreff von allen Neuheiten am häufigsten auf den Spieltischen gesichtet wurde. Was sollen wir zum Start spielen? Wie wäre es vor dem Mittag- bzw. Abendessen mit einer Partie …? Sollen wir als Absacker noch eine Partie … spielen? Sehr oft wurden solche Fragen mit 7 Wonders beantwortet. Das Spiel ist sehr gut auf diesem Spieletreff angekommen. Etwas Taktik, ein bißchen Strategie, aber nicht allzu große Spieltiefe, dazu ein wenig Kartenglück (ich weiß Michael, deine Niederlage beruht nur auf Kartenpech :-) ), eine kurze Spielzeit und eine sehr flexible Mitspieleranzahl, das alles macht 7 Wonders zu einem perfekten Starter/Überbrücker/Absacker nicht nur für einen solchen Spieletreff. Auch ich war an vier Partien 7 Wonders während des Spieletreffs beteiligt (immerhin zwei Siege).

Im Gegensatz zu Willingen stehen bei mir in Bilstein die Neuheiten nicht so im Fokus, trotzdem konnte ich vier Titel von meiner Ausprobierliste “abarbeiten”. Stichmeister hatten wir schon einmal kurz angespielt, aber uns dann etwas irritiert einem anderen Spiel gewidmet. Diesmal wurde es eine komplette Partie. Mir persönlich ist das Kartenspiel für ein Stichspiel ein wenig zu chaotisch, zumindestens bei bestimmten Kombinationen der Regelkarten geht es drunter und drüber. Aber gerade deshalb ist es teilweise auch sehr lustig. Kein Spiel für meine Kaufliste aber ich würde es sicherlich wieder mitspielen.

hier gab es Trumpf satt

bilstein_nov_2010-0001.jpg

Auch Offrandes hatten wir - diesmal ain Essen - bereits einmal angespielt. Dort sprang der Funke auch aufgrund einer “suboptimalen” Erklärung nicht über. Eigentlich wollte ich es erstmal nicht mehr mitspielen, da es zuviele Neuheiten gibt, die bereits bei einer ersten Partie überzeugen. Eine nette Sieltreff-Teilnehmerin suchte jedoch am Samstag einen Mitspieler, also opferte ich mich. :-) Irgendwo hatte ich gelesen, dass gerade in einer 3er Partie die Korruption zu sehr stark sei. Von Anfang an dominierte ich diesen Spielmechanismus, was mir auch einen sehr klaren Sieg bescherte (193 zu 139 zu 124 Punkte). Die Partie war sehr spannend, leider hätte ich einen Spieler komplett aus der Partie rausnehmen können. Solche “Killerstrategien” sind nicht mein Ding, ansonsten hat mir das Spiel gar nicht so schlecht gefallen.

Für mich ganz neu kam am Donnerstag Nachmittag Grand Cru auf den Tisch. Zu viert bestellten wir unsere Weinberge und fieberten dem alljährlichen Weinfest entgegen. Mein Versuch die Gegner durch das Bezahlen von sechs Krediten auf einmal zu überraschen scheiterte an zwei Geldeinheiten, da mir die Aktion Traubensaft vor der Nase weggeschnappt wurde. Leider hatte ich mich dafür total verausgabt, da ich alle Resourcen auf den Verkauf von 5 Einheiten Cabernet Sauvignon zum Höchstpreis eingesetzt hatte. Das Spiel hat mir gut gefallen, wir waren aber auch teilweise sehr weit weg von der vier Aktionen Strategie (teilweise sogar 10 Aktionen pro Runde). Wir wollten das Spiel ja auch nicht kaputt spielen sondern Spass haben. Trotzdem sehe ich die große Gefahr, dass jemand durch eine vier Aktionen Strategie den anderen sein Spiel förmlich aufdrängt und damit den Spielspass minimiert. Das wäre für dieses Spiel “tödlich”.

nichts für (Aktions) Minimalisten

bilstein_nov_2010-0002.jpg

Das letzte Spiel aus dem Quartet konnte ich in Bilstein direkt zweimal spielen. Take it or leave it von Schmidt ist ein kleines schnelles Würfel-Zockerspiel. Jeder holt sich aus der Würfelwiese abwechselnd einen Würfel um in dieser Runde bis zu vier Aufträge mit Würfelvorgaben zu erfüllen. Zusätzlich gibt es Aktionskarten, die die Würfelwerte verändern können. Das Spiel ist keine Offenbarung an Spieltiefe, aber durch die Kürze einer Partie kann man es gut zwischendurch spielen. Meinen Mitspielern hat das Spiel teilweise sogar besser gefallen als mir, aber auch ich würde ab und zu wieder mitspielen.

nach kurzer Erklärung geht es schon los

bilstein_nov_2010-0003.jpg

Außerdem habe ich zum erstenmal McMulti von Hexagames gespielt, ein Titel der im Bilsteiner Spieletreff schon fast Kultstatus besitzt. Jeder Spieler hat ein Gebiet, in dem er Öl fördert, Benzin raffiniert und dieses an verschiedene Märkte verkauft. Zu diesem Zweck werden Ölpumpen, Raffinerien und Tankstellen gebaut die wiederum durch zwei Würfel (hoffentlich :-) ) aktiviert werden. Der Markt verändert sich und damit auch die Preise für die Ausbauten. Das Spiel ist ein klassisches Würfelspiel mit einer anständigen Portion Glück. Aber genau wie meine erste Partie Silverton hat mir auch McMulti richtig gut gefallen (OK, ich habe auch gewonnen), aber es lag sicherlich diesmal wieder auch an den sehr netten Mitspielern. Es gibt leider nur ein Problem. Jetzt möchte ich auch ein Exemplar dieses Klassikers haben und das wird nicht ganz billig.

jetzt fehlt nur noch die Diesel Erweiterung :-)

bilstein_nov_2010-0005.jpg

Wenn wir schon beim Thema moderne Klassiker sind, natürlich durfte auch unsere Standard Partie Outpost (diesmal als 7er) nicht fehlen. Obwohl es mir diesmal sogar gelang aufgrund einer ausgefeilten Spartaktik zwei Moon Bases zu ersteigern, konnte ich “nur” einen für mich hervorragenden zweiten Platz erreichen (82 vs. 80 Punkte). Wenn man andere Outpost Partien beobachtet und mit unseren Partien in Bilstein vergleicht, könnte man meinen, dass es zwei komplett unterschiedliche Spiele sind. In den anderen Partien scheinen alle immer hochkonzentriert zu sein und es herrscht eine nur selten außerhalb der Gebote und Einkäufe unterbrochene Stille. Bei unseren Partien wird laut gelacht, diskutiert und möglichst oft die Mitspieler aufgezogen.

 trotz starkem Endspurt nur Zweiter

bilstein_nov_2010-0004.jpg

Was habe ich noch gespielt? Ein paar Partien Würfelzielen (Tumblin Dice), Kugelschubsen (Dog), Bomben werfen (Tichu), Mitreisen (Merkator), 12er sammeln (Qwirkle), Edelsteine schürfen (Die Minen von Zavandor), Würfel abkaufen (Troyes) und Welten auslegen (Race for the Galaxy). Bei zwei Spielen mußte durfte ich die Regelerklärung übernehmen (20. Jahrhundert 2x und First Train to Nürnberg) und da habe ich endgültig gemerkt, ich bin zwar ein Bär aber kein Erklärbär. :-) Diesen Job überlasse ich lieber anderen, da ich immer wieder kleine Details vergesse zu erwähnen bzw. nicht unbedingt gut strukturiert erkläre. Das nächstemal werde ich mich nicht mehr melden, wenn jemand für eine Regelerklärung gesucht wird.

ein Spiel gut kennen und es gut erklären sind zwei paar Schuhe

bilstein_nov_2010-0007.jpg

Bilstein hat mir wieder einmal sehr gut gefallen. Das Essen war super und ich habe mit vielen verschiedenen netten Teilnehmern gespielt. Der große Vorteil gegenüber dem Spieletreff in Willingen ist die Tatsache, dass bereits im April eine weitere Auflage dieses Spieletreffs stattfindet.

|