Willingen 2009 - Mittwoch 18.11.2009

Am Mittwoch hatte ich als erstes die Gelegenheit ein Spiel auszuprobieren, das schon länger auf meiner “Muss-ich-unbedingt-ausprobieren-Liste” stand. Das Geschicklichkeitsspiel Crokinole (entfernt verwandt mit Carrom) ist besonders in Nordamerika weit verbreitet. In Deutschland ist das Spiel relativ unbekannt, das kann aber auch am hohen Preis liegen (über 100 Euro). Wir spielten die 2×2 Teamvariante. Zusammen mit dem Halbprofi Fabian konnte ich mich doch sehr klar gegen unsere Gegner durchsetzen. Den drei Mitspielern und mir hat Crokinole sehr gut gefallen (Bewertungsrange 3 bis 4,5 Sterne; unser Bewertungsschema), vielleicht liegt ja zu Weihnachten bei uns ein rundes “Stück Holz” unter dem Weihnachtsbaum.

Geschicklichkeit ist Trumpf

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Da ich eine typische Sport-Couch-Potato bin und mir auch sehr gerne amerikanische Sportarten anschaue, hatte ich in Essen beim Titel Basket Boss blind zugegriffen. In einer 3er Partie testeten wir unsere Fähigkeiten unter dem Korb. Das Spiel fand ich absolut OK (1,5 bis 3 Sterne). Wenn ich es nicht schon hätte, würde ich es mir wahrscheinlich nicht kaufen, aber ich bereue den Kauf auch nicht. Das Thema wird nett umgesetzt und die Spielzeit ist angemessen kurz. Fabian scheiterte mit der “Bayern-Taktik”, erst möglichst viel Geld scheffeln um dann “blind” möglichst teuer alle Spieler zu kaufen. Mit seiner Truppe konnte er einfach keinen Meistertitel erringen. Knapp vor Detlef konnte ich das Spiel gewinnen (40, 39 und 31 Punkte).

mit Dirk Schrempf (kein Fehler) im Team, musste es doch klappen

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In der selben Besetzung versuchten wir uns dann an einer Kartenversion eines Knizia Klassikers. Im Gegensatz zu Samurai wird es die Kartenversion sehr wahrscheinlich nicht in die Top 100 von BGG schaffen, denn bei uns kam das Spiel nicht gut an (meine Bewertungsrange 0,5 bis 2 Sterne). Dafür muss sich zumindestens bei mir ein Spiel schon wirklich anstrengen. :-) Die Partie hatte keinen Spannungsbogen, irgendwie spielten wir ein wenig lustlos vor uns hin und plötzlich gab es einen Gewinner (Fabian). Das Spiel funktioniert aber zumindestens uns hat es keinen Spass gemacht.

für mich definitiv kein Kauf, und das heißt was

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Als nächstes kam mit Hansa Teutonica ein mir sehr gut bekanntes Spiel auf den Tisch. Da ich der einzige war, der es kannte, erklärte ich es den anderen drei (mit Uwe war ein neuer Mitspieler an den Tisch gekommen). Die anderen Spieler schlugen sich in ihrer Partie sehr gut. Ich dagegen mußte mich erstmal an die neue Grafik gewöhnen, da ich bisher immer nur den Prototypen gespielt hatte. Nach einer sehr engen Partie konnte Detlef knapp vor mir gewinnen (47, 46, 41 und 34 Punkte).

meine erste Partie des fertigen Spiels

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Wieder zu dritt (diesmal mit Detlef und Jürgen) spielten wir dann ein wenig mit der Eisenbahn. In diesem Jahr kam mit Steam eine überarbeitete Version von Age of Steam heraus. Die Veränderungen im Grundspiel haben den Spielablauf ein wenig gestrafft, verkürzen so etwas die Spielzeit und vereinfachen insgesamt den Einstieg. So wird z.B. nicht mehr um den Startspieler geboten, sondern die gewählte Aktion eine Runde zuvor bestimmt die Spielerreihenfolge automatisch in der aktuellen Runde. Die Partie selber lief für mich ganz locker ab. Jürgen und Detlef behinderten sich gegenseitig und ließen mich in Ruhe zum Sieg “puzzeln” (74, 61 und 56 Punkte). Die Veränderungen (z.B. neue Güter bei Warennachschub/Urbanisierung bedingt auswählbar) und die neue Grafik gefallen mir sehr gut, so dass sich auch diese Version ggf. bald in meinem Spieleolymp wiederfindet (Bewertungsrange 4 bis 5 Sterne). Steam das bessere Age of Steam?

blau durfte ungestört bauen

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Das nächste Spiel ist ein absoluter Abräumer von 2007. Neu hierzu gibt es jetzt die erste große Erweiterung - Agricola: Die Moorbauern. In einer 5er Partie stellten wir uns den neuen Herausforderungen (Moor- und Waldflächen, benötigte Brennwerte, neue Karten etc.). Wie so oft bei Agricola lief bei mir die Partie sehr wechselhaft. In der Mitte der Partie hatte ich mich schon emotional auf dem letzten Platz einzementiert, doch dann war das Ende für mich sehr überraschend. Hinter Kerstin konnte ich mir den 2. Platz sichern (33, 31, 30, 24 und 16 Punkte). Ob diese Erweiterung für mich wirklich ein Zugewinn ist, oder aber eines der besten Spiele der letzten Jahre für meinen Geschmack unnötig aufbläht, müssen weitere Partien aufklären (Bewertungsrange 3,5 bis 5 Sterne).

Moor oder nicht Moor, dass ist hier die Frage

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Zwischendurch stellten sich Fabian und der kleine Steinschubser der Revanche bei Crokinole. Diesmal spielte das Damenteam (Kerstin und Dany) von Anfang an sehr konzentriert. Die Führung in den vier Runden ging hin und her. Zum Schluss hatten wir jedoch das Nachsehen. Egal wir hatten die erste Partie mit größerem Abstand gewonnen. OK das ist ein bißchen kindisch, aber egal, man(n) braucht immer eine Ausrede, bzw. es ist eine Kunst eine Niederlage in einen Sieg zu reden (Politiker haben in dieser Disziplin das höchste Level erreicht :-) ).

Tagessieg trotz Niederlage :-)

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Da Mein Name ist Hase Elch nicht besonders teuer war und auch von Vlaada stammt, hatte ich es im Bundle mit den beiden anderen Neuheiten von CGE gekauft. Zu sechst, nein zu fünft (Jürgen wollte sich das nicht antun) stellten wir uns diesem Spiel. Ich habe kein Problem mich bei einem Spiel zum Affen zu machen, dann möchte ich aber auch Spass dabei haben, und den hatte keiner von uns. Für die nächste Partie heißt es für mich nicht 3-6 Spieler sondern 3-6 Promille, aber vielleicht tut es ja nur beim erstenmal weh (Bewertungsrange 0 bis 1,5 Sterne). Das Spiel wurde auch gewonnen, ich weiss nur nicht mehr von wem.

unsere Gesichter erspare ich dem Leser

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Danach spielten wir noch zwei richtig gute Absacker. Bei Dixit waren wieder die Einwortchampions unterwegs :-). Diesmal ließ uns Fabian keine Chance und konnte sich mit 18 Punkten durchsetzen. Das letzte Spiel des Abends war dann mal wieder Tumblin-Dice in voller Besetzung als 6er Partie. Diesmal war es richtig knapp. Jürgen konnte sich vor Dany und mir durchsetzen (207, 205, 199, 177, 120 und 109).

Dixi(t) - viel besser als sein Name

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