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Friends
Klaus Wochenrückblick
Das neue Spielböxchen ganz groß und
eine Messe, die so sein will.
Die Spielbox erhöht ihre Erscheinungshäufigkeit auf sieben Nummern im Jahr und auch das Spielböxchen erhöht den Erscheinungsrhythmus: Neuerdings gibt es nicht nur eine Ausgabe zu den Essener Spieletagen, sondern auch im Frühjahr, dieses Jahr passend kurz vor Ostern.
Beachtlich ist vor allem auch die Auflagenzahl: 80.000 Stück werden kostenlos u.a. in Spieleläden verteilt. Dies ist in meinen Augen eine sehr glückliche Entscheidung für das Gesellschaftsspiel, denn besonders in der Kindheit kann die Begeisterung für das gemeinsame Spielen geweckt werden. Für Verlage dürfte dies auch ein hervorragender Werbeplatz sein. Denn Eltern, die das kleine Heftchen mitnehmen und ein wenig darin schmökern, finden darin Rezensionen und Werbung für viel versprechenden Geschenkmöglichkeiten für ihre Kleinen. So sind zwar bereits in der Spielbox oder in der Spielerei veröffentlichte Rezensionen enthalten, aber auch Berichte zu Neuerscheinungen wie dem magischen Labyrinth, Kimaloe oder zu Spielen aus kaum bekannten Verlagen sind vertreten. Ein Bericht über Kai Haferkamp und FamilyGames runden dieses auch für uns erwachsene Vielspieler sehr interessante Heft ab. Für letztere ist das Spiel Nr. 3 der Edition Spielböxchen (Biathlon von J.P.K. Grunau) dafür keinesfalls gedacht. Es ist ein stark Glück abhängiges, Würfel gesteuertes Laufspiel, das für die Kleinen unter Anleitung der Großen gedacht ist.
Am Dienstag fand wieder der wöchentliche Argentum Spieleabend statt. Ein noch nicht ausprobierter Prototyp eines nicht unbekannten Belgiers kam auf den Tisch. Das verwendete Thema ist keinesfalls Familien tauglich und so stellte sich in einer Diskussion auch die entscheidende Frage, mit welchem Thema dieses Spiel überhaupt Veröffentlichungschancen hätte. Da es ein weiteres Spiel der Art durch-Gänge-hetzen-seine-Fähigkeiten-aufmöbeln-und-Monster-verhauen ist, ohne große Neuerungen, wäre es in dieser Form für das entsprechende Zielpublikum uninteressant. Ich selber musste feststellen, dass ich Spiele wie Descent und Co. nicht kenne und dass es deshalb für mich schwer ist, die Marktchancen und Verbesserungsmöglichkeiten richtig einzuschätzen. Wirklich neu wäre dieser Mechanismus nur, wenn dem Spiel ein geeignetes, Familien taugliches Thema verpasst werden könnte, denn für dieses Zielpublikum wäre der Mechanismus dann doch unverbraucht.
Ab Donnerstag war ich für Asmodee auf der RPC in Köln im Einsatz. Am Donnerstag bauten wir den Stand auf, von Freitag bis Sonntag lief die Messe.
Guido und Stefan von Asmodee hatten ein buntes Packet an Spielen mit, eine Mischung aus Neuheiten und dem Zielpublikum der Messe (Rollenspiel- und Fantasyfans) geschuldete Spiele. Eines der besonders gefragten Spiele war Ghost Stories. Wenn wundert es, wenn man dieses Photo sieht.
Dies ist das 3D-Modell, das speziell zu Promozwecken auf Messen eingesetzt wird. Es ist wirklich ein Hingucker, der seinen Zweck perfekt erfüllt, denn viele Besucher bleiben deswegen stehen und wollen weitere Infos zu dem Spiel. Da das Spiel selbst auch richtig gut und vor allem fordernd ist (in meinen Augen das Spiel, das die Kooperation zwischen den Spielern am meisten verlangt), spielten sehr viele gleich eine ganze Partie. Wenn man ihnen dann die Verkaufsversion zeigt, sind die Spieler nicht selten etwas enttäuscht, dass nur Pappplättchen im Spiel sind. Dafür ist die Verkaufsversion deutlich übersichtlicher.
Das zweite Highlight am Asmodeestand war die Neuheit Small World. In den Spieleläden geht es zurzeit weg wie warme Semmeln und auch auf der Messe konnte ich feststellen, dass Days of Wonder mit dieser Neuheit ein großer Wurf geglückt ist. Es wurde ja auch wieder Zeit ;-).
Ein drittes immer wieder ausprobiertes Spiel war Okko, das gerade in einer Deutschen Ausgabe erschienen ist. Auch für dieses Spiel gab es eindrucksvolle 3D-Miniaturen, die natürlich ein Blickfang waren.
Desweiteren wurde Age of Empires III, Dungeon Twister und Dice Town gespielt.
Am Freitag war recht wenig los auf der Messe. Auf meinem Heimweg machte ich noch einen Zwischenstopp in der Spielelupe. Thomas und Co waren ja nicht da, sie weilten in Bilstein und hatten dort viel Spaß (s. Thomas Bericht). Dennoch war der Spieleabend mit 14 Spielern gut besucht.
Es waren auch vier Neulinge dabei, die am Finale der Deutschen Brettspielmeisterschaft teilnehmen und deshalb die vier Finalspiele trainierten. Ich stellte Dice Town und MOW vor, merkte danach aber, dass ich etwas geschafft war und brach deshalb bereits um 22:30 endgültigen nach Hause auf.
Der nächste Tag begann für mich zunächst von 10:00 bis 18:00 mit dem zweiten Messetag (Es tat sich nun deutlich mehr als am Vortag, was auch notwendig war), am Heimweg übernahm ich noch im Spielbrett die letzten 1 ½ Stunden des dort jeden ersten Samstag im Monat stattfindenden Spielenachmittags. Dice Town und Small World standen noch am Programm.
Am Sonntag gab es nochmals acht Stunden Messe. Im Anschluss half ich noch den Messestand abzubauen.
Das Gesamturteil über die Messe war durchwachsen. Nachdem am letzten Veranstaltungsort in Münster 20.000 Besucher geschätzt worden waren, wechselte man in die größere Lokalität nach Köln. Mit 50.000 Besuchern hatten die Veranstalter gerechnet, die aber nach meiner Schätzung nicht erreicht wurden.
Vor dem Aufbauen des Standes musste man die schwere Aufgabe bewältigen, wo der eigene Stand überhaupt zu finden ist. Man hatte im Vorfeld keine Positionswünsche anmelden können und ohne Hallenplan war es unmöglich, die Fläche des eigenen Standes ausfindig zu machen. Auch war die Verteilung der Stände ungünstig, zu wenig nach Interessensgebieten sortiert. Es ist also für die RPC in Köln noch ausreichend Luft nach oben vorhanden.
