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Bilstein März 2010 - Sonntag 28.03.2010 und ein kleines Fazit
Am Sonntag verteilt sich die Abfahrt der “Spielverrückten” von nach dem Frühstück bis ca 17:00. Da wir es nicht so weit nach Hause haben, konnten wir auch den Sonntag bist fast zum letzten Moment auskosten. Beim Frühstück hatte ich mitbekommen, daß Michael Schacht am letzten Tag noch ein paar seiner Prototypen testen wollte. Besonders spannend finde ich Protypen testen immer bei bisher verlagslosen Spielen. Dies galt für beide Spiele die ich im Laufe des Morgens testen sollte, aus diesem Grund verzichtete ich auch auf Fotos.
Beim ersten Prototypen handelte es sich um ein strategisches Aufbauspiel thematisch angesiedelt im alten Rom. Das Spiel hat mir in der 4er Partie gut gefallen. Es bietet bei einer relativ kurzen Spielzeit (unter einer Stunde) eine Reihe von strategischen Möglichkeiten. Der 2. Prototyp war ein Handelsspiel in der Südsee. Neben taktischen Erwägungen gehört zum Spiel auch ein wenig Zockermentalität. Wenn das Gedächtnis auch noch gut funktioniert um so besser. Dieser Prototyp war ganz gut, auch wenn mir der erste Prototyp bedeutend besser gefiel. Für den dritten Prototypen - Industrya, erscheint bald bei Ystari - überließ ich dann anderen das Spielbrett.
Industrya - nicht nur eine Neuauflage, enthält auch neue Elemente
Das letzte Spiel in Bilstein für uns war dann eine 3er Partie Egizia. Mir gefällt das Spiel richtig gut, viele Möglichkeiten und trotzdem (im Normalfall
) ein flüssiger Spielablauf. Zwar bin ich ein absoluter aus dem Bauch Herausspieler, bei Egizia sind die beiden letzten Partien trotzdem fast identisch abgelaufen. Die ersten 2-3 Runden nur Punkte über die Kartenrückgabe machen, dadurch mindestens bis Runde 4 immer die erste Wahl haben, um dann mit den vielen “eingesammelten” Arbeitern (inkl. Nahrung) und Steine in den letzten 2-3 Runden möglichst viel zu bauen und die Karten zu erfüllen. Auch diesmal konnte ich das Spiel relativ klar für mich entscheiden (128 zu 108 und 102 Punkte).
von meiner “Spielkunst” war selbst das Spielbrett geblendet
Dieses Bilstein Wochenende gefiel mir sehr gut, und gehört für mich zu meinen Top 5 Bilstein Wochenenden, die ich bisher mitmachen durfte. Dafür gibt es nur wenige rationale Erklärungen, da eigentlich die Voraussetzungen immer sehr gut sind. Gestört haben mich diesmal nur der Zwang zur Verabschiedung und meine extrem durchgelegene Matratze, ja ja ich weiss, mein Gewicht von einer halben Tonne ist daran Schuld.
Das Essen ist immer gut in Bilstein, diesmal gefiel es mir noch besser. Dies galt auch für die Stimmung.
An diesem Spieletreff nahmen knapp unter 30 Spieler teil, was für das März Wochenende eine gute Teilnehmerzahl ist. Dies hatte den Vorteil, dass wir im großen Saal unsere Zelte aufschlagen konnten. Da dort im November auch schon 50-60 Spieler waren, kann man sich vorstellen, dass wir genug Platz hatten.
ein Teil des Spielraums, viel Platz für (fast) jede Spielbrett Größe
Die vorhandene Spieleauswahl war ingesamt wieder sehr groß, auch wenn im Bereich sehr zeitintensive Spiele nur “harmlose” Exemplare (z.B. Through the Ages) vorhanden waren.
auch die Teilnehmer brachten reichlich Spiele mit
Aufgrund der hohen Anzahl von Nürnberg Neuheiten vor Ort, war diesmal der Anteil an nicht so zeitintensiven Partien (bis zu 1,5 Stunden) höher als sonst. Hier eine kleine Auswahl von Spielen dieser Kategorie, die ich nicht in Bilstein gespielt habe, in Bildern:
Seeland von Ravensburger
Fresco von Queen Games
Wampum von Pegasus Spiele
Arcana - deutsche Version von Pegasus Spiele
Hotel Samoa
Level X von Schmidt Spiele
und Tüüt! Tüüt!, die deutsche Version von Beep! Beep! von Pegasus
Natürlich wurden auch andere Spiele (”ältere” Spiele und “anspruchsvollere” Strategiespiele) auf den Tischen gesichtet. Auch hier eine kleine Auswahl der von mir in Bilstein nicht gespielten Vertretern:
Last train to Wensleydale
Steam Barons
Hansa Teutonica
Race for the Galaxy in der “passenden” San Juan Box
und Agricola
Insgesamt muß man sagen, dass sich der Trend aus Essen 2009 fortsetzte. Zumindestens in Bilstein gab es kein wirklich dominierendes Spiel, wie z.B. Agricola oder Dominion bei ihrem Erscheinen. In meiner Wahrnehmung habe ich Fresco am häufigsten auf den Spieltischen entdeckt. Auch scheint es bei (fast) allen Spielern gut bis sehr gut angekommen zu sein, ich freue mich auf meine erste Partie.
Überraschend war für mich die Tatsache, dass bis auf eine Partie Dominion komplett durch Abwesenheit glänzte. Ist hier der “Hype” schon vorbei oder war es einfach nur Zufall bzw. der Tatsache geschuldet, dass es so viele Neuheiten gab. Der Juli wird hier ggf. Aufschluss geben. Auch moderne Klassiker hatten es diesmal schwer. Wahrgenommen habe ich hier nur eine Partie Puerto Rico, unsere Partie Outpost und einige Partien Tichu
. Immerhin ist Bilstein bekannt für seine nächtlichen Tichu Partien.
Jedenfalls freue ich mich wieder auf unseren nächsten Bilstein Aufenthalt, und bin froh, dass uns da Samstag Nacht keine Stunde gestohlen wird.















