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Archive für November 2010
Sauerland Reloaded - Bilstein November 2010
30.11.2010 von Thomas.
Eigentlich hätten wir uns die Rückfahrt aus Willingen sparen können. Bereits am Donnerstag machten wir uns wieder auf den Weg ins Sauerland, diesmal nach Bilstein. Vielleicht möchte ja jemand im nächsten Jahr einen Zwischen-Spiele-Treff von Samstag Abend bis Donnerstag Morgen z.B. in Winterberg veranstalten, das wäre schon sehr praktisch.
Diesmal waren es in Bilstein knapp 50 Teilnehmer, von denen wir mit vielen bereits seit über 10 Treffen die Spielbretter “bearbeiten”. Das ist ein Vorteil der höheren Jahresfrequenz (drei Treffen im Jahr im Gegensatz zu einem Treffen pro Jahr in Willingen).
Es ist natürlich keine Überraschung, dass 7 Wonders auch auf diesem Spieletreff von allen Neuheiten am häufigsten auf den Spieltischen gesichtet wurde. Was sollen wir zum Start spielen? Wie wäre es vor dem Mittag- bzw. Abendessen mit einer Partie …? Sollen wir als Absacker noch eine Partie … spielen? Sehr oft wurden solche Fragen mit 7 Wonders beantwortet. Das Spiel ist sehr gut auf diesem Spieletreff angekommen. Etwas Taktik, ein bißchen Strategie, aber nicht allzu große Spieltiefe, dazu ein wenig Kartenglück (ich weiß Michael, deine Niederlage beruht nur auf Kartenpech
), eine kurze Spielzeit und eine sehr flexible Mitspieleranzahl, das alles macht 7 Wonders zu einem perfekten Starter/Überbrücker/Absacker nicht nur für einen solchen Spieletreff. Auch ich war an vier Partien 7 Wonders während des Spieletreffs beteiligt (immerhin zwei Siege).
Im Gegensatz zu Willingen stehen bei mir in Bilstein die Neuheiten nicht so im Fokus, trotzdem konnte ich vier Titel von meiner Ausprobierliste “abarbeiten”. Stichmeister hatten wir schon einmal kurz angespielt, aber uns dann etwas irritiert einem anderen Spiel gewidmet. Diesmal wurde es eine komplette Partie. Mir persönlich ist das Kartenspiel für ein Stichspiel ein wenig zu chaotisch, zumindestens bei bestimmten Kombinationen der Regelkarten geht es drunter und drüber. Aber gerade deshalb ist es teilweise auch sehr lustig. Kein Spiel für meine Kaufliste aber ich würde es sicherlich wieder mitspielen.
hier gab es Trumpf satt
Auch Offrandes hatten wir - diesmal ain Essen - bereits einmal angespielt. Dort sprang der Funke auch aufgrund einer “suboptimalen” Erklärung nicht über. Eigentlich wollte ich es erstmal nicht mehr mitspielen, da es zuviele Neuheiten gibt, die bereits bei einer ersten Partie überzeugen. Eine nette Sieltreff-Teilnehmerin suchte jedoch am Samstag einen Mitspieler, also opferte ich mich.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass gerade in einer 3er Partie die Korruption zu sehr stark sei. Von Anfang an dominierte ich diesen Spielmechanismus, was mir auch einen sehr klaren Sieg bescherte (193 zu 139 zu 124 Punkte). Die Partie war sehr spannend, leider hätte ich einen Spieler komplett aus der Partie rausnehmen können. Solche “Killerstrategien” sind nicht mein Ding, ansonsten hat mir das Spiel gar nicht so schlecht gefallen.
Für mich ganz neu kam am Donnerstag Nachmittag Grand Cru auf den Tisch. Zu viert bestellten wir unsere Weinberge und fieberten dem alljährlichen Weinfest entgegen. Mein Versuch die Gegner durch das Bezahlen von sechs Krediten auf einmal zu überraschen scheiterte an zwei Geldeinheiten, da mir die Aktion Traubensaft vor der Nase weggeschnappt wurde. Leider hatte ich mich dafür total verausgabt, da ich alle Resourcen auf den Verkauf von 5 Einheiten Cabernet Sauvignon zum Höchstpreis eingesetzt hatte. Das Spiel hat mir gut gefallen, wir waren aber auch teilweise sehr weit weg von der vier Aktionen Strategie (teilweise sogar 10 Aktionen pro Runde). Wir wollten das Spiel ja auch nicht kaputt spielen sondern Spass haben. Trotzdem sehe ich die große Gefahr, dass jemand durch eine vier Aktionen Strategie den anderen sein Spiel förmlich aufdrängt und damit den Spielspass minimiert. Das wäre für dieses Spiel “tödlich”.
nichts für (Aktions) Minimalisten
Das letzte Spiel aus dem Quartet konnte ich in Bilstein direkt zweimal spielen. Take it or leave it von Schmidt ist ein kleines schnelles Würfel-Zockerspiel. Jeder holt sich aus der Würfelwiese abwechselnd einen Würfel um in dieser Runde bis zu vier Aufträge mit Würfelvorgaben zu erfüllen. Zusätzlich gibt es Aktionskarten, die die Würfelwerte verändern können. Das Spiel ist keine Offenbarung an Spieltiefe, aber durch die Kürze einer Partie kann man es gut zwischendurch spielen. Meinen Mitspielern hat das Spiel teilweise sogar besser gefallen als mir, aber auch ich würde ab und zu wieder mitspielen.
nach kurzer Erklärung geht es schon los
Außerdem habe ich zum erstenmal McMulti von Hexagames gespielt, ein Titel der im Bilsteiner Spieletreff schon fast Kultstatus besitzt. Jeder Spieler hat ein Gebiet, in dem er Öl fördert, Benzin raffiniert und dieses an verschiedene Märkte verkauft. Zu diesem Zweck werden Ölpumpen, Raffinerien und Tankstellen gebaut die wiederum durch zwei Würfel (hoffentlich
) aktiviert werden. Der Markt verändert sich und damit auch die Preise für die Ausbauten. Das Spiel ist ein klassisches Würfelspiel mit einer anständigen Portion Glück. Aber genau wie meine erste Partie Silverton hat mir auch McMulti richtig gut gefallen (OK, ich habe auch gewonnen), aber es lag sicherlich diesmal wieder auch an den sehr netten Mitspielern. Es gibt leider nur ein Problem. Jetzt möchte ich auch ein Exemplar dieses Klassikers haben und das wird nicht ganz billig.
jetzt fehlt nur noch die Diesel Erweiterung
Wenn wir schon beim Thema moderne Klassiker sind, natürlich durfte auch unsere Standard Partie Outpost (diesmal als 7er) nicht fehlen. Obwohl es mir diesmal sogar gelang aufgrund einer ausgefeilten Spartaktik zwei Moon Bases zu ersteigern, konnte ich “nur” einen für mich hervorragenden zweiten Platz erreichen (82 vs. 80 Punkte). Wenn man andere Outpost Partien beobachtet und mit unseren Partien in Bilstein vergleicht, könnte man meinen, dass es zwei komplett unterschiedliche Spiele sind. In den anderen Partien scheinen alle immer hochkonzentriert zu sein und es herrscht eine nur selten außerhalb der Gebote und Einkäufe unterbrochene Stille. Bei unseren Partien wird laut gelacht, diskutiert und möglichst oft die Mitspieler aufgezogen.
trotz starkem Endspurt nur Zweiter
Was habe ich noch gespielt? Ein paar Partien Würfelzielen (Tumblin Dice), Kugelschubsen (Dog), Bomben werfen (Tichu), Mitreisen (Merkator), 12er sammeln (Qwirkle), Edelsteine schürfen (Die Minen von Zavandor), Würfel abkaufen (Troyes) und Welten auslegen (Race for the Galaxy). Bei zwei Spielen mußte durfte ich die Regelerklärung übernehmen (20. Jahrhundert 2x und First Train to Nürnberg) und da habe ich endgültig gemerkt, ich bin zwar ein Bär aber kein Erklärbär.
Diesen Job überlasse ich lieber anderen, da ich immer wieder kleine Details vergesse zu erwähnen bzw. nicht unbedingt gut strukturiert erkläre. Das nächstemal werde ich mich nicht mehr melden, wenn jemand für eine Regelerklärung gesucht wird.
ein Spiel gut kennen und es gut erklären sind zwei paar Schuhe
Bilstein hat mir wieder einmal sehr gut gefallen. Das Essen war super und ich habe mit vielen verschiedenen netten Teilnehmern gespielt. Der große Vorteil gegenüber dem Spieletreff in Willingen ist die Tatsache, dass bereits im April eine weitere Auflage dieses Spieletreffs stattfindet.
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Willingen 2010 Teil 2 - meine Partien
25.11.2010 von Thomas.
Im ersten Teil meines Berichtes habe ich allgemein über den Spieletreff Willingen 2010 geschrieben. Natürlich habe ich auch gespielt und das kommt jetzt.
Samstag:
Da um 12:00 alle bereits angekommenen Spieler in laufende Partien involviert waren, packten wir eine erste Neuheit aus Essen als 2er Partie auf den Tisch. Als Fans der Serie gefällt uns auch 10 Days in the Americas wirklich gut. Diesmal sind es 5 verschiedene Schiffe, die sogar hintereinander (regelkonform) gelegt werden können. Zwar gibt es wie immer nicht vieleVeränderungen, aber auch diesmal reicht es aus, um Fans der Serie zufrieden zu stellen.
für Fans ein Muss - 10 Days in the Americas
Dann trudelten weitere uns bekannte Spieler ein. Die Masse der Neuheiten war jedoch einfach zu groß, so dass wir uns eher überraschend auf Tichu als nächstes Spiel einigten. Zum Start legte ich mit Andre los wie die Feuerwehr. Leider holte meine Frau zusammen mit Michael immer weiter auf, um uns auf der Hälfte der 1.000er Distanz dann zu überholen. Mit 1.065 zu 935 mußten wir uns geschlagen geben, welcher Depp hat diesem Spiel bei BGG eine 10 gegeben?
tja, blöd wenn man Drache und Phönix hat und sonst nichts
Da wir jetzt zu siebt waren, gab es nur zwei Möglichkeiten: entweder Teilung oder aber ein 7 Wonders. Da fiel uns die Entscheidung sehr leicht. Eine Partie 7 Wonders geht richtig flott, zumindestens wenn alle das Spiel kennen und kein Grübler die kompletten Möglichkeiten der Kartenverteilung durchrechnen will.
Für mich ist dieses Spiel ein absolutes Highlight aus Essen 2010 und es sollte nicht das letztemal bei diesem Spieletreff auf unserem Tisch landen. Matthias konnte die Partie mit sehr guten 72 Punkten für sich entscheiden (72, 61, ich 51, 46, 42, 37 und 34 Punkte).
mit einer Mischstrategie zu 51 Punkten
Dann teilten wir uns doch auf. Meine Frau ließ sich direkt vom Autor Felinia erklären. Wir dagegen entschieden uns für eine 3er Partie First Train to Nürnberg. Zwar habe ich schon viele Testpartien hinter mir, aber dieses Spiel(en) geht immer. Erst dachte ich, meine lange Verbindung zwischen den beiden Spielbrettseiten wäre zu teuer gewesen. Dadurch konnte ich mir jedoch mehr Sets sichern als meine beiden Kontrahenten und die Partie mit 46 Punkten (zu 45 bzw. 42) für mich entscheiden.
gut geplant: die große Strecke unten komplett an rot veräußert
Dann kam eine erste “auch für mich” Neuheit aus Essen 2010 auf den Tisch. Bei Magnum Sal vom polnischen Verlag Gry Leonardo versuchen die Spieler möglichst viel Geld mit dem Schürfen von Salz zu verdienen. Ähnlich wie bei Giants von Matagot können zum Transport aus der Mine auch Arbeiter der Mitspieler gegen Bezahlung eingesetzt werden. Mir hat das Spiel von uns dreien noch am Besten gefallen. Aber auch ich mußte zugeben, dass sich einige Optionen in unserer Partie als sehr schwach erwiesen. Irgendwie fühlte sich das Spiel nicht wirklich rund an. Da ich jedoch das Thema und das Material sehr ansprechend finde und gute Ansätze in Magnum Sal vorhanden sind, werde ich gerne bei weiteren Partien mitspielen. Die Partie konnte ich für mich entscheiden (123, 119 und 38! Punkte).
wer traut sich als erstes in den tieferen Schacht?
Es ist normal, dass zu einem erfolgreichen Spiel mit neuem Mechanismus wie Dominion ähnliche Titel herauskommen. Ascension - Chronicle of the Godslayer spielt sich ein wenig wie Dominion auf Speed. Kurze Regelerklärung und los. Mit zwei verschiedene “Währungen” können entweder weitere Karten für das eigene Deck gekauft oder aber Monster besiegt werden. Da immer das selbe Monster besiegt werden kann, war unser Motto “immer auf die Birne”. Es ist nicht so taktisch wie Dominion. Einer meiner Mitspieler hat es sogar mit belanglos beschrieben, aber soweit will ich nicht gehen. Immer wieder gerne für zwischendurch, aber kaufen werde ich es wohl nicht.
Als Absacker kam jetzt bei uns als 4er Sobek auf den Tisch. Ein kleines nettes Kartenspiel bei dem möglichst punkteträchtige 3er Sets ausgelegt werden sollen. Eine Prise Ärgern, ein wenig Taktik und etwas Glück, das sind die Zutaten für den Nachfolger von Jaipur. Die erste Partie hat mir Spass gemacht, jedoch müssen weitere Partien zeigen, ob es auf meiner Nach-Essen-Einkaufsliste landet. Obwohl ich mich wirklich stark bemühte, wurde ich noch vom letzten Platz verdrängt, man kann halt nicht alles haben.
die grünen Joker sind sehr hilfreich
Sonntag:
In den zweiten Tag starteten wir mit einer Partie London von Martin Wallace. Eine erste 2er Partie hatte mir zwar schon das Potential dieses Spiels gezeigt, aufgrund der nur sehr geringen Anpassung an die zwei Mitspieler hatte es mich aber nicht zu 100% überzeugt. Deshalb war ich auf meine erste 4er Partie sehr gespannt und ich wurde nicht enttäuscht. Das, was mich noch in der 2er Partie gestört hatte (zu viele Stadtteile und damit verbunden zu wenig Druck durch Armut), fiel jetzt nicht mehr ins Gewicht.
die Stadtteile waren von Anfang an beliebt …
Da ich als einziger das Spiel kannte, hatte ich die Ehre der Regelerklärung. Da fiel mir erst so richtig auf, dass London für ein Martin Wallace Spiel nur wenige Regeln besitzt und schnell zu erklären ist. Trotzdem bietet es eine Menge an Möglichkeiten. Für mich wieder einmal ein sehr gutes Spiel aus der Feder von Martin Wallace. Den Vorteil der zweiten Partie konnte ich voll nutzen und einen relativ klaren Sieg feiern (47, 33, 32 und 13 Punkte).
… und auch ziemlich schnell verteilt
Als nächstes kam bei uns mit Troyes ein weiteres (potentielles) Highlight der Spiel 2010 auf den Tisch. Trotz der vielen Würfel ist Troyes ein Strategiespiel mit nur sehr geringem Glücksanteil. Die Möglichkeiten für die eigenen Aktionen sind sehr vielfältig, mit der Folge, dass ich noch nicht alle hiervon in meiner ersten Partie wirklich effektiv einsetzte. Viele der eingesetzten Mechanismen sind noch unverbraucht oder wurden variiert, so dass ich nicht das Gefühl hatte, eine Kopie von etwas Bekanntem spielen zu müssen. Uns vier hat das Spiel wirklich sehr gut gefallen. Habe ich eigentlich schon gesagt, dass dies ein Erstlingswerk eines kleinen belgischen Verlages ist? Respekt!!! Es war eine sehr knappe Partie, bei der ich dann doch Letzter wurde (33, 33, 32 und 31 Punkte).
Würfel = Glück gilt hier nur bedingt
Als Kontrastprogramm kam jetzt als 5er Grenzenlos Europa auf den Tisch. In mehreren Runden versuchen die Spieler zum in der Mitte liegenden Land möglichst gering entfernte Länder (Anzahl Grenzübertritte, um zu diesem Land zu kommen) unter den weiteren acht ausliegenden Ländern zu finden, aber auch Nachbarländer sind nur suboptimal. In verschiedenen Runden wird der Schwierigkeitsgrad angehoben. In der letzten Runde werden dann möglichst große Entfernungen gesucht. Neben geografischen Fähigkeiten kommt es auch ein wenig auf Schnelligkeit an. Nach der ersten Partie lautet mein Fazit ganz nett, aber der Funke konnte bei mir nicht überspringen. Vielleicht verändern weitere Partien meine Bewertung, aber bis dahin bleibt bei Geografiespielen die 10 Days Serie meine persönliche Nummer 1.
Euros für eine gute Länderwahl
Als nächstes kam bei uns Qwirkle auf den Tisch, dass zwar aufgrund der Schmidt Auflage für Deutschland eine Neuheit ist, in den USA aber bereits seit 2006 verkauft wird. Aus diesem Grund gibt es bei uns auch schon seit März 2009 eine Rezension, da wir unser Exemplar direkt aus den USA mitgebracht bekommen haben. Da die Schmidt Version fast eine 1:1 Umsetzung ist, hier der Link zu der Rezension. In Willingen sollte es nicht die einzige Partie bleiben und meine gute Note wurde mehr als nur bestätigt. Unsere 3er Partie konnte ich durch einen famosen Endspurt für mich entscheiden (143, 134 und 119 Punkte).
ein interessantes Gebilde aus Farben und Formen
Bei Fragor Games bekommt man ja immer eine Wundertüte, von sehr gut (Snow Tails) bis naja (Antler Island) ist alles möglich. Deshalb war ich umso gespannter auf Antics. Zu viert erarbeiteten wir uns die Regel. Punkte können über Beuteplättchen und Schimmelpilze! gesammelt werden. Sehr interessant fand ich den Aktionsmechanismus, dargestellt durch den eigenen Ameisenbau. Die verschiedenen Symbole auf den Ameisenbauplättchen stellen unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten dar.
OK, die Grafik ist ungewöhnlich
Nach und nach wird der eigene Ameisenbau vergrößert, insbesondere wird auch in die Höhe gebaut. Umso höher die gewählte Aktion im Ameisenbau platziert ist, umso höherwertig ist die gewählte Aktion. Man muß beim Bau nur aufpassen, das man Aktionsarten nicht komplett überbaut, und somit dann auf die Hilfe der Level 1 Aktion der MagnificAnt angewiesen ist.
Jedenfalls hat mir die erste Partie richtig gut gefallen. Mal abwarten, ob der gute Eindruck bei weiteren Partien bestätigt wird.
my ant-hill is my castle
Da Fairy Tale oft als eine Wurzel von 7 Wonders genannt wird, wollte Ode dieses kleine feine Kartenspiel kennen lernen. Matthias packte die neue Version von Fairy Tale aus, und mich traf fast der Schlag. Statt die Piktogramme zu vereinfachen, wurden sie nach meinem Empfinden eher noch unübersichtlicher gestaltet. Jedenfalls brauchte ich eine gewisse “Gewöhnungszeit”. Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, das mir Fairy Tale richtig gut gefällt. Matthias, der Besitzer des Spiels, hatte natürlich Heimvorteil :-) und konnte das Spiel für sich entscheiden.
wie bitte, ist das ein anderes Spiel?
Als Absacker des Tages konnte sich diesmal Race for the Galaxy mit den drei Erweiterungen qualifizieren. Da RftG eines meiner BGG 10er Spiele ist, hatte ich natürlich kein Problem, das es dann insgesamt vier Partien wurden. Nach den ersten zwei Partien mußten wir unseren vierten Spieler wegen Müdigkeit gegen meine Frau austauschen. Kein Wunder, dass ich nur die ersten beiden Partien für mich entscheiden konnte.
diesmal mit Hüllen - keine Option für unser Exemplar
Montag:
Montag nach dem Frühstück war erstmal Prototypen testen mit Matthias C. angesagt. Beide Prototypen haben mir gut gefallen, weitere Infos kann ich leider nicht weiter- geben. Danach spielten wir noch einen komplexen Prototypen von einem Nachwuchsautorenteam. Dieses Spiel zeigt schon gute Ansätze, aber der Feinschliff wird noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
Danach mischten wir uns komplett neu, und ich landete bei einer 4er Partie Campos. Bei diesem Legespiel versuchen die Kontrahenten, ihre Aufgabenkarten möglichst punkteträchtig zu erfüllen. Man kann es gut spielen, es funktioniert, aber kaufen werde ich es nicht. Vielleicht lag es an der direkt darauf folgenden Qwirkle Partie, dass dieses Spiel nicht so gut bei uns ankam. Aber dagegen wirkte Campos doch ein wenig blass.
hier kommt es auf die Flächengröße an
Danach kam als 5er eine weitere Essen Neuheit auf den Tisch. Bei 20. Jahrhundert von CGE bauen die Spieler mit Geländeplättchen jeweils eine eigene Landschaft auf, die möglichst viel Geld, Forschungspunkte und Siegpunkte produziert. Politisch korrekt ist ein positives Umweltbewußtsein das A und O für eine erfolgreiche Partie, also schön aufpassen, dass euch die Müllberge nicht über den Kopf wachsen. Mir hat das Spiel gut gefallen und auch meine Mitspieler äußerten sich durchweg positiv. Dany konnte mit 136 Punkten die Partie klar für sich entscheiden (136, 91, 77, 66 und 65 Punkte).
das Feld unten rechts benötigt ein wenig Recycling
Eingebettet von zwei 7 Wonders Partien (die 5er Partie konnte ich für mich entscheiden, bei der 7er Partie wurde ich Vorletzter) kam bei uns als 4er Discover India von Queen Games auf den Tisch. Eigentlich ist es ein einfaches abstraktes Legespiel, das jedoch mit einem Laufelement kombiniert wurde und einen thematischen Anstrich “Indien” erhalten hat. Das Spiel ist sicherlich kein Highlight, aber das Handling nervte uns richtig (Plättchen legen, Figur ziehen, Plättchen legen, …). Mag sein, dass dies bei der Zielguppe Familie gut ankommt, ich bevorzuge doch lieber gute schlanke Legespiele, gerne auch ohne thematischen Anstrich.
auf dem großen Plan laufen, um auf dem kleinen Plan was legen zu können
Den Abschluss des Tages bildeten erneut (diesmal) drei Partien Race for the Galaxy (komplett). Diesmal war meine Frau von Anfang an mit von der Partie. Die ersten beiden Partien hatten wir drei Männer keine Chance, da sie mit 67 und wirklich überragenden 87 Punkten die ersten beiden Partien dominierte. Tja, glücklicherweise halte ich länger durch als meine Frau, so dass ich die dritte Partie, als meine Frau bereits auf das Zimmer gegangen war, gewinnen konnte. Durchhaltevermögen zahlt sich doch aus.
Dienstag:
Irgendwie sagten mir die Spiele meiner bekannten Mitspieler nicht zu, so dass ich mal den einsamen Wolf spielte und durch die beiden Spielräume streifte. Einen kurzen Moment hörte ich eher zufällig bei einer Caylus Regelerarbeitung zu, als ich von den Dreien gefragt wurde, ob ich nicht mitspielen will. Wieso eigentlich nicht. Leider war meine letzte Partie so lange her, dass ich nur gelegentlich in die Regelerklärung eingriff. Auch zu Beginn der Partie hatte ich noch ein paar Startschwierigkeiten, aber dann lief es doch ganz gut und ich konnte die Partie ziemlich klar für mich entscheiden (88, 66, 59 und 54 Punkte).
endlich mal wieder gespielt - Caylus von Ystari
Da ich ja spieltechnisch (fast) alles ausprobiere, sagte ich auch beim Vorschlag “Reise zum Mittelpunkt der Erde” nicht nein. Diese Romanverfilmung Romanverspielung ist ein einfaches Karten-Sammel-Laufspiel. Ziel ist es mit Hilfe der Karten gemeinsam die drei Charaktere sicher zum Ausgang zu bringen und dabei möglichst viele Punkte zu sammeln. So schlimm, wie befürchtet, war das Spiel nicht, auch wenn es wahrscheinlich meine einzige Partie bleiben wird. Ich gehöre aber auch nicht zur Zielgruppe dieses Spiels.
diese drei Helden müssen zum Ziel gebracht werden
Nach zwei Partien Qwirkle (Sieger 1x moi und 1x Jürgen) und zwei Partien 10 Days in the Americas (Gewinner 2x Dany) war es mal wieder Zeit für ein wenig Prototypen testen. Das erste Spiel kannten wir bereits. Als zweites kam ein neues Kartenspiel auf den Tisch, dass ich sofort gekauft hätte, wenn es denn verfügbar gewesen wäre.
Als Absacker spielte ich dann noch ein paar 2er Partien Crokinole gegen wechselnde Gegner. Dieses Spiel gefällt mir richtig gut. Leider hatte Mayfair auf der Spiel 2010 nur ein Vorführexemplar vor Ort und auch so findet man das Spiel nicht im Einzelhandel. Da ich es mir aber auch nicht schicken lassen will, muß ich wohl irgendwann die Initaitive ergreifen und zu einem Produzenten fahren.
im Gegensatz zu Carrom nicht überall erhältlich
Mittwoch:
In Willingen spielen wir komplexere/längere Spiele am liebsten direkt nach dem Frühstück. Am Mittwoch war deshalb Florenza unser Opener in den Spieletag. Meine Frau hatte die Regel in der Nacht davor gelesen und erklärte uns relativ zügig das Spiel. Eigentlich ist Florenza gar nicht so komplex. Man hat Gebäude die man mit Arbeitern nutzen kann, sammelt Farben und pinselt damit ein wenig in der Gegend rum.
OK, ein bißchen mehr ist es schon. Wir waren jedenfalls überrascht, das am Ende unserer Partie wirklich 3,5 Stunden vergangen waren. Das ist natürlich ein sehr gutes Zeichen.
kurz vor Ende der Erklärphase
Ich mag solche Spiele und Florenza ist nach meiner Meinung ein sehr guter Vertreter dieses Genres. Ein Problem ist sicherlich, die bereits auch von anderen kritisierte Übersichtlichkeit. was kann ich bei den anderen produzieren, wer hat das Gebäude gebaut? Hier werden wir mit einer selbstgemachten Übersicht Abhilfe schaffen. Ich freue mich auf jedenfall auf weitere Partien, denn dieses Spiel hat für mich Hit-Potential.
Florenza zu viert, das ist kein Spiel für den Kneipentisch
Als Kontrastprogramm war jetzt Zeit für ein paar Geschicklichkeitsspiele. Zum Start bauten wir Snapshot von Kosmos auf. Die Spieler versuchen schnippend ihre Auftragskarten zu erfüllen und ein paar Edelsteine zu sammeln. Zusätzlich gibt es Felder wo man z.B. einen Doppelzug erhält oder eine Hindernis versetzen darf. Snapshot ist ein kleines nettes Geschicklichkeitsspiel, das sicherlich nicht den Genre Olymp erklimmt, aber uns Spass bereitet hat. Wir haben aber auch darauf verzichtet, Spieler durch das Versetzen des Hindernisses komplett zu blockieren.
zu dritt ein schnelles Geschicklichkeitsspiel
Da Bisikle bereits auf einem anderen Tisch aufgebaut und gleichzeitig verwaist war, konnten wir sofort zu dritt loslegen. Es spielt sich irgendwie wie Carabande aber hat schon genügend Eigenständigkeit (ein mit Kügelchen gefüllter Ball, Fahrräder die immer im Weg stehen
). Das Spiel gefällt mir ganz gut, da wir aber das nach meinem Geschmack bessere Carabande auch nur ganz selten spielen und der Kauf eines Crokinole Brettes bevorsteht, wird dieses Spiel keinen Platz in unserenm Spieleschrank finden. Die erste Partie konnte Fabian noch für sich entscheiden. Dann wußte ich ja wie es geht. Als ich in Paris ankam waren die beiden anderen noch im Anstieg nach L’Alpe D’Huez.
ein knappes Rennen, aber wie lange noch
Nach einer Partie 10 Days in the Americas kam jetzt als 5er Parade auf den Tisch. Ich war sehr froh, als ich von dieser Neuauflage bei Z-Man Games hörte und habe es direkt auf der Spiel gekauft. Kurz, spaßig und ein eigenständiger Mechanismus. Zurzeit eines meiner Lieblingskartenspiele in einer kleinen Box. Fabian fing mich noch in der letzten Runde ab, da hatte ich dann doch zu viele verschiedene Farben.
die ungewöhnliche Grafik wurde zum Glück beibehalten
Auf der Spiel 2010 konnte uns Genesis durch sein ungewöhnliches Thema (Gott und Engel die ihr Tageswerk verrichten) soweit überzeugen, dass ich es an meinem Kaufrausch-Sonntag doch kaufte. Zu fünft betätigten wir uns als Engel. Zwar sahen wir alle das Potential für gewisse taktische Entscheidungen, aber irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die möglichen Optionen ausreichen für einen interessanten Spielablauf. Nach der ersten Partie muß ich das Spiel erstmal in der Nähe eines Fehlkaufs bewerten, aber immerhin konnte ich diese (vielleicht einzige) Partie für mich entscheiden.
eintöniges Spiel oder noch nicht alle Feinheiten entdeckt
Ab und zu gehe ich ja gerne auf den Rummelplatz, aber vor dem eggertschen hatte ich doch ein wenig “Angst”. Um das komplette Spiel kennen zu lernen, testeten wir alle acht Minispiele und nicht nur vier, wie in der Regel vorgeschlagen. Überraschenderweise war es gar nicht so schlimm, wie befürchtet
. Zwar gefielen mir zwei Minispiele gar nicht (Geisterbahn und Schiffsschaukel), dafür konnten uns andere Minispiele überzeugen (Achterbahn und Pferderennen) und haben uns richtig Spass gemacht. Zu dem Spiel passt auch, dass der schlecht platzierteste das Gewinnerlos zog. Sowas muß man mögen.
nur eine Disziplin: Hau den Lukas mit Würfeln
Den Abend beendeten wir mit zwei 7 Wonders Partien (2x Zweiter) und vier Teampartien Crokinole. Egal mit welchem Partner, immer verlor ich gegen Fabian ebenfalls mit wechselndem Partner. Das nennt man wohl keine Chance, oder anders ausgedrückt, spielst du es gerne, dann lerne es auch.
Donnerstag:
Diesmal fingen wir den Tag mit einem klassischen Starter an: zwei 3er Partien 10 Days in the Americas. Irgendwie war ich dann mit meiner Frau alleine. Da sie bereits Merkator gespielt hatte, spielten wir einfach eine 2er Erklärpartie. Das Spiel ist wirklich schnell erklärt und auch überraschend schnell gespielt. Das Sammeln von Gütern durch das Hin- und Herreisen, das Erfüllen von Aufträgen und sich langsam immer wertvollere Aufträge schnappen, das hat mir auch in der 2er Version richtig gut gefallen.
sicherlich nicht so massentauglich wie Agricola
Zu dritt begaben wir uns dann in das Reich der Inkas (Inca Empire). Dieses Spiel ist eine Wiederauflage von Tahuantinsuyu (2004) und gottseidank wurde der Name geändert.
Auch hier versuchte ich die einsame Wolf Strategie, die aber in diesem Spiel totaler Quatsch ist, da man versucht möglichst viel an den von den Mitspielern gebauten Gebäuden zu partizipieren. Uns dreien gefiel Inca Empire zu Beginn der Partie erst nicht so gut, im Laufe der Partie änderte sich jedoch unsere Meinung, so dass weitere Partien sicherlich folgen werden. Detlef konnte die Partie mit 193 Punkten für sich entscheiden.
taktischer als ich zu Beginn dachte
Danach spielten wir erneut, diesmal jedoch als 3er Partie, Merkator. Auch zu dritt hat mir das Spiel richtig Spass gemacht. Diesmal ging ich volles Risiko, und verkaufte alle meine Startaufträge bis auf zwei. Erst war ich skeptisch, aber trotzdem reichte es, und ich bin weiterhin ungeschlagen bei Merkator.
Was mir ein wenig negativ aufgefallen ist, selten eine Regel aus so dünnem Papier in den Händen gehalten.
Tableau rechts unten: meine eigene Auftrags Kastration
Danach stachen wir bei Caravellas, einem absoluten Blindkauf auf der Spiel, in See. Das Problem bei unbekannten Spielen mit Versteigerungsmechanismus, man weiss nicht was man in der ersten Partie bieten soll. Also verzichteten wir in den ersten beiden Runden komplett auf die Versteigerung des Startspielers. Aus diesem Grund hatte ich als Startspieler viel zu viele Aktionen. Da ich auch noch die passenden “Auftragskarten” hatte, holte ich mir bereits einen Vorsprung, der nicht mehr eingeholt werden konnte. Aus diesem Grund kann ich noch keine erste Wertung abgeben, aber zumindestens enthält das Spiel ein paar interessante Ansätze. Ob das für ein gute Bewertung reicht, wird die Zukunft zeigen.
da gab es früher ein Computerspiel …
Auch den Donnerstag ließen wir mit zwei Partien 7 Wonders ausklingen. Bei der 7er Partie wurde ich mit 39 Punkten Vorletzter, de folgende 6er Partie konnte ich dagegen mit guten 73 Punkten für mich entscheiden. Die drei anschließenden Crokinole Partien verlor ich mit Detlef gegen unsere Frauen sang und klanglos. Der Kauf eines Brettes ist wohl noch nicht endgültig.
Freitag:
Für den letzten Spieltag hatten wir uns nach dem Frühstück noch etwas richtig Großes vorgenommen. Zu fünft Dominant Species, da waren wir schon inklusive Erklärung fünf Stunden beschäftigt. Man baut nicht wirklich etwas auf, sondern versucht passend zum Thema möglichst gut (punkteträchtig) zu überleben. Dazu kommen Karten die ein Spiel komplett auf den Kopf stellen können. Das muß man mögen. Drei von uns konnten mit einigen Elementen des Spiels gar nichts anfangen, da werde ich mir wohl für eine weitere Partie neue Mitspieler suchen. Ich fand die Partie zumindestens sehr interessant, und das obwohl ich mich von Anfang taktisch zurückfielen ließ und diesen Platz auch bis zum Schluß mutig verteidigte.
das Spiel entwickelt sich, nur meine Punkte stagnieren
Danach spielten wir zu dritt mit Zooloretto + der Zooloretto Boss Erweiterung bedeutend leichtere Kost. Ab und zu packe ich das Spiel des Jahres 2007 gerne auf den Tisch. Diese neue Erweiterung bringt ein paar strategische Möglichkeiten mit, da man jetzt z.B. Arbeiter für permanente Bonis einsetzen kann. Der Ansatz ist interessant, da eine Partie ohne weitere Erweiterungen aber schnell zu Ende ist, hatten die erweiterten strategischen Möglichkeiten kaum Einfluss auf unsere Partie. Wahrscheinlich muß man diese Erweiterung mit weiteren die Anzahl der Spielzüge vergrößernden Erweiterungen einsetzen, damit Zooloretto Boss richtig Einfluß auf das Spiel nimmt.
die neuen Möglichkeiten hatten kaum Einfluß auf unsere Partie
Nach einer weiteren 5er Partie 20.Jahrhundert kam jetzt als letztes Spiel von Willingen 2010 eine weitere mir bisher unbekannte Essen 2010 Neuheit auf den Tisch. Als 4er Partie versuchten wir bei Norenberc die Gilden möglichst effektiv für uns einzusetzen. Verschiedene Mehrheiten realisieren und dabei nicht die Gegenspieler aus den Augen lassen, das ist das Rezept für den Spielgewinn. Trotzdem sollte dieses Spiel nicht zu verkopft angegangen werden, denn wenn die angegebenen 90 Minuten deutlich überschritten werden, wird es problematisch, da Norenberc eine so lange Spielzeit nicht trägt. Locker aus dem Bauch heraus gespielt jedoch, hat uns vieren diese erste Partie gut gefallen.
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Willingen 2010 Teil 1 - Wasser, nette Menschen und große Stapel
23.11.2010 von Thomas.
Eigentlich hätte es eine gemütliche Hinfahrt am Samstag werden können, leider wollte weder das Wetter noch die A1 mitspielen. Schön das im Radio immer von einer Sperrung der rechten Fahrbahn die Rede war, die Aussage “nur eine Fahrbahn zur Verfügung” hätte uns mehr geholfen. So brauchten wir für die 2 km zum Nadelöhr gute 45 Minuten. Der Ärger war natürlich wie weggeflogen, als wir am Ramada Hotel in Willingen ankamen.
endlich (wieder) da
Mit das schönste an einem Spieletreff ist der erste Tag. Erst werden die bereits Angekommenen begrüßt (Freitag ist der erste Anreisetag) und dann trudeln nach und nach weitere bekannte Gesichter ein, die man teilweise nur auf einem solchen Event trifft. Während der gesamten ersten Woche reisen immer wieder Teilnehmer an, jedoch scheint sich der erste Samstag als Hauptankunftstag etabliert zu haben. Nach ein paar Jahren in der “Szene” (was für ein blöder Begriff) kennt man schon den einen oder anderen Teilnehmer; und genau diese Leute zu treffen, ist für mich inzwischen neben dem eigentlichen Spielen der Hauptgrund für unsere Spielereisen.
viele bekannte Gesichter, nicht nur im Hauptraum
Die knapp 200 Teilnehmer sind nicht nur “reine” Spieler, auch Verlagsmitarbeiter (z.B. von Ravensburger und Pegasus), Spieleautoren (z.B. Michael Schacht und Matthias Cramer) und Vertreter der Fachpresse (z.B. von der spielbox) kann man hier jedes Jahr antreffen. So haben wir auch dieses Jahr wieder fünf verschiedene Prototypen getestet. Auch das gehört für mich zu diesem Spieletreff, natürlich fällt es mir leichter, wenn diese Prototypen so gut sind wie in diesem Jahr.
Spielgilde - wie jedes Jahr, große Auswahl zu günstigen Preisen
Das Essen war diesmal nicht ganz so mein Fall, es fehlte einfach der Vanillepudding mit Schokosauce.
Leider gab es jedoch einen Umstand, der mir etwas auf den Magen schlug. Da kann die Organisation so gut sein, wie sie will. Wenn sich die Teilnehmer unsozial verhalten, sind auch das Hotel und die Organisatoren ziemlich machtlos. Das Hotel stellt immer eine sehr große Auswahl an älteren Spielen und Neuheiten von der gerade zu Ende gegangenen Spiel in Essen zur Verfügung.
Spielefundus des Hotels: große Auswahl an älteren Spielen …
... und Neuheiten der letzten 12 Monate
Dieses Jahr waren es wieder so viele Neuheiten, das obwohl immer nur ein Exemplar pro Titel in der Hotelausleihe zur Verfügung stand, eigentlich immer genügend Auswahl zur Verfügung stehen sollte. Insbesondere da auch die Spielgilde und andere Teilnehmer immer private Exemplare zu dieser Veranstaltung mitbringen. Wenn jedoch mehrere “Spielgruppen” immer direkt mit 5 Neuheiten aus der Hotelleihe neben ihrem Tisch Jenga spielen und somit diese Titel den ganzen Tag blockieren, werden natürlich die Neuheiten selbst bei der größten Auswahl irgendwann knapp.
so neu, dass teilweise noch ausgepöppelt werden mußte
Bei dem einen oder anderen Spiel hatte ich sogar das Gefühl, dass das Hotelexemplar für mehrere Tage einen Aufenthalt im selben Hotelzimmer gebucht hatte. Also liebe Mitteilnehmer für das nächste Jahr: Nicht das gesamte Tagespensum morgens mit in den Spielraum nehmen und auch Absacker sollten die Nacht nicht im Hotelzimmer verbringen, denn Spiele brauchen keinen Schlaf.
Das sagt übrigens jemand der von diesem Engpaß nicht betroffen war, da wir selber ca. 30 Neuheiten von der Spiel 2010 dabei hatten.
das ganze Hotel im Spielefieber
Trotz dieser kleinen Probleme wurde natürlich wieder sehr viel gespielt. Nach meinem Eindruck war 7 Wonders die meistgespielte Neuheit, was natürlich auch an der kurzen Spielzeit lag. Aber auch richtige Zeitfresser wie Florenza oder Dominant Species konnte man immer wieder mal auf dem einen oder anderen Tisch sehen. Weitere beliebte Titel in Willingen waren London, Troyes, Grand Cru und ab Donnerstag das langersehnte Vinhos.
7 Wonders zu siebt - nichts für kleine Tische
endlich da - Vinhos OVP und …
… gerade aufgebaut
Troyes - Würfel ohne Glück?
In Willingen werden auch die richtig langen Spiele ausgepackt. Das war auch in diesem Jahr nicht anders. Einige 18er (inkl. einer Partie über zwei Tage verteilt) und sogar eine sehr lange Civilization Partie (nicht die neue Version) mit doppelter Rechnerunterstützung konnten im Hauptraum bewundert werden. Aber auch leichtere bzw. kürzere Strategiespiele und Familienspiele (z.B. auch die modernen Klassiker Alhambra und Siedler) kamen immer wieder auf den Tisch. So war es auch nicht verwunderlich, dass auch der eggertsche Rummelplatz immer wieder mal besucht wurde.
nicht nur für die 18er Spiele braucht man viel Zeit, …
… auch für dieses Brett sollte man ausreichend Zeit mitbringen
Vielleicht liege ich da total falsch, aber nach meiner Beobachtung sind die sehr langen Strategiehammer dieses Jahr ein wenig seltener auf den Tisch gekommen zugunsten der Strategiespiele mit 60 bis 120 Minuten Spielzeit, CoSims habe ich z.B. fast keine gesehen. Auch typische Familienspiele mein ich dieses Jahr häufiger gesehen zu haben. Positiv ist mir aufgefallen, dass es anscheinend dieses Jahr noch einfacher war, Mitspieler zu finden, da sich die Gruppen noch schneller mischten.
der moderne Familienspiel Klassiker
Insgesamt war es wieder eine tolle Woche. Meine Frau und ich waren uns einig, dass es bisher das beste Willingen für uns war. Viele nette Mitspieler, kaum wirklich schlechte Spiele und viele interessante Gespräche, da fällt einem der Abschied schon mal etwas schwerer, aber gottseidank, in nicht mal 12 Monaten beginnt der 27. Spieletreff in Willingen.
Natürlich habe ich in Willingen auch gespielt. Das könnt ihr dann im zweiten Teil lesen.
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7 Wonders - im Fokus der Foren
12.11.2010 von Thomas.
In verschiedenen Foren (z.B. spielbox, unknowns) wird zur Zeit über den Preis und die Qualität von 7 Wonders diskutiert. Oft hört man die Einschätzung, zu teuer für ein Kartenspiel und die Qualität ist für den Preis zu schlecht. Nicht umsonst gibt es zur Zeit Threads über die richtigen Kartenhüllen für dieses Spiel. Sowas erlebe ich sonst nur bei Magic.
Der Preis:
Ich habe auf der Spiel 7 Wonders für 39 Euro gekauft. Das ist sicherlich kein Schnäppchen, ist für mich aber OK, solange das Spiel zumindestens das Potential für mehrere Partien hat (Bewertung: drei Sterne oder mehr). Nach dem Eindruck von bisher zwei Partien mache ich mir über dieses Kriterium keine Sorgen. Im Gegenteil, dieses Zivilisationsspiel hat das Potential, in meine Top 5 des Jahres 2010 zu kommen.
Natürlich ist es”nur” ein Kartenspiel in einer großen Packung. Aber wenn es mir nur um das Material Preis-Leistungsverhältnis gehen würde, könnte ich mir natürlich auch 39 Standard 32er Kartenspiele kaufen. OK, vielleicht bin ich durch Magic ein wenig versaut. Hier kostet selbst eine Karte, die erst dieses Jahr rausgekommenen ist, pro Exemplar 60 Euro (Jace, the Mind Sculptor).
Die Qualität:
Bei diesem Punkt muß ich dagegen vielen Diskussionsteilnehmern Recht geben. Für diesen Preis erwarte ich schon eine zumindestens gute Qualität. Immerhin handelt es sich ja hier nicht um ein Erstlingswerk eines neuen Verlages. Bereits nach zwei Partien merkt man unserem Exemplar an, dass die Qualität dem Preis ein wenig hinterher hinkt.
Im Gegensatz zu Magic bin ich eigentlich hier nicht gewillt, die Karten mit Hüllen zu schützen. Das es anders geht, zeigt bei uns z.B. Race for the Galaxy. Wir haben mit unserem Exemplar locker 40 Partien gespielt und die Karten sehen immer noch gut aus. Mal abwarten wie sich unser Exemplar 7 Wonders entwickelt, vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm, wie der eine oder andere es in den Foren beschrieben hat.
Fazit:
Für ein sehr gutes Spiel bezahle ich gerne 40 Euro. Da schraube ich lieber die Anzahl der gekauften Spiele runter. Mit einer schlechten Qualität kann man mich dagegen ziemlich verärgern. Sollte sich ein Verlag bei mir einen solchen Ruf “erarbeiten”, lautet für mich die Konsequenz: nur noch absolute Highlights von diesem Verlag kaufen und diese auch nicht mehr auf der Messe zum vollen Preis.
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Schoko trifft Catan - ein Tatsachenbericht
7.11.2010 von Thomas.
Vor knapp einem Monat, das Messefieber setzte gerade so richtig ein, bekam ich eine interessante Unternehmensmeldung nur durch Zufall mit. Bei Ritter Sport kann man durch den Einkauf der Mini 12er Packungen (fast) kostenlos eine exklusive Erweiterung für die Siedler von Catan in den Spieleschrank befördern:. der Schokoladenmarkt. Da wir an dem kommenden Wochenende Gäste erwarteten, kaufte ich unter anderem auch zwei dieser Packungen. Zuhause fiel mir dann der Text auf der Aktionspackung auf. Ich habe natürlich sofort beide Packungen aufgerissen, und fünf Minuten nach Öffnung bereits beide Codes auf catan.ritter-sport.de eingegeben. Da ging bei mir sofort der Geek (Freak) Modus an: Das muß ich haben, möglichst schnell, vielleicht sind die morgen schon alle weg. Na klar, Deutschland stürmt die Läden und kauft alle Mini 12er Aktionspackungen weg.
Was steht denn da? Catan? Hm, interessant. Haben wollen, sofort.
Also erstmal in den nächsten Laden. Da die Aktion noch ganz “frisch” war, fand ich leider im Regal auf Anhieb nur alte Packungen ohne Codes. Von so etwas lässt sich ein verrückter Geek natürlich nicht aufhalten.
Nachdem ich eine halbe Palette in den Gang geräumt hatte, konnte ich dann doch noch einen Karton mit der Aktionsware aufreißen und 8 Pakete Mini Ritter Sport in den Einkaufswagen legen. Schnell die Kartons wieder ins Regal räumen, bezahlen und ganz schnell nach Hause.
ein kleiner Tipp, für die Tempoaktion den Kassenbon nicht wegschmeißen
Zu Hause angekommen dann die Ernüchterung. In den insgesamt 10 Aktionspaketen waren nur 5 verschiedene Codes enthalten. Da man natürlich jeden Code nur einmal eingeben kann, konnte man mich in diesem Moment von der Decke kratzen. Ich rief sofort bei Ritter Sport an, was das denn sollte. Da “Ritter Sport” anscheinend so früh im Aktionszeitraum nicht mit einem solchen Anruf rechnete, erwischte ich die junge(?) Frau auf dem falschen Fuß. Sie stotterte etwas von: man kann ja tauschen, ich gebe es weiter, wird frei geschaltet, können die Codes erneut eingeben, dauert ca. zwei Tage.
Nach diesem Gespräch war ich immer noch etwas “erregt”, aber es zeichnete sich eine Lösung am Horizont ab. Da mir ja der Tausch der Codes nahegelegt wurde, mußten die Codes bei jedem funktionieren. Es gibt nicht Millionen sondern vielleicht mal gerade 15-20 verschiedene Codes. Also ab in die Catan Foren. Da war aber erst gerade die Meldung wahrgenommen worden, deshalb Code Fehlanzeige. Vielleicht gab es ja im spielbox Forum schon einen Thread zu dem Thema. Heureka, da wurde ich fündig. Nach kurzer Zeit hatte ich genügend Codes zusammen. Alle eingegeben, ein Rohstoff getauscht und dann konnte schon der Versandbetrag überwiesen werden. Da endlich konnte ich mich entspannen, der Sammler in mir bekommt neues Futter, Schokolade.
darauf hatte ich (nicht) gewartet
Vor ein paar Tagen kam dann ein Paket an. Ich hatte gar nichts bestellt, es war doch Messe. Aber halt, da war doch noch etwas gewesen. Stimmt, der Schokoladenmarkt ist da. Erstmal wollte ich die Essen Berichterstattung abschließen. Wenn ich ehrlich bin, mit der Bestellung der Erweiterung war bei mir die Luft raus. Wann habe ich das letzte mal Siedler gespielt? Genau, es ist schon ewig her, und ob sich das wegen der Erweiterung so schnell ändern wird? Der Sammler in mir war durch die Ankunft der Erweiterung zufrieden, der Spieler ist dagegen ganz entspannt. Vielleicht spiele ich es ja mal, wenn nicht, ist das auch egal. Hallo, wir haben gerade Essen 2010 hinter uns.
dann doch endlich mal geöffnet
So lag das Päckchen mehrere Tage auf unserem Wohnzimmertisch. Heute habe ich es endlich geschafft, das Päckchen aufzureißen. Für eine (fast) kostenlose Erweiterung ist ganz ordentlich Material enthalten. Bei meinem Glück ist der Spielkarton natürlich eingedrückt. Warum sollte es uns bei kostenlosen Spielen anders ergehen, als bei bezahlten Titeln. Alles ausgepöppelt, in Zipptüten verpackt und im Spieleschrank verstaut. Warum habe ich nochmal so eine Panik geschoben? Tja, bei Spielen geht bei mir schon einmal der Verstand spazieren. Was mir ein wenig Angst macht: Was wäre passiert, wenn es sich um eine Erweiterung meiner Lieblingsspiele gehandelt hätte? Neue Spielkarten für Le Havre, Race for the Galaxy oder Agricola, eine neue Karte für Funkenschlag, Brass oder Steam. Also liebe Markenhersteller, entweder ihr wiederholt dies nur mit Titeln, die nicht zu meinen Top 50 gehören, oder aber ihr sendet mir die Erweiterung sofort zum Start der Aktion unaufgefordert zu. Das wäre besser, für alle Beteiligten.
gar nicht so wenig Material für eine kostenlose Erweiterung
Für alle die nach Informationen zu dieser Erweiterung suchen:
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Spieletreff Engelshof mit Vorspiel - 29.10.2010
3.11.2010 von Thomas.
Da meine Frau noch Urlaub hatte, trafen wir uns bereits um 15 Uhr bei Klaus, um uns schon einmal warm zu spielen. Zu viert durchforsteten wir den Neuheitenstapel, um uns dann als erstes für Sun, Sea & Sand von Cwali zu entscheiden. Komischerweise hatte mich das Spar-Angebot von Cwali (die drei Spiele für 50 statt für 84 Euro) auf der Spiel von einem Kauf abgehalten, da hatte ich mich mal als Anti-Sparfuchs erwiesen.
Nein, ich war bei der Regelerklärung nicht abgelenkt
Die Spieler betreiben jeweils ein Urlaubsresort, mit dem Ziel durch möglichst viele Touristen Geld einzunehmen, um damit wiederum punkteträchtig das Urlaubsresort erweitern zu können. Nach einer Partie muß ich sagen, dass ein Kauf dieses Spiels kein Fehler gewesen wäre, auch wenn ich jetzt nicht direkt meinen Game-Dealer anrufe.
Sun, Sea & Sand ist kein strategischer Hammer, aber es bietet für seine Spielzeit genügend Optionen und Verzahnungen, so daß Freunde von einfachen Strategiespielen auf ihre Kosten kommen können (Ersteinschätzung: 2 bis 3,5 von 5 Sterne).
auf mein Ressort schien leider keine Sonne
Als zweiter Titel des Nachmittags kam jetzt Firenze auf den Tisch. Bereits vor zwei Jahren hatten wir den Prototypen mit Andre getestet. Wenn ich mich richtig erinnere, hat sich seitdem am Spiel nicht mehr soviel verändert. Die sehr schöne Grafik ist natürlich neu, und das gibt dem Spiel einfach mehr Atmosphäre. Vom Schwierigkeitsgrad würde ich es in die selbe Kategorie wie Sun, Sea & Sand einordnen. Zumindestens die 4er Partie hat mir gut gefallen. Es ist für mich sicherlich kein Highlight, aber ggf. wird es doch noch seinen Platz auf meinem Einkaufs-/Wunschzettel finden (Ersteinschätzung: 2,5 bis 3,5 von 5 Sterne).
den Prototypen kaum wieder erkannt
Danach fuhren wir etwas verspätet in den Engelshof, wo wir eine Menge von Mitspielern für die Essenneuheiten erwarteten. Oft kommt es anders als man denkt, so fixiert auf die Spiel mit ihren Neuheiten sind dann doch nicht alle. Da wir nur zu fünft waren, vielen einige Neuheiten aufgrund der Mietspieleranzahl heraus aus der Verlosung. Gottseidank gibt es dieses Jahr die eierlegende Wollmilchsau, wenn es um die Spieleranzahl geht: 7 Wonders mit der ungewöhnlichen Angabe (2)3-7 Spieler.
nach dem ersten Zeitalter
Bei diesem Repos Spiel wird eine von Magic (Draft Format) bzw. Fairy Tale bekannter Mechanismus eingesetzt. Zu Beginn jedes der drei Zeitalter erhalten die Spieler jeweils 7 Karten. Davon suchen sie sich eine aus und reichen die restlichen sechs Karten weiter. Von der anderen Seite erhalten sie selber auch sechs Karten. Dies wird so lange wiederholt, bis (fast) alle Karten verteilt wurden. Im Unterschied zu den beiden genannten Verwandten, werden die Karten sofort gespielt und nicht erst nach der Verteilung aller Karten. Die Möglichkeiten sind vielfältig und man muß aufpassen, dass man vor lauter Imperium Aufbau nicht die Siegpunkte und somit das Spielende aus den Augen verliert.
erstmal um Rohstoffe gekümmert
Kümmere ich mich zum Start intensiv um die Rohstoffversorgung oder hoffe ich darauf einen Teil der Rohstoffe bei meinen beiden Nachbarn kaufen zu können. Versuche ich über Militär Siegpunkte zu machen oder vernachlässige ich den Bereich komplett. Welche Karte braucht mein Nachbar und ist es sinvoll zu verhindern, dass er sie bekommt. Dies sind nur ein paar der Entscheidungen, die man während des Spiels immer wieder treffen muß. Gerade diese Verbindung aus Zivilisationsspiel mit relativ kurzer Spielzeit und trotzdem zahlreichen Optionen haben mich direkt bei der ersten Partie überzeugt (Ersteinschätzung: 3 bis 5 von 5 Sterne).
langsam wird es knapp mit dem Platz, …
Da uns allen die erste Partie sehr gut gefallen hatte, entschieden wir uns einstimmig für eine zweite Partie. Meine erste Einschätzung wurde in dieser 2. Partie bestätigt, 7 Wonders könnte sich als eines der absoluten Highlights von der Spiel 2010 erweisen. Nachdem die Punkte bei der ersten Partie weit auseinander lagen, näherten sich die Ergebnisse in der zweiten Partie. Auch hatten wir rein organisatorisch dazugelernt, bei der 2. Partie spielten wir auf 2 Tischen, 7 Wonders benötigt Platz.
…, deshalb die zweite Partie auf zwei Tischen
Auf der Spiel hatte ich mich gegen einen Kauf von Toscana entschieden, dehalb war ich froh, dieses Weinspiel am letzten Freitag testen zu können. Arbeiter (fest) platzieren, Wein produzieren und den Markt für die eigenen Ziele beeinflußen hört sich doch erstmal interessant an. Leider sprang bei uns allen der Funke nicht über. Mit ein paar Tagen Abstand habe ich das Gefühl, dass ein paar Monate Feintuning dem Spiel gut getan hätte. So ist es für mich ein Spiel, das nicht wirklich schlecht ist, aber mich auch nicht überzeugen konnte (Ersteinschätzung: 0,5 bis 2,5 von 5 Sterne). Meinen Nichtkauf habe ich definitiv nicht bereut.
Startaufbau, hier waren wir noch alle zuversichtlich
Als letztes Spiel testeten wir als Absacker noch Commander Kikeriki. Uns wurde das Spiel als das neue Looping Louie angepriesen. Erstmal Packung aufmachen, OK genug Plastik ist ja vorhanden. Nach 3-4 Anläufen hatten wir das Spiel endlich aufgebaut. Die eigene Plastikschiene muß auf der einen Seite hochgehoben werden, damit eine Art “Lore” in die Mitte fährt, und bei richtigem Timing einen Asteroiden(!) “einfängt”. Für Kinder mag dies ja ganz nett sein, aber es kommt für mich nicht annähernd an den Klassiker heran, es fehlt einfach der Ärgerfaktor.
Looping Louie ist schon etwas ganz Besonderes
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Essen 2010 - der Rest vom Fest
1.11.2010 von Thomas.
Da jetzt eine gute Woche nach Ende der Spiel vergangen ist, konnte ich ein wenig das Erlebte auf der Messe sacken lassen. Zeit für mich einen objektiven subjektiven Abschlussbericht zur Spiel 2010 zu schreiben.
Die Besucher:
Wie in den letzten Jahren üblich, wurde auch dieses Jahr wieder ein Rekordergebnis mit 154.000 Besuchern vermeldet. Im Unterschied zu den letzten Jahren kann ich es diesmal auch glauben. Bereits am Donnerstag und Freitag waren insbesondere auch die “Freakhallen” 4 und 5 für mein Empfinden ungewöhnlich voll. Am Samstag ging dann teilweise gar nichts mehr, so dass wir ab Mittags eher einen Wandertag verbrachten als einen Messebesuch mit Testpartien.
Am Sonntag dagegen war es einigermaßen angenehm, so dass man ohne große Umstände durch die Hallen gehen konnte.
hier waren die Kapazitätsgrenzen erreicht
Neben den ganzen netten bekannten und unbekannten Besuchern und Ausstellern auf der Messe gibt es natürlich auch eine kleine Minderheit von, tja wie sag ich es, “besonderen” Individuen. Irgendwie muß man ja seine Beute transportieren, wir selber haben Mittwoch bis Freitag einen Trolley benutzt, dabei sollte man jedoch eine gewisse Rücksicht auf die anderen nehmen. Dies gilt auch für Tütenträger mit vier großen Exemplaren. Besonders problematisch sind manchmal die Rucksackträger - einen Kleinbus auf dem Rücken und dann ohne Vorwahrnung eine Pirouette drehen, super Idee.
nicht jeder kann einen Hackenporsche fahren
Was ich ja gar nicht verstehen kann, sind Menschen die Babys zu einer solchen Veranstaltung mitbringen. Nicht nur das ein Kinderwagen noch schlechter in den vollen Gängen aufgehoben ist als ein Trolley, was ich gar nicht verstehen kann, sind die fürsorglichen Eltern die ihr Baby vor die Brust geschnallt haben und das bei dem Gedränge auf dieser Messe. Nett sind auch die Menschen, die einen Spieltisch am liebsten von 10:00 bis 19:00 besetzen würden, teilweise noch durch lustige T-Shirts unterstützt. Apropos Klamotten. Ich bin ja selber nicht gerade schlank, aber heutzutage gibt es T-Shirts in allen Längen. Nein, ich möchte euren Grand Canyon nicht sehen.
haha, wie lustig
zum Augenschutz nur in ganz klein
Die Organisation:
Nach meiner bescheidenen Meinung ist die Messe zeitweise dieses Jahr an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen. Hier muß man wirklich überlegen, ob nicht eine weitere Halle dazugenommen werden muß. Alle Hallen ein wenig ausdünnen und zusätzlich neutrale Sitzplätze mit Tischen (zum Spielen, für eine Pause etc.) aufstellen, das wäre sicherlich sehr hilfreich. Ob dies finanzierbar ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Was überhaupt nicht geht, sind solche Probleme wie am Donnerstag. Mir ist egal wer daran Schuld ist, aber es kann nicht sein, dass bei einer eigentlich überschaubaren Menschenmenge, die Besucher 1,5 Stunden an den Kassen anstehen müssen.
das war noch nicht einmal der Haupteingang
Die Aussteller:
Die immer weiter steigenden Aussteller Zahlen sind in der Hauptsache der weiteren Internationalisierung der Messe geschuldet. Nicht nur das Publikum wird immer internationaler auch die Spieleverlage kommen inzwischen (fast) aus der ganzen Welt. Neben dem altbekannten Japan Stand gibt es inzwischen Gemeinschafts-Pavillons aus China und Korea. Amerikanische, französische, polnische, tschechische, belgische, holländische, finnische, englische, … Verlage bereichern die Messe erheblich.
auch Asien ist inzwischen auf der Spiel zahlreich vertreten
Auch diesmal konnten wieder viele insbesondere kleinere Verlage mit der Nachfrage auf der Spiel zufrieden sein. Key Market war bereits vor der Messe aufgrund der geringeren Auflagenzahl (nur 900 Stück) ausverkauft. Treefrog war wahrscheinlich genauso zufrieden wie Argentum schräg gegenüber. Der neue kleine belgische Verlag Pearl Games konnte für sein Troyes ein Sold Out Schild basteln, dies hätten sie direkt für Olympus von Stratelibri kopieren können. Dominant Species von GMT und Civilization waren nur an den ersten beiden Tagen zu bekommen. Auch Repos mit 7 Wonder konnten sich nicht beklagen. Da wo viel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. Aber vielleicht klappt es dann ja im nächsten Jahr besser.
hier mußte man sich schnell entscheiden
Schon im Vorfeld wurde ja gemunkelt, dass die eine oder andere Produktion nicht pünktlich zur Messe fertig werden würde. Obwohl dies ja bei jeder Spiel der Fall ist, wurde diesmal mehr darüber diskutiert inkl. Suche der Verantwortlichen. Das Automobile von Lookout als Wiederauflage nicht fertig wurde ist zwar unschön aber bei einem (zu) großen Verlagsprogramm für die Spiel noch zu ertragen. Wenn jedoch wie bei What’s Your Game? mit Vinhos der einzige Titel für die Spiel betroffen ist, kann man sich als Verlagschef nur die Haare raufen . Insbesondere da dieser Titel anscheinend Potential gehabt hätte, einer der Highlight Titel der Spiel 2010 zu werden.
so etwas ist ganz bitter
Die Verteilung der Stände in den Messehallen waren wie immer eine Mischung aus einem großen Anteil Bekanntem und einer Prise Überraschung. Winning Moves z.B. mußte man diesmal mit einer Lupe in Halle 5 suchen, aber immerhin waren sie dann doch da. Für Queen Games brauchte ich dagegen kein Vergrößerungsglas. Nicht nur das mir der Doppelstand in Halle 10 noch größer vorkam als in den letzten Jahre, zusätzlich gab es in Halle 5 noch einen großen Spielbereich von Queen Games. Tja, ob das nur am deutschen Spielepreis lag? Natürlich gab es auch eine exklusive Spiel des Jahres Fläche für Dixit, wo die Besucher an vielen Tischen den Preisträger ausprobieren konnten.
nicht schon wieder um 5:00 aufstehen
Wie jedes Jahr mußte ich in Halle 6 zwischen den (Live-)Rollenspielern, Magic-Ständen, Miniaturen und anderen nach den wenigen für mich relevanten Brettspielständen (z.B. GMT oder Stratelibri) suchen. Da mich das gesamte Angebot in dieser Halle interessiert, ist das für mich kein Problem. Anders sieht es mit Verlagen aus, die mit ihrem Programm eher Familien bzw. Nicht-Freaks ansprechen. Für die ist es sicherlich nicht hilfreich, wenn sie nicht in Halle 10-12 platziert werden, da hier die Chance einer “Entdeckung” bei kleineren Verlagen durch diese Zielgruppe am größten ist. Als Beispiel sei hier Expedition Sumatra von Igramoon in Halle 4 genannt.
Familienspiele sollten in den richtigen Hallen platziert werden
Eine Ausstellung, nette Leute und B2B:
An verschiedenen Stellen in den Hallen konnte man “Stehbanner” entdecken, auf denen jeweils die Entwicklung eines Spiels vorgestellt wurde. Diese Aktion organisierte die SAZ (Spielautorenzunft), die hiermit einen kleinen Einblick in die aufwendige kreative Arbeit geben möchte, die in den verschiedenen Spielen steckt. Am Hauptstand dieser Aktion (Halle 5 direkt vor dem Durchgang zur Halle 10) konnte man auch immer wieder mit dem einen oder anderen vorgestellten Autor reden. Vorschlag für 2011: wie wäre es mit neutralen Spielbereichen auf denen diese Stehbanner wieder zum Einsatz kommen.
die Ausstellung der SAZ
In den letzten Jahren hat sich unser Messebesuch doch stark verändert. Nicht nur das wir früher immer nur einen Tag (!!!) auf der Spiel waren. Zu dieser Zeit sind wir immer über die Messe gelaufen, ohne jemanden zu kennen. Das hat sich in den letzten Jahren doch ziemlich geändert. Heute freut man sich auch auf die Spiel wegen den ganzen netten Menschen, die man dort trifft. Verschiedene Autoren (Michael, Guido und Jens-Peter), Spieler von verschiedenen Spielereisen, Kollegen wie z.B. Guido von trictrac, Kathrin und Peter, natürlich die Crew von Argentum und viele weitere nette Menschen. So haben wir z.B. am Donnerstag zum erstenmal an einem netten Kollegentreffen in einem Kneipenrestaurant teilgenommen.
Michael, der gerade einen fast fertigen Prototypen vorstellt
Dieses Jahr ist mir zum erstenmal aufgefallen, dass die Messe auch in großem Maße für Geschäftskontakte genutzt wird. Da suchen kleine Verlage offensiv durch Aushänge an ihren Ständen nach Vertriebspartnern oder großen Verlagen für Neuauflagen ihrer Spiele. Dazu kommen natürlich die unzähligen Treffen zwischen Verlagen und Autoren, da werden Prototypen gezeigt und Kontakte gepflegt. Auch sind vermehrt Stände von Produktionsfirmen (z.B. Ludofact und chinesische Anbieter) und Dienstleister auf der Messe vertreten. Es kann natürlich an meinem inzwischen veränderten Blick auf die Branche liegen, dass ich diese Stände jetzt einfach anders wahrnehme.
auch eine Möglichkeit Bedarf anzumelden
Meine Einkäufe:
Mein Ziel vor der Spiel 2010 war es unter den Einkaufszahlen (62 Spiele/Erweiterungen) von 2009 zu bleiben. Tatata, ich habe es ganz locker geschafft. Insgesamt wanderten “nur” 48 Spiele und 7 Erweiterungen in unseren Trolley bzw. unsere Tüten. Es wären noch viel weniger gewesen, wenn mich am Sonntag nicht dann doch noch eine kleine Einkaufspanik erfasst hätte. Somit steht mein Ziel für 2011 auch fest: unter 50 Spiele/Erweiterungen. Zur Not kaufe ich einfach mehrere Titel nach der Messe.
Belastungstest des Eßtisches verlief erfolgreich
Neben Spielen die ich von Anfang an als Pflichtkäufe identifiziert hatte (z.B. 7 Wonders, Troyes, London oder Key Market), wurde ich bei dem einen oder anderen Spiel durch eine Probepartie überzeugt (Bangkok Klongs und The Great Fire of London 1666). In einem Fall reichte bei mir der Hinweis eines Bekannten, es wäre ein Topspiel, dass ich mich zu einem Blindkauf eines von mir unbekannten Spiels hinreißen lies. Hoffentlich hat sich der Kauf von Dominant Species gelohnt.
Olympus - hier habe ich (noch) nicht zugeschlagen
Natürlich habe ich während der Messe auch wieder ein paar Böcke geschossen. In den fünf Tagen habe ich zweimal meine Kamera liegen gelassen und es erst viel später festgestellt. Glücklicherweise konnte ich mich jeweils erinnern wo sie stehen müßte und sie stand auch noch da. Wenn ihr also auf der Messe einem Bulldozer mit rotem Kopf, Baseball Kappe, NBA T-Shirt und Bauarbeiter Hemd begegnet seit, hatte ich mal wieder meine Kamera irgendwo stehen gelassen.
Aber auch bei meiner Einkaufstour habe ich einen kleinen Fehler begangen. Am Sonntag kurz vor unserem Abflug freute ich mich tierisch, noch ein kleines Spiel mit dem Namen Freight Train am Mayfair Stand kaufen zu können. Tja und was finde ich dann abends zu Hause, …
Überraschung: die Version von White Wind in unserem Spielschrank
Der Blick über den Tellerrand:
Für mich persönlich sind die brettspiel-/kartenspielfremden Stände bzw. Anbieter das Salz in der Suppe und ich freue mich jedes Jahr auf die Hallen 6, 8 und den hinteren Teil von Halle 9. Hier laufe ich durch ohne die Angst ein verstecktes Highlight zu verpassen (ok, in Halle 6 …), hier schaue ich mich um, hier habe ich einfach nur Spass. Außerdem konnte man sich in diesen Hallen selbst am Samstag noch einigermaßen bewegen. Da Bilder mehr sagen als 100 Worte …
Magic, der alte Platzhirsch lebt, auch wenn …
… immer wieder neue Herausforderer das Feld betreten
das Angebot für Live Rollenspieler ist sehr groß, …
Waffen, …
Rüstungen …
und manchmal etwas für den Vorgarten.
Comics gehören zur Spiel und zu meiner Kindheitserinnerung …
… genau wie dieses Spiel
immer wieder ein Hingucker, ausgefallene Verkleidungen
Fazit:
Wie immer waren es tolle (diesmal) 5 Tage in Essen. Zwar ist man danach immer ein wenig kaputt, aber es lohnt sich einfach. Spätestens jetzt eine Woche später freue ich mich schon auf die Spiel 2011. Bin ich deswegen ein Freak, ja natürlich.
Geschrieben in Veranstaltungen | Keine Kommentare »





























































































