Archive für 8.4.2009

Klaus Wochenrückblick


Das neue Spielböxchen ganz groß und

eine Messe, die so sein will.

 

Die Spielbox erhöht ihre Erscheinungshäufigkeit auf sieben Nummern im Jahr und auch das Spielböxchen erhöht den Erscheinungsrhythmus: Neuerdings gibt es nicht nur eine Ausgabe zu den Essener Spieletagen, sondern auch im Frühjahr, dieses Jahr passend kurz vor Ostern.

 

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Beachtlich ist vor allem auch die Auflagenzahl: 80.000 Stück werden kostenlos u.a. in Spieleläden verteilt. Dies ist in meinen Augen eine sehr glückliche Entscheidung für das Gesellschaftsspiel, denn besonders in der Kindheit kann die Begeisterung für das gemeinsame Spielen geweckt werden. Für Verlage dürfte dies auch ein hervorragender Werbeplatz sein. Denn Eltern, die das kleine Heftchen mitnehmen und ein wenig darin schmökern, finden darin Rezensionen und Werbung für viel versprechenden Geschenkmöglichkeiten für ihre Kleinen. So sind zwar bereits in der Spielbox oder in der Spielerei veröffentlichte Rezensionen enthalten, aber auch Berichte zu Neuerscheinungen wie dem magischen Labyrinth, Kimaloe oder zu Spielen aus kaum bekannten Verlagen sind vertreten. Ein Bericht über Kai Haferkamp und FamilyGames runden dieses auch für uns erwachsene Vielspieler sehr interessante Heft ab. Für letztere ist das Spiel Nr. 3 der Edition Spielböxchen (Biathlon von J.P.K. Grunau) dafür keinesfalls gedacht. Es ist ein stark Glück abhängiges, Würfel gesteuertes Laufspiel, das für die Kleinen unter Anleitung der Großen gedacht ist.

 

Am Dienstag fand wieder der wöchentliche Argentum Spieleabend statt. Ein noch nicht ausprobierter Prototyp eines nicht unbekannten Belgiers kam auf den Tisch. Das verwendete Thema ist keinesfalls Familien tauglich und so stellte sich in einer Diskussion auch die entscheidende Frage, mit welchem Thema dieses Spiel überhaupt Veröffentlichungschancen hätte. Da es ein weiteres Spiel der Art durch-Gänge-hetzen-seine-Fähigkeiten-aufmöbeln-und-Monster-verhauen ist, ohne große Neuerungen, wäre es in dieser Form für das entsprechende Zielpublikum uninteressant. Ich selber musste feststellen, dass ich Spiele wie Descent und Co. nicht kenne und dass es deshalb für mich schwer ist, die Marktchancen und Verbesserungsmöglichkeiten richtig einzuschätzen. Wirklich neu wäre dieser Mechanismus nur, wenn dem Spiel ein geeignetes, Familien taugliches Thema verpasst werden könnte, denn für dieses Zielpublikum wäre der Mechanismus dann doch unverbraucht.

 

Ab Donnerstag war ich für Asmodee auf der RPC in Köln im Einsatz. Am Donnerstag bauten wir den Stand auf, von Freitag bis Sonntag lief die Messe.

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Guido und Stefan von Asmodee hatten ein buntes Packet an Spielen mit, eine Mischung aus Neuheiten und dem Zielpublikum der Messe (Rollenspiel- und Fantasyfans) geschuldete Spiele. Eines der besonders gefragten Spiele war Ghost Stories. Wenn wundert es, wenn man dieses Photo sieht.

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Dies ist das 3D-Modell, das speziell zu Promozwecken auf Messen eingesetzt wird. Es ist wirklich ein Hingucker, der seinen Zweck perfekt erfüllt, denn viele Besucher bleiben deswegen stehen und wollen weitere Infos zu dem Spiel. Da das Spiel selbst auch richtig gut und vor allem fordernd ist (in meinen Augen das Spiel, das die Kooperation zwischen den Spielern am meisten verlangt), spielten sehr viele gleich eine ganze Partie. Wenn man ihnen dann die Verkaufsversion zeigt, sind die Spieler nicht selten etwas enttäuscht, dass nur Pappplättchen im Spiel sind. Dafür ist die Verkaufsversion deutlich übersichtlicher.

 

Das zweite Highlight am Asmodeestand war die Neuheit Small World. In den Spieleläden geht es zurzeit weg wie warme Semmeln und auch auf der Messe konnte ich feststellen, dass Days of Wonder mit dieser Neuheit ein großer Wurf geglückt ist. Es wurde ja auch wieder Zeit ;-).

Ein drittes immer wieder ausprobiertes Spiel war Okko, das gerade in einer Deutschen Ausgabe erschienen ist. Auch für dieses Spiel gab es eindrucksvolle 3D-Miniaturen, die natürlich ein Blickfang waren.

Desweiteren wurde Age of Empires III, Dungeon Twister und Dice Town gespielt.

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Am Freitag war recht wenig los auf der Messe. Auf meinem Heimweg machte ich noch einen Zwischenstopp in der Spielelupe. Thomas und Co waren ja nicht da, sie weilten in Bilstein und hatten dort viel Spaß (s. Thomas Bericht). Dennoch war der Spieleabend mit 14 Spielern gut besucht.

Es waren auch vier Neulinge dabei, die am Finale der Deutschen Brettspielmeisterschaft teilnehmen und deshalb die vier Finalspiele trainierten. Ich stellte Dice Town und MOW vor, merkte danach aber, dass ich etwas geschafft war und brach deshalb bereits um 22:30 endgültigen nach Hause auf.

 

Der nächste Tag begann für mich zunächst von 10:00 bis 18:00 mit dem zweiten Messetag (Es tat sich nun deutlich mehr als am Vortag, was auch notwendig war), am Heimweg übernahm ich noch im Spielbrett die letzten 1 ½ Stunden des dort jeden ersten Samstag im Monat stattfindenden Spielenachmittags. Dice Town und Small World standen noch am Programm.

Am Sonntag gab es nochmals acht Stunden Messe. Im Anschluss half ich noch den Messestand abzubauen.

 

Das Gesamturteil über die Messe war durchwachsen. Nachdem am letzten Veranstaltungsort in Münster 20.000 Besucher geschätzt worden waren, wechselte man in die größere Lokalität nach Köln. Mit 50.000 Besuchern hatten die Veranstalter gerechnet, die aber nach meiner Schätzung nicht erreicht wurden.

Vor dem Aufbauen des Standes musste man die schwere Aufgabe bewältigen, wo der eigene Stand überhaupt zu finden ist. Man hatte im Vorfeld keine Positionswünsche anmelden können und ohne Hallenplan war es unmöglich, die Fläche des eigenen Standes ausfindig zu machen. Auch war die Verteilung der Stände ungünstig, zu wenig nach Interessensgebieten sortiert. Es ist also für die RPC in Köln noch ausreichend Luft nach oben vorhanden.

 

Bilstein April 2009 - 1. Tag

Der erste Termin im Jahr ist in Bilstein immer ein nettes Treffen in kleinerer Runde, dagegen war die Anzahl der vorhandenen Spiele wieder einmal exorbitant. So trafen bis Samstag insgesamt 19 Spieler ein, die sich besonders den Neuheiten aus Nürnberg widmeten. Da Dany diesmal am Donnerstag noch arbeiten musste, reiste ich per Bahn an. Dies muss man nicht unbedingt von Leverkusen aus haben (dauert gute zwei Stunden), aber zur Not ist es absolut OK.

nur ein kleiner Teil der Spieleauswahl

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Da diesmal bereits mehrere Spieler am frühen Nachmittag eintrudelten, startete Bilstein direkt mit zwei Tischen in das Spielewochenende. Mein erstes Spiel war ein Alea Iacta Est als 4er Partie. Da keiner das Spiel kannte, mussten wir uns die Regel selber erarbeiten (einer liest, die anderen verstehen :-) ). Obwohl es sich hier um ein Würfelspiel handelt, war die Hürde Regel gar nicht so einfach hinter sich zu lassen. Als erster Eindruck fand ich das Spiel eigentlich nett, aber für ein Alea Spiel war ich eher etwas enttäuscht. Es sollte aber nicht die einzige Partie dieses Spiels von mir in Bilstein bleiben.

Alea Iacta Est: in der ersten Runde

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Mit eine Frage der Ähre kam dann ein Spiel auf den Tisch, das ich bereits als 2er mit Klaus gespielt hatte und somit auch erklären durfte. Da ich in der 2er Partie komplett ohne Farm gewinnen konnte, probierte ich es nun auch in einer 5er Partie aus. Peter gewann das Spiel mit 101 Punkten. Tja, ich weiss zumindestens jetzt, dass es ohne Farmen in Mehrspielerpartien schwer wird zu gewinnen. Ich wurde mit 82 Punkten Letzter. :-) Das Spiel macht Spass, es bietet Platz für Taktiken, spielt sich im Normalfall flott ohne allzulange Wartezeiten, und bietet qualitativ gutes und ansehnliches Spielmaterial.

Eine Frage der Ähre - wohl auch für Familien geeignet

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Kurz vor dem Abendessen fanden wir in Würfel Express ein relativ schnelles Spiel mit (Überraschung :-) ) Würfeln. Im Gegensatz zu den ersten beiden Spielen konnte ich mit diesem Würfel Rennen gar nichts anfangen. Das Spiel funktioniert, das Spielmaterial und der Mechanismus führen jedoch zu einem sehr fingerspitzenfordernden Wertungsmechanismus, der mich einfach nur nervte.

nichts für mich

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Direkt nach dem Essen kam mit Dice Town ein weiteres neues Würfelspiel aus Nürnberg auf den Tisch. Ich war froh, das es sich hier um ein für mich spassiges Würfelspiel mit Anleihen beim Pokern handelte. Dice Town von Matagot ist ein nettes Zockerspiel mit hohem Glücksanteil, das aber auch taktische Möglichkeiten bietet. In unserer Runde kam es jedenfalls ganz gut an.

Zocken im Western Style

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Nach den ganzen Neuheiten kam mit Fauna fast schon ein alter Bekannter als 5er auf den Tisch. Dieses Schätzspiel macht mir immer wieder Spass. Da ich aufgrund eines Telefonagesprächs erst ein paar Tiere später einstieg, hatte ich mit dem Sieg, den sich Gaby sichern konnte, nichts zu tun.

Uneinigkeit beim Gewicht :-)

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Gespannt war ich auf das neue Ystari Spiel - Bombay. Dieses neue “Y” ist ein nettes taktisches Spiel mit tollen Plastikelefanten. Die Spieler reisen durch die Gegend und sammeln Rohstoffe, die entweder verkauft oder eingesetzt werden. Sicherlich hat Ystari nach meinem Geschmack schon bedeutend bessere Spiele herausgebracht (Caylus, Metropolys oder Yspahan), trotzdem ist Bombay für mich keine Enttäuschung.

Bombay - ich musste es mir nicht schön trinken :-)

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Da wir in Bilstein immer sehr offen für alle Spiele sind, kam als nächstes Wendy im Galopp als 4er auf den Tisch. Da Andre auch noch seinen Laptop dabei hatte, konnten wir parallel das beiliegende Wendy Hörspiel “geniessen”. Das Spiel funktioniert, als erwachsener Mann (OK, fast) gehöre ich wohl nicht zur Zielgruppe dieses Spiels. So haben wir uns mehr über als mit dem Spiel amüsiert.

Wendy im Galopp - es bleibt wohl bei dem einen Mal :-)

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Als letztes Spiel des Tages kam mit Fits ein neues Knizia Spiel auf den Tisch. Dieses an Tetris angelehnte Spiel ist für mich zwar keine spielerische Offenbarung, aber ich würde es immer wieder mitspielen und vielleicht bei Wenigspielern auch mal vorschlagen. Wenn die Jury wieder ein relativ einfaches Spiel für den Titel Spiel des Jahres sucht, könnte es vielleicht sogar zu einer Titelverteidigung von Herrn Knizia kommen.

Tetris goes Brettspiel

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