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Archive für 28.4.2010
Sonntag 25.04.2010 - Essen spielt!
28.4.2010 von Thomas.
Durch Zufall bin ich vor drei Wochen über einen Hinweis auf der Website einer meiner “Brettspieldealer” (www.allgames4you.de) gestolpert. Da Essen nicht so weit entfernt ist und uns Brettspiele immer interessieren, warum nicht auch mal außerhalb vom Oktober einen Tag in Essen verbringen.
Pünktlich um kurz vor 12 erreichten wir den Veranstaltungsort (Gemeindezentrum Überruhr-Holthausen). Schon im Außenbereich wurden wir spielerisch empfangen.
Neben Großversionen der Goliath-Spiele Tayü …
… und Rolit …
… konnte sich die sonst sitzende Spielerschaft auch ein wenig bei Kubb bewegen.
Die beiden im Außenbereich bereit stehenden Tische wurden später aufgrund des schönen Wetters ausgiebig für unterschiedliche Testpartien genutzt.
eine Reise im Mystery Express - auch im Freien möglich
Im Eingangsbereich war dann der kulinarische Teil untergebracht. Dies hatte große Ähnlichkeiten mit einem Gemeindefest (Waffeln, selbstgemachter Kuchen, selbstgemachte Frikadellen und Spieße, Würstchen und selbstgemachter Salat), dies galt auch für den extrem günstigen Preis (z.B. Kaffee 0,50 Euro). Diese familiäre Atmosphäre passte sehr gut zu der Veranstaltung. Ich fand es jedenfalls sehr sympathisch und hey es gab auch Bionade Holunder, was will ich mehr.
im Eingangsbereich, erste Hinweise auf spielerische Angebote
Als erstes machten wir einen Rundgang durch die verschiedenen Räume des Gemeindezentrums. Im Untergeschoss fand das Release der neuen Magic-Edition Rise of the Eldrazi mit 12 Teilnehmern statt (begrenzte Teilnehmerzahl).
Magic: die Eldrazis sind im Keller erwacht
Neber der Verpflegung waren im Erdgeschoss auch zwei Räume für das Spielen reserviert. Der hintere Raum fand nicht wirklich mein Interesse, hier wurde eine Demopartie “Die Werwölfe vom Düsterwald” angeboten. Im ersten Raum war neben einer Demopartie Dungeon & Dragons Rollenspiel auch das Verlagsprogramm von Ludo Art zu bewundern. Neben den Brettspielen (dazu später mehr) konnte hier auch das bald erscheinende Computerspiel zu Planet Steam Probe gespielt werden.
ungewöhnliches im Hintergrund - Planet Steam per Beamer
Unser Rundgang endete im ersten Stock. Dort im großen Saal war der Hauptteil der Verlage und Spielmöglichkeiten untergebracht.
so leer war es nur zu Beginn der Veranstaltung …
… später, sah das schon anders aus
Im großen Saal boten verschiedene Verlage (z.B. Queen Games, Heidelberger, Amigo, Abacus und Zoch) ihre Spiele (inkl. “Erklärbären”) zum testen an. Die Verlagsstände waren einfache Tische, teilw. wurde die Verlagspräsenz noch mit Werbebannern unterstützt. Die Besucher nahmen das Angebot gerne an, so dass die meisten Tische nach einer kurzen Anfangszeit permanent von den unterschiedlichen Spielgruppen genutzt wurden.
eine schöne Auswahl, hier z.B. von Kosmos
auch Neuheiten konnten gespielt werden, hier z.B. Speicherstadt von eggert, …
… Snapshot von Kosmos oder …
… Velo City von Abacus
Neben Neuheiten aus Nürnberg, wurden auch Spiele aus dem letzten Jahr und beliebte Spiele der letzten 4-5 Jahre auf den Tischen ausprobiert.
Zooloretto und …
Kamisado als Großversionen.
Jaipur, soll ein gutes 2er Spiel sein
Opera - sehr schön, aber spielspaßtechnisch suboptimal
Tobago - ein Kandidat für eine Nennung beim Spiel des Jahres?
Die Prinzen von Machu Picchu von Mac Gerdts (PD-Verlag)
Der Spielekreis Hiespielchen hatte in einer “Ausbuchtung” des Hauptsaals einen kleineren Bereich mit Kinderspielen vorbereitet. Inwieweit dieser Bereich angenommen wurde, kann ich leider nicht sagen, da mein Aufenthalt dort nur von sehr kurzer Dauer war.
Kinderspiele, auch etwas für die “großen Kinder”
Solche Veranstaltungen leben auch von der Möglichkeit Spiele von Kleinverlagen zu testen. So war unser erstes Spiel auch ein solcher Vertreter. Der Gipfelstürmer von Jürgen Godlewski ähnelt ein wenig an “die Aufsteiger”, auch wenn es sich um zwei absolut eigenständige Spiele handelt. In der ersten Phase wird der (Holz-)Berg gemeinsam aufgebaut um ihn dann getrennt zu besteigen.
ein typischer Spielkarton eines Kleinstverlages bzw. Eigenverlages
Gewonnen hat der Spieler, der zuerst trotz oder gerade wegen des Einsatzes von Ereigniskarten als erstes mit seinen drei Bergsteigern den Gipfel erklimmt. In unserer Partie schaffte dies meine Frau. Das Spielmaterial ist von OK (die Karten) bis ansprechend (Holzmaterial). Das Spiel selber ist nicht schlecht und ich würde es nochmal mitspielen, nach der ersten Partie würde ich jedoch z.B. die Aufsteiger vorziehen.
nicht nur der Gipfel ist aus Holz
Bei Essen spielt gab es auch die Möglichkeit sich das eine oder andere Spiel direkt vom Autor erklären zu lassen. So konnte Matthias Cramer eine sehr weite Version von Glen More vorstellen. In zwei bis drei Wochen soll dann das fertige Spiel in den Läden stehen.
Glen More - geht bei der fertigen Version das Licht komplett an?
Aber auch Frank Czarnetzki (LudoArt) und das Duo Marco Ruskowski / Marcel Süßelbeck (Fresko) waren mit Begeisterung dabei ihr(e) Spiel(e) vorzustellen bzw. zu erklären. Darüber hinaus liefen uns auch Uwe Rosenberg (Agricola, Le Havre, …) und natürlich beim Heimspiel Heinz-Georg Thiemann (Planet Steam) über den Weg.
Fresko direkt von den Autoren erklären lassen, bei Essen spielt möglich
Die Autoren nutzten wiederum die Chance, ihre Prototypen zu testen. So konnte man doch das eine oder andere bisher nicht veröffentlichte Spiel entdecken.
z.B. dieses Exemplar, ich kann hierzu leider gar nichts sagen, …
… Lancaster - ein Prototyp von Matthias Cramer und
… Interstellar Mayhem, soll spätestens bis zur Spiel 2010 erscheinen.
Zur Abrundung des Angebotes fanden während des Tages auch noch zwei Turniere auf der Bühne des Hauptsaals statt. Als erstes stand Wizard auf dem Programm um dann später von einem Zooloretto-Turnier abgelöst zu werden. Beide Turniere waren Bestandteil der jeweiligen Turnierserie.
Wizard Turnier - hoffentlich nicht zu viele Stiche angesagt
Da selbst für mich als Blindkauf-König die LudoArt Spiele mit bis zu 149 Euro für einen Blindkauf doch zu teuer sind und der LudoArt Stand auf der Spiel immer sehr voll ist, war ich froh, dass wir auf dieser Veranstaltung drei Spiele dieses Verlages testen konnten.
leider ist Fragile schon ausverkauft
Als erstes kam ShenShi aus 2009 als 3er Partie auf den Tisch. Wie auch die anderen zwei getesteten Spiele kommt dieses im Buddhismus angesiedelte Spiel komplett ohne Glückselemente aus. Bei diesem Lauf und Schlagspiel (sehr grobe Schublade) muss man die vielfältigen Möglichkeiten genau im Auge behalten. Da der dritte Mitspieler das Spiel nicht so ganz verstanden hatte und sich dadurch eher passiv verhielt, kann ich nach der ersten Partie noch keine Einschätzung abgeben.
schönes Material, viele Möglichkeiten und noch keine erste Einschätzung
Das 2. Spiel (Taurus) kam dann als 2erPartie auf den Tisch. Hier versuchen die Spieler Weiden abzugrenzen um so möglichst punkteträchtig Rinder “einzusammeln” (verschiedene Rinderfarben, Punkte nach Gaußsche Summenformel). Das Spiel hat zwar eine sehr einfache Regel, trotzdem ergibt sich ein spannender Wettkampf um jeden kleinen Vorteil. Zusammen mit dem fast schon extrem hochwertigen Spielmaterial ergibt sich trotz des Preises eine erste kleine Kaufüberlegung.
auch ein Cowboy verliert mal (44 zu 36)
Mit White Elephant kam als letztes das Spiel der drei mit dem für mich schönsten Material auf den Tisch. Nach der ersten Partie, die ich auch nicht gewinnen konnte, hatte ich das Gefühl, dass wir die strategischen Möglichkeiten noch nicht alle entdeckt hatten. So setzten wir die schwarzen Blokadestäbe gar nicht erst ein. Vielleicht gibt es 2010 auf der Spiel nicht so viele interessante Spiele, so dass mein Budget zwei Spiele über 100 Euro “aushält”.
das kann man auch schonmal auf dem Tisch stehen lassen
Danach unterhielten wir uns mit den Autoren von Fresko über die Chancen bei der Wahl zum Spiel des Jahres, mit vier regelmäßigen Teilnehmern der Bilstein Spiele-Wochenenden über dies und das und kickerten draussen ein wenig. Danach machten wir uns zufrieden auf den Weg nach Hause.
das kann ich immer noch, beim Stand von 6:1 abgebrochen
Im Gegensatz zu Köln spielt stand bei dieser von Heinz-Georg Thiemann initierten Veranstaltung die Brett- und Kartenspiele im Vordergrund. Somit konnte ich hiermit als Spieler natürlich mehr anfangen, als mit einer über die ganze Stadt verteilten Spielzeug Veranstaltung (zu der natürlich auch Spiele gehörten).
Gerade dieser eher familiäre Charme könnte Modelcharakter für mögliche weitere Veranstaltungen in anderen Städten haben. Die Verlage können sich gar nicht so viele Veranstaltungen mit großem Aufwand leisten. Aber in dieser Form (minimale Standaufwendungen, ggf. 2-3 “Erklärbären”) könnten auch weitere Veranstaltungen für die Verlage finanzierbar sein.
ein paar Werbebanner - mehr Aufwand muss auch nicht sein
Nach meinem Eindruck wird es auch 2011 wieder ein Essen spielt geben. Ich hoffe, dass die Veranstaltung ähnlich aussieht wie in diesem Jahr. Natürlich werden auch wir wenn möglich wieder vorbei schauen. Einen Wunsch hätte ich dann doch für das kommende Jahr. Einen Verkaufsstand wo die getesteten Spiele auch sofort gekauft werden können, dass wäre für einen Süchtigen wie mich doch sehr angenehm.
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