Archive für 29.6.2009

Dominion Spiel des Jahres 2009

Da lag Klaus mit seinem Tipp ja nur knapp daneben, immerhin wurde der erste Verlierer in seiner Einschätzung der Gewinner. Auch ich hatte vor der Bekanntgabe im Hinblick auf die Zielsetzung der Jury auf Fits getippt, auch wenn mir die Qualität des Materials und die geringe Anzahl an Aufgaben nicht wirklich zusagte. Für viele Spieler (inkl. meiner einer) ist Dominion sicherlich ein absolut würdiger Titelträger, der sicherlich zu den anspruchsvolleren Vertretern der letzten Jahre gehört.

Die Jury beweist dieses Jahr viel Mut mit den Nominierungen und der endgültigen Wahl des Titelträgers. Hoffentlich wird dieser Mut belohnt und Dominion wird nicht ein weiteres Opfer der Pisa-Studie. :-) Ich würde mich freuen, wenn Dominion die Kraft hätte, Siedler/Carcassonne - Like breitere Schichten für ein wenig anspruchsvollere Spiele zu begeistern. Zur Zeit findet man im Verhälnis zu den Verkaufzahlen am häufigsten von den Titelträgern die beiden wahrscheinlich anspruchsvollsten Spiele des Jahres (Tikal und El Grande) auf dem Trödelmarkt - eigene Erhebung :-) , hoffentlich löst Dominion diese nicht in den nächsten Jahren ab.

Fits - Spiel des Jahres 2009

In wenigen Stunden ist es soweit. Die Diskussionen, was denn nun Spiel des Jahres 2009 wird, verstummen langsam und umso schneller verschaffen sich die Auseinandersetzung, ob dies nun eine gute Wahl ist, Gehör. Damit ich das Treiben in aller Ruhe verfolgen kann, verfasse ich jetzt schon meinen Kommentar, einen vorlauten Nachruf auf die Entscheidung der Jury.

Herzlichen Glückwunsch Herr Knizia zur Titelverteidung. Sie war umkämpft, aber auf der Zielgeraden haben Sie doch wieder alle abgehängt.  All die Jahre übergangen, aber jetzt haben Sie den Dreh raus. It just fits.

Wie kam es zu dieser Wahl?

Wie erwartet fand ein Vertreter der kooperativen Spiele, der optimale für diesen Preis - Pandemie, Eingang auf die Nominiertenliste, wobei bei der Schwemme an Sonderpreisen auch gleich noch einer für das Beste Kooperative Spiel hätte verliehen werden können. Dass ihm höhere Weihen verwehrt blieben, ist nicht überraschend. Man hätte dadurch natürlich sehr gut einen besonderen Typus von Spiel hervorheben können, aber da sich das Spiel des Jahres quasi pandemisch verbreiten soll, kränkelten diese Überlegungen doch schnell an ihren Nebenwirkungen: Eine für die weniger häufig spielende Zielgruppe aufwändiger zu erarbeitende Regel und ein völlig anderer Spielmechanismus hätten die Käufer überfordert.

Für mich doch etwas überraschend (aber das Schachtelformat passt so gut :-) ) gelangte auch Finca auf die Nominiertenliste. Es ist ein wirklich gelungenes Spiel und das Windmühlenrad stellt einen sehr erfrischenden und einfach zugänglichen Mechanismus dar. Es fehlt aber irgendwie das Besondere. Und zusätzlich ist es doch etwas trocken und rechenlastig und wird durch die Sonderaktionen noch etwas verkompliziert. So wäre Finca eine langweilige Wahl gewesen.

Als nächstes musste sich - tut mir Leid Friedemann Friese - Fauna von der Kandidatenliste verabschieden. Ja, ich gebe auch gerne zu, dass es fast alles hat, was ein Spiel des Jahres ausmacht. Es ist leicht zugänglich, macht nach vielen, vielen Partien immernoch jede Menge Spaß, es hätte sogar Wissen vermittelt, nur mit dem Schätzen von Gewicht und verschiedenen Längen hätte man selbst Jugendliche mit 10 Jahren noch etwas überfordert. So musste sich Fauna mit dem tierisch guten dritten Platz begnügen.

Der erste Verlierer war somit Dominion. Es wäre doch eine zu gewagte Entscheidung gewesen. Ganz klar hätte es den dominierend größeren Teil der Spiel des Jahres Käuferschicht überfordert. Auch wenn die Regeln prinzipiell kurz und einfach sind, kämen damit Großmütter und ihre Enkelinnen aufgrund des völlig untypischen Spielablaufs und der großen Masse an sehr unterschiedlichen Aktionskarten nicht zurecht. Es wäre ein (zu) mutiger Versuch gewesen, Dominion trotzdem zum Spiel des Jahres zu küren. Denn in seiner bis heute noch kurzen Karriere hat es sehr viele Menschen in seinen Bann geschlagen. Die berechtigte Frage muss unbeantwortet bleiben: Könnte Dominion mehr Menschen nachhaltiger zum Spielen bringen (wie einst ein Siedler) als Fits? Letzteres ist sicherlich das zugänglichere Spiel für die breite Masse, der man das Kulturgut Spiel auf diese Weise schmackhaft machen kann. Und so gibt es auch eine größere Zahl an Menschen, die über Spiele reden, da sie mitreden können. Dominion wird dennoch seine Wirkung nicht verfehlen, dafür werden die begeisterten Vielspieler schon sorgen.

So ist Fits in meinen Augen zu Recht Spiel des Jahres 2009 geworden. Alle lieben Knobelaufgaben (wie Sudoku), sehr viele schätzen Puzzlespiele (wie Ubongo) und nur wenigen ist die wachsende Zahl an Solitärspielen bekannt. All das vereint Fits in einer gelungenen und durch seine Tetris Verwandtschaft fast süchtig machenden Art und Weise . Zusätzlich bietet es noch sehr viel Raum für zukünftige Erweiterungen in seiner Schachtet, hilft also Platz sparen für weitere Titel der Nominiertenliste. Denn diese war in diesem Jahr so gut besetzt, dass jedes einzelne Spiel der Liste die Begeisterung für Brettspiele entfachen kann. Getreu dem Motto: Die Spiel des Jahres Kandidaten spielen geht immer….

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