Archive für März 2009

Spielekritik - 24/7 The Game

Gute Starter-/Absacker-/Überbrücker-Spiele zeichnen sich nicht nur durch eine kurze Spielzeit aus, auch der Spielspass sollte nicht zu kurz kommen. 24/7 von Sunriver Games ist mit seinen 20-30 Minuten Spielzeit sehr gut geeignet eine solche Rolle einzunehmen, wie sieht es aber mit der Qualität des Spiels aus?

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Spielewoche 23.-29.03.2009


1 Woche

3 Verlage

und noch mehr Spiele

 

Die letzte war eine gute Woche. So viele verschiedene Anknüpfungspunkte ans Spielen innerhalb von sieben Tagen hatte ich schon lange nicht. Aber es darf gerne Normalität werden.

Den Startschuss gab ein Besuch von Stefan Glaubitz von Asmodee. Er macht gerade eine Tour durch Norddeutschland und besuchte am Montag ein paar Spieleläden und einen Spielclub in Köln. Da ich hie und da für Asmodee als Supporter arbeite (demnächst auf der RPC in Köln, man kann mich am Stand 10.2.2. besuchen kommen), nutzten wir seinen Stopp in Köln für ein Treffen. Neben Schwätzen über die Spielebranche standen natürlich die Neuheiten im Mittelpunkt. Bombay verlockte vom Material her sehr zu einer Partie, aber dieses blieb schlussendlich wie auch Bakong an diesem Abend ungespielt.

 

Zunächst wagten wir uns nach Dice Town, der Neuheit von Bruno Cathala und Ludovic Maublanc (die zusammen bereits Kleopatra bei DoW veröffentlicht haben), erschienen bei Matagot. Dice Town stand von Anfang an nicht auf meiner Rechnung und auch in Nürnberg hatte es nicht mein Interesse geweckt. Dies änderte sich aber radikal nach einer ersten Partie. Im weiteren Verlauf des Abends griffen wir sogar ein weiteres Mal zu den Colts, ähm nein, den Würfelbechern. Warum? Weil Dice Town trotz inzwischen verzichtbarer Pokerthematik eine sehr runde und unterhaltsame Angelegenheit ist.

 

Jeder Spieler hat 5 Würfel. Alle würfeln gleichzeitig und schauen sich ihr Ergebnis verdeckt unter einem Würfelbecher an. Einen Würfel herauslegen (was zunächst bedeutet, unter dem Becher lassen; die Würfel, die man erneut werfen möchte, nimmt man in die Hände) kostet nichts, jeder weiterer Würfel, den man behalten möchte, kostet jeweils ein Dollar, ebenso der Beschluss, alle Würfel nochmals werfen zu wollen. Wenn ein Spieler alle seine Würfel herausgelegt hat, haben alle anderen einen letzten Wurf. Dann wird abgerechnet. Wer die meisten 9er herausgelegt hat, bekommt entsprechend der Würfelzahl Goldnuggets (jeweils ein Siegpunkt wert und wenn alle verteilt sind, bedingen sie das Spielende). Für die meisten 10er bekommt man das Geld, was in der Runde zuvor für Würfel ausgegeben wurde. Wer die meisten Jungen vorweisen kann, darf entsprechend ihrer Anzahl Sonderkarten ziehen und eine davon behalten. Diese bringen Siegpunkte und bieten Zusatzaktionen bei den einzelnen Auswertungen der Würfel. Mit den meisten Damen darf man entsprechend ihrer erwürfelten Zahl Karten bei einem Mitspieler ziehen und eine behalten. Wer die meisten Könige hat, wird neuer Startspieler. Dies ist aus zweierlei Gründen lukrativ: Wenn der Startspieler bei einem Mehrheitengleichstand beteiligt ist, darf er die Aktion ausführen oder bei jeglichem Mehrheitengleichstand demjenigen die Aktion gewähren, wer mehr bietet (Nuggets, Dollar, Karten). Bei Spielende ist die Startspielerkarte zusätzlich 5 Siegpunkte wert. Wer das Beste Blatt zu bieten hat, darf sich eine Claim-Karte nehmen, für jedes herausgelegte Ass eine weitere (max. drei). Claim-Karten bringen ebenfalls Siegpunkte (Und sind diese aufgebraucht, endet ebenfalls das Spiel.). Sollte jemand leer ausgegangen sein, darf er nun eine Sonderaktion durchführen. Und schon beginnt die nächst Runde.

 

Matagot hat mit diesem Titel einen weiteren großen Wurf im Programm (der hoffentlich nicht so schnell verramscht wird). Es geht zwar simpel darum, die meisten Siegpunkte zu sammeln, aber für die Erfüllung dieser Aufgabe stehen mehrere Wege offen. Natürlich ist es sehr verlockend, mit möglichst wenigen Würfeln möglichst viele Mehrheiten zu erreichen und somit möglichst viele Aktionen ausführen zu dürfen, aber das werden die Mitspieler meist zu verhindern wissen. Durch das schrittweise herauslegen der Würfel kann man Pläne der Mitspieler erahnen, diese vielleicht durchkreuzen oder zumindest selbst doch auf einen anderen Plan umschwenken. Lukrative Siegpunktkarten in den Händen der Mitspieler kann man durch Damen abwerben, man sollte nie zu wenig Geld haben, denn ansonsten ist man dem Würfelglück fast hilflos ausgeliefert und das Spielende kann man über zwei Elemente beeinflussen. Dice Town lässt sich flott spielen, bietet viele beeinflussbare Stellschrauben und Möglichkeiten, seine Mitspieler zu ärgern. Mein Gesamteindruck: Ein sehr unterhaltsames taktisches Würfelspiel, das für mich eindeutig Chancen auf die Nominierungsliste hat.

 

Eine weitere positive Überraschung ist für mich Small World. Die Überarbeitung hat dem Spiel richtig gut getan. Das ungewöhnliche und unverbrauchte Grundprinzip funktioniert immer noch hervorragend und ist ausgesprochen reizvoll. Days of Wonder hat dieses Spiel mal wieder traumhaft ausgestattet, das Material ist eine wahre Freude für die Augen (bis auf die Tatsache, dass man die untergehenden Völker nicht so gut unterscheiden kann). Viel wichtiger noch: Die Spielanleitung hat nun ihren Namen verdient, fast alles ist sehr sauber formuliert und es erfolgte eine hervorragende Entschlackung. Beispielsweise wurde darauf verzichtet, dass das eigene aktive Reich immer zusammenhängend bleiben muss oder dass ein eigenes untergehendes und ein eigenes aktives Volk nicht aneinander angrenzen dürfen. Aber vor allem die Festlegung auf acht bis zehn Runden tut dem Spiel sehr gut. Das Spiel wird überschaubarer, flotter und der Wiederspielreiz steigt dadurch deutlich. Days of Wonder findet zurück auf seine Erfolgsspur. Das Spiel ist absolut sein Geld wert!

 

Und zum Abschluss lernte ich noch ein neues Absacker Highlight kennen: MOW, erschienen bei Hurrican (Mr. Jack), erfunden von Bruno Cathala. Die Gestaltung der Kuhkarten ist genial, der Spielmechanismus einfach und sehr spaßig. Auf der Weide tummeln sich Kuhkarten mit Werten von 1-15, die teilweise mehrmals vorkommen. Wer an der reihe ist, muss eine seiner fünf Handkarten ausspielen. Dazu legt man eine Kuhkarte an die ausliegende Reihe an. Der Wert der Kühe nimmt zur einen Seite hin ab, zur anderen zu. Wenn beispielsweise eine vier und eine elf ausliegen, kann man nur noch einen Wert kleiner als vier oder größer als elf ausspielen, dazwischengeschoben kann nichts werden (Ausnahmen bilden vier Sonderkarten). Kann oder will man keine Karte ausspielen, so muss man alle ausliegenden Karten einsammeln und verdeckt vor sich ablegen. Das ist jedoch unerfreulich, denn auf den Kuhkarten sind 0 bis 7 Fliegen abgebildet und jede Fliege ist in der Endabrechnung ein Minuspunkt. MOW ist besser als Uno und hat dessen Breitenpotential. Es ist definitiv mein neuer Stern am Absackerhimmel (Pingu Party bekommt mächtig Konkurrenz).

 

Am Dienstag trafen Thomas und ich uns zum Gedankenaustausch und am Abend zum Testen von Prototypen des Argentum Verlags. Seit November 2008 arbeite ich bei diesem Kleinverlag mit. Gerde sind wir in der Planungsphase für Essen´09. Dazu testen wir viele verschiedene Prototypen, um in den nächsten drei Monaten die vielversprechensten auf Herz und Nieren zu testen und weiterzuentwickeln. An diesem Abend war sehr spannend zu beobachten, wie kleine Änderungen ein kleines Kartenspiel reizvoller machen. Schön ist auch, dass unser Grafiker wieder mitspielte und dadurch beim Spielen direkt auch Ideen zur Umsetzung besprochen wurden. Eine sehr spannende Geschichte, der wir hier bei Zeiten vielleicht auch mal mehr Raum gewähren werden.

 

Am Samstag fand eine Schulung eines anderen Verlages statt, für den ich Supportveranstaltungen durchführe: Kosmos. Das Thema war Literaturspiele und nach einer Einführung zum Thema „Wie entsteht ein Spiel – Von der Idee zum fertigen Produkt“ standen am Programm:

Der Hexer von Salem: Eines der zahlreichen neuen kooperativen Spiele in einem besonders schönem Gewand. Von den Neuerscheinungen sind für mich Pandemie und Ghost Stories noch immer die bessere Wahl, aber auch eine Partie Hexer macht viel Spaß und ich würde auf jeden Fall mitspielen. Einzig einen Punkt finde ich wirklich störend, denn er stellt einen Bruch im Spielsystem dar: Die Spieler dürfen nicht verraten, ob sich Portale unter den verdeckten Plättchen befinden oder nur harmlose Wände. Selbst wenn die Mitspieler ihre Mimik im Griff behalten, lässt sich aufgrund der weiteren Aktionen des Spielers schließen, was sich wohl darunter befindet. Das hätte in meinen Augen anders gelöst werden sollen.

 

Die drei ??? Kids Im Reich der Rätsel: Ein kleines Kartenspiel, das eine sehr gute Variante zu Master Mind darstellt. Es gibt sieben Verdächtige. Auf jeder Karte sind drei abgebildet. Ein Spieler zieht eine Karte und erhält so die Information, welche drei der Verdächtigen die Täter sind. Danach werden Schritt für Schritt Karten aufgedeckt (max. sechs) und neben jede Karte ein Zahlenwert von 0 bis 2 platziert. Diese Ziffer gibt an, wie viele der Täter auf dieser Karte abgebildet sind. Gleichzeitig versuchen die anderen Spieler aufgrund dieser Angaben herauszufinden, welche drei Personen die Täter sind. Knifflig, für mehr als zwei Person, die auch alle zugleich mitknobeln. Für den Preis eine absolute Empfehlung.

 

Tintenblut: Eine Nürnberger Neuheit im Tintenuniversum. Auf der Schachtel taucht nun auch der Schriftzug „Oetinger Spiele“ auf, um die Verknüpfung zwischen dem Medium Buch und den dazupassenden Literaturspielen noch mehr hervorzuheben. In diesem Spiel reist man durch die Tintenblutwelt. An den einzelnen Schauplätzen kann man Gegenstände (es gibt vier verschiedene), Proviant oder Karten bekommen. Was man an einem bestimmten Ort bekommt, hängt davon ab, wie viele Spieler vor Ort sind. Proviant benötigt man, da man kostenlos nur einen Ort weiterwandern darf, die Gegenstände, um Siegpunkte zu erhalten. Um zu einem Ort zu gelangen, muss man die entsprechende Ortskarte ausspielen (alle Spieler haben den gleichen Satz). Diese Karte weist auch einen Zahlenwert auf, der demjenigen eine Karte der bösen Gegenspieler beschert, der den höchsten Wert ausgespielt hat. Manche dieser Karten lösen eine Wertung aus, durch die der Spieler die Hälfte seines Proviants und seiner Gegenstände verliert, der am meisten Zulauf von diesen Bösewichter hatte. Ich erhalte 2/4/7 Siegpunkte, wenn ich 2/3/4 verschiedene Gegenstände abgebe, maximal jeweils eine jeder Kombinationen pro Runde (also 13 Siegpunkte). Farbige Barrieren auf der Siegpunktleiste erschweren aber das Einlösen der Punkte zusätzlich. Um eine solche Barriere zu überschreiten, muss man jeweils in einem Ort mit dem entsprechenden Farbhintergrund stehen. Aktionskarten können einem das Leben leichter machen und zwei drei weitere nette kleine Ideen machen Tintenblut zu einer runden Sache. Einzig die Plättchen sind recht hässlich und die Regel ist nicht fehlerfrei. Ich würde jederzeit eine Partie Tintenblut mitspielen, aber nicht unbedingt vorschlagen. Diese Neuheit hat einen eleganten Mechanismus, der nett in die Tintenthematik eingebettet ist. Für die anvisierte Zielgruppe könnte es jedoch etwas zu grüblerisch sein.

 

Nicht lustig: Dieses Würfelspiel ist schon länger auf dem Markt und in die Comicwelt des Joscha Sauer eingebettet. Für ein lustiges, lockeres Würfelspiel sind es doch der Regeln ein paar zu viele, da gibt es gelungenere Kompositionen in dieser Kategorie. Aber nicht lustig ist es auch wiederum nicht. Und nicht erfolgreich scheint es auch nicht zu sein, denn für Essen´09 ist ein weiteres Würfelspiel in der „Nicht lustig“ Comicwelt angekündigt (Ein Prototyp konnte im letzten Herbst bereits in Bilstein getestet werden.).

 

Säulen der Erde – Das Duell der Baumeister: In Nürnberg bereits vorgestellt wird dieses in der „Säulen der Erde“ Welt angesiedelte zwei Personen Spiel im Mai erscheinen. Allein aufgrund des Autorennamen (Stefan Feld) ist dies ein viel versprechender Titel. Wie im großen Bruder geht es darum, Rohstoffe in Baustoffe umzuwandeln, um je nach Spielerseite eine Burg oder die Kathedrale fertig zu stellen. Ein interessanter Mechanismus ist, wie man an die Karten kommt. Diese werden in einem 3×3 Raster ausgelegt. Nacheinander legen die beiden Spieler jeweils eine Reihe aus drei Karten fest, die sie gerne hätten, wobei diese beiden Reihen in genau einer Karte übereinstimmen müssen. Um diese Karte wird gekämpft, danach dürfen die Karten in beliebiger Reihenfolge abgearbeitet werden, um mit dem Bau am eigenen Gebäude weiterzukommen. Ich bin schon gespannt, ob diese Neuheit endlich mal wieder einen Glanzpunkt in der 2-Personen Reihe setzen kann.

 

Nach der Schulung ging es direkt zu einem größeren Spielabend, von dem Thomas bereits berichtet hat. Auch ich halte die Keltis Erweiterung für überaus gelungen, aber nicht nur die, sondern auch die anderen neuen Ableger. Small World habe ich weiter oben bereits ausführlicher lobend erwähnt.

An diesem Abend habe ich aber auch das schlechteste Spiel seit langem entdeckt. Es ist ein kleines Kartenspiel, hat 2008 den Preis „Best Australian Game 2008“ www.boardgamesaustralia.org.au gewonnen und heißt Archeology. Die Graphik ist ein Graus, wie zu Hause am PC selbst zusammengeschustert. Die Qualität des ganzen Produkts erreicht höchstens ein Niveau wie man es auf http://www.meinkartenspiel.de findet. Der Spielmechanismus ist langweilig und sehr vom Kartenglück abhängig. Oh du armes Australien!

Und Trans America, mit dem ich gegen 02:00 den Tag beendete, bevor mir eine Stunde geraubt wurde, ist heute noch ein sehr gutes, einfaches Spiel.

 

Am Sonntag kamen weitere Neuheiten auf den Tisch. Zunächst Europa, der Nachfolger zu Deutschland – Finden Sie Minden. Die kleinen Schwächen des Vorgängers wurden konsequent ausgemerzt. Ansonsten blieb es ein sehr gutes Geographiespiel, mit dem man selbst Nichtspieler an den Spieletisch bekommt.

Das Keltis Bring-Mich-Mit-Spiel ist die einfachste und flotteste der variantenreichen Keltisneuheiten. Auch in diesem Spiel ist Keltis eindeutig wieder zu erkennen, hat jedoch den einfachsten Ablauf, ohne uninteressant zu sein. Bei jedem Zug hat man die kniffelige Entscheidung, ob man das aufgedeckte Plättchen in die eigene Auslage legt oder in der Mitte liegen lässt und dadurch die Entscheidung zusätzlich erschwert, ob man nicht gar kein Plättchen aufdeckt, sondern ein offenes nimmt. Neben einer der fünf Farben und der bekannten Ziffer von 0 bis 10 sind auf den Plättchen Wunschsteine, Extrapunkte oder ein Zusatzzug vermerkt, wodurch die Plättchen unterschiedlich interessant sind. Da alle 55 Plättchen (je Farbe von 0 bis 10) ins Spiel kommen, sollte man doch ein paar Überlegungen anstellen. In meinen Augen ein sehr gelungener Appetizer für die Keltisfamilie.

 

Zu guter Letzt kam Fits auf den Tisch, die Ravensburger Neuheit mit Tetris Anleihen und mein heißester Kandidat auf den Spiel des Jahres Titel zurzeit. Es ist ein einfaches Spiel, das das geschätzte Puzzle-/Knobelfeeling auslöst und sehr Breiten tauglich ist. Einzig die geringe Anzahl an Aufgabenkarten ist zu beanstanden. Aber bei guten Verkaufszahlen (wovon ich ausgehe) kann man vielleicht zusätzliche Steine und Aufgaben erhoffen.

Am Abend ging es noch zum Zocken mit ehemaligen Studienkollegen in die BSW. Diamant, 6-nimmt und Dog standen am Programm. Sehr unterhaltsame Spiele, neben denen man aber auch ausgedehnt plaudern kann. Zu Diamant der heiße Tipp: Dieses sehr schöne Zockerspiel für bis zu acht!! Spieler wird zurzeit für wenig Geld verscherbelt.

Noch ungespielt liegen geblieben ist Valdora (Material und Tiefziehteil sehen sehr gelungen aus). Und Eine Frage der Ähre, Finca, Maori, Bombay oder Alea jacta est hoffe ich in der kommenden Woche zu bekommen.

Da steht natürlich auch wieder Prototypen testen am Programm und von Freitag bis Sonntag die RPC in Köln. Genug Themen, über die berichtet werden kann.

Spieleabend 28.03.2009

Am Samstag haben wir uns bei Johannes zum Spielen getroffen. In den verschiedenen Räumen haben sich die Spieler erstmal mit Pizza gestärkt, um sich dann an mehreren Tischen mit sehr unterschiedlichen Spielen zu amüsieren. Unser erstes Spiel war eine Partie Dog in der relativ neuen Schmidt Ausgabe. Bisher kannte ich nur die hervorragende Brändi Holzausgabe. Die Schmidt Version ist halt ein Massenprodukt, aber qualtitativ absolut OK. Da es jedoch auch ein paar Regeländerungen gab, verspielte ich ein wenig einen schnelleren Sieg, es reichte jedoch trotzdem. :-)

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Als nächstes kam als 4er (Klaus, Nadine und Dany) Keltis mit der Erweiterung auf den Tisch. Es gibt ja nicht wirklich viele Erweiterungen die ich empfehle, wer jedoch Keltis bereits gut fand oder aber diesem Spiel des Jahres noch einmal eine Chance geben will, sollte sich “Neue Wege - Neue Ziele” anschauen.

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Nach einer verkorksten Partie Keltis konnte sich Klaus bei Ten days in Asia rehabilitieren und den Sieg klar für sich verbuchen. Zum Schluss des Abends haben wir noch zwei Partien der Neuheit Small World gespielt. Dieses Days of Wonder Spiel hat mir sehr gut gefallen. Ein kleines Problem taucht bei dieser Art von Spielen jedoch immer auf. Ich spiele nicht um jeden Preis gegen den vermeintlich führenden (die Siegpunkte sind verdeckt), sondern spiele so, dass ich möglichst für mich das Beste raushole.

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Hier gibt es sicherlich unterschiedliche Philosophien, nur warum sollte ich gegen den vermeintlich Führenden spielen, wenn ich selber keine Chance mehr auf den Sieg habe. Königsmacher kann man halt auf die eine oder andere Art werden, nerven tun mich meistens nur längere Diskusionen darüber. Dies war gestern glücklicherweise jedoch nicht der Fall, da nur sehr wenig Zeit in eine solche Diskusion gesteckt wurde. Jeder spielt halt, wie er will.

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Spieletreff Deutz (Spielelupe) - Themenabend Kinderspiele

An diesem Freitag hatten wir unseren zweiten Kinderspiele Themenabend. Diesmal trafen sich 13 Spieler, um eine große Auswahl an Spielen bis maximal ab 7 Jahren zu spielen.

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Zu viert (Kerstin, Detlef und Dany) fingen wir mit unserem “Kinderspiel-Marathon” an. Bei unserem ersten Spiel wurden es direkt drei Partien hintereinander. Es gibt ja nicht viele Kinderspiele die unter den Top 500 bei Boardgamegeek platziert sind, aber Looping Louie hat diesen Platz absolut verdient. Es sollte an diesem Abend auch insgesamt das meistgespielte Spiel werden.

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Als nächstes kam direkt mit Tier auf Tier von Haba ein weiteres Kinderspiel auf den Tisch , das auch Erwachsene begeistern kann. Detlef wies in einem etwas “leidenden” Ton auf den Nachteil hin, als letzter am Zug zu sein. :-) Nachdem ich Kerstin mit einem fast “Komplett-Abräumer” den Weg freiräumte, konnte sie sich gegen den Sieg nicht mehr “wehren”.

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Nach Hamsterrolle - ein weiteres spassiges Kinder-/Familienspiel - kam mit Didi Dotter von Zoch das erste mir unbekannte Spiel auf den Tisch. Diese “Eierhälftensuche” ist wirklich nett und liegt nach einer ersten Einschätzung vom Spielspass nur knapp hinter den ersten drei Spielen des Abends.

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Quak war das erste Spiel des Abends, was mir überhaupt nicht gefallen hat. Es ist ein Spiel mit Can’t Stop ähnlichem Mechanismus für kleine Kinder ab 4 Jahren. Uns als Erwachsene hat es jedenfalls keinen Spass gemacht.

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Nach Schleck und Weg, ein weiteres nettes Kinderspiel mit teilw. großem Lacherpotential, kam mit Rennschwein Rudi Rüssel ein Merchandising Spiel auf den Tisch. Dieses Laufspiel war gar nicht so schlimm wie erwartet, es ist aber auch nichts tolles. Kann man spielen, muss man aber nicht. Das es schlimmer geht, zeigte dann das Faultier von Eurogames. Das Spielmaterial ist eigentlich sehr schön, leider ging der Spielspass, zumindestens in unserer Runde gegen Null. Es blieb Gott sei dank der größte Reinfall dieses Themenabends.

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Als nächstes kam mit “der Spur nach” ein Flohmarktfund von mir auf den Tisch. Dieses Spiel von Ravensburger ist von 1971, und ich mußte es erst in BGG eintragen. :-) Die Grafik des Spielbretts ist sehr schön gezeichnet, durch die teilw. sehr kleinen und teilw. durcheinander laufenden Fußspuren ist es nicht immer einfach zu spielen.

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Als nächstes haben wir 2x Burg Appenzell gespielt. In der 2. Partie haben wir zusätzlich die Erweiterung Cheesy Gonzola eingesetzt. Trotzdem hatte ich auch in dieser Partie keine Chance. Das Spiel macht Spass, ist jedoch für Kinder unter 8 Jahren wahrscheinlich zu schwer. Die Erweiterung ist nicht schlecht, man muss sie aber nicht unbedingt kaufen (wie die meisten Erweiterungen).

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Daddy Cool ist ein netter Can’t Stop Klon für Kinder. Numerus Zahlus (ab 7 Jahren) dagegen war sicherlich das Spiel an diesem Themenabend, was überhaupt nichts mit einem Kinderspiel zu tun hat. Dieses spartanisch ausgestattete reine Taktikspiel von Sid Sackson ist nicht wirklich schlecht, aber es ist auch kein Spiel, was ich in unserer Sammlung vermisse.

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Schoko Hexe ist eine sehr schnelle “Can’t Stop Variante” für Kinder. Wilde Wikinger von Haba hat nette Ansätze, unsere Partie zog sich jedoch ein wenig. Geistertreppe hat mir beim ersten Kinderspiel Themenabend besser gefallen (mehr Verwechslungen), trotzdem ist es ein gutes Kinderspiel. Zum Schluss kam als 3er (ohne Detlef) Ferkel vor auf den Tisch. Es war sicherlich nicht das beste Spiel des Abends, aber trotzdem ist es ein nettes, Kinder sicherlich forderndes Spiel.

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Donnerstag 26.03.2009 - it’s Magic time

Auch an diesem Donnerstag war ich wieder im hiveworld in Köln, um ein paar Partien Magic zu zocken. Beim heutigen Draft Turnier habe ich gelernt, dass man als Anfänger nicht fünffarbig spielen sollte. :-) Ein Mitspieler half mir zwar meine chaotischen Picks zu einem vernünftigen Deck zusammen zustellen, doch meine Fliegerstaffel (inkl. zweier Mythics: Maelstrom Archangel und Sharuum the Hegemon) konnte sich nur einmal durchsetzen, so dass ich mirnur  einen dürftigen 8. von 10 Plätzen sichern konnte.

Vielleicht sollte ich mir einen der Lieblingssprüche meines Vaters zu Herzen nehmen (in abgewandelter Form): spielst du gerne Magic, dann lerne es!!!

Spielekritik - Einauge sei wachsam!

Einmal mehr überrascht das Duo Kramer/Kiesling uns Spieler. Dieses überaus erfolgreiche Spieleautorenduo hat uns in den letzen 10 Jahren mit anspruchsvolleren Spielehits wie Tikal, Java, Mexica, Torres, Pueblo oder Raja beglückte, sie hatten aber auch mit einem sehr einfach Laufspiel einen riesigen Erfolg: Mit Verflixxt. In Nürnberg erscheint nun bei Amigo der neueste Spross der beiden. Vom Anspruch her ist es zwischen Verflixxt und den anderen Erwähnten angesiedelt. In kurzweiligen 45 Minuten unterhält es mit einem eleganten einfachen Mechanismus sowohl Vielspieler als auch Familien. In meinen Augen ist diese Neuheit deshalb besonders hervorzuheben. Der Titel des Spiels lautet: Einauge sei wachsam!

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Spielekritik Qwirkle

In der heutigen Zeit man die meisten Spiele aus dem Ausland bei einem der Internet Versender oder Importläden kaufen. Dieses Spiel mussten wir uns dagegen im Frühjahr 2008 extra in einem Koffer aus den USA mitbringen lassen, da ich es in ganz Deutschland bei keinem der bekannten Versender oder Spieleläden finden konnte. Dies ist überraschend, da Qwirkle kein 20 Stunden Strategiespiel zum Thema amerikanischer Bürgerkrieg für absolute Freaks ist, sondern es sich hier um ein Legespiel mit ähnlicher strategischer Tiefe wie Einfach Genial handelt.

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Wie jedes Jahr …

… schauen wir zum Anlass des Spielbox Toto Starts in die große Kristallkugel, um zu erahnen, welche Spiele dieses Jahr besonders von der Jury gewürdigt werden, und welches Spiel es dann auch noch auf den Olymp schafft. Bisher habe ich die meisten Neuheiten von Nürnberg 2009 mir noch nicht einmal angeschaut, trotzdem gibt es für mich doch schon den einen oder anderen Kandidaten.

Natürlich gibt es viele Spiele die mir sehr gut gefallen, aber aus verschiedenen Gründen (Komplexität, keine deutsche Version, etc.) keinen Platz auf der Hauptliste erhalten werden: Tinner’s Trail, Steel Driver, Cavum, Roll through the Ages, Kohle, Le Havre, …. Meine persönliche Top 3 möglicher Preisträger:

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Fauna ist ein schönes unterhaltsames Wissens-/Schätz-/Ratesspiel, das durch ein sehr familien kompatibles Thema alles mitbringt um ein erfolgreiches Spiel des Jahres zu werden. Das bisher mit Barbarossa nur ein Vertreter des entfernt verwandten Genres Ratespiel Preisträger wurde, kan ein Vor- aber auch Nachteil sein.

Diamonds Club ist ein sehr stimmiges und schön ausgestattetes Strategiespiel, das vom Schwierigkeitsgrad eher zu den schwereren Preisträgern der letzten Jahre gehören würde. Sollte die Jury nach Keltis eher wieder ein etwas anspruchsvolleres Spiel auswählen wollen,sollte dieses Spiel gute Chancen haben.

Dominion ist ein tolles Kartenspiel das jedoch zum Glück in einer großen Box auf den Markt kommt, und somit auch aus wirtschaftlichen Gründen eine Chance auf den Titel hat. :-) Es sollte eigentlich auch in heutigen Pisa Zeiten noch möglich sein, für Durchschnittsfamilien sich ein solches Spiel zu erarbeiten.

Natürlich gibt es noch weitere Kandidaten für mich: z.B. Einauge sei wachsam (zu kleine Box), Pandemie (Thema familientauglich?), Via Romana (zu bekannte Mechanismen) und Wabash … ne Chicago Express (wahrscheinlich zu komplex).

Da ich jedoch in den letzten Jahren meistens daneben lag, wird es wahrscheinlich sowieso anders kommen, und hoffentlich sind auch bei den Nürnberg Neuheiten noch viele gute Spiele dabei.

“Spiel des Jahres Toto” auf spielbox.de


Alljährlich wiederholt sich das Spektakel: Gegen Ende März wird auf spielbox.de das „Spiel des Jahres Toto“ gestartet. Und wie beim Öffnen der Schleusen am Donnerstag Morgen für den ersten Besuchertag der Spiel in Essen wollen auch alle beim Start des „Spiel des Jahres Toto“ die Ersten sein. Die Ersten, die einen sehr spekulativen Tipp abgeben, welches Spiel denn den wichtigsten Spielepreis abräumen wird. Über welches dieselben nach Bekanntgabe des Preisträgers ebenso schnell verächtlich herfallen.

Ich habe mir dieses Jahr das Gedränge um Serverkapazitäten erspart. (Nein, ich bin kein privilegierter Forennutzer wie Christian H. oder „Abonnement erster Klasse“ wie peer :-) .) Nicht ganz freiwillig, muss ich gestehen, denn ich hatte zehn Uhr am Abend abgespeichert. Und so konnte ich vor kurzem ohne jegliche Verzögerungen meinen „Experten Tipp“ abgeben.

Nicht ersparen möchte ich mir und den geneigten Lesern meine höchst spekulativen Gedanken zu den diesjährigen potentiellen „Spiel des Jahres“ Kandidaten, also den Spielen, die auf der Nominierungsliste landen könnten.

Here they are:

Auch für die möglichen zukünftigen Preisträger des Jahres 2009 gilt, dass es für manch einen Kandidaten knapp wird. Denn wer bis spätestens Ostern nicht lieferbar ist, hat keine Chancen mehr, in das Wahlverfahren aufgenommen zu werden.

In die Kategorie „Zieleinlauf in letzter Sekunde“ gehören die beiden Queen Games Neuheiten Montego Bay und Sultan, die aufgrund der Erfahrung der letzten Jahre auch ohne Kenntnis der Regel dazugezählt werden müssen, ebenso wie Alea iacta est oder Genial Spezial, welches so eigenständig wirkt, dass ein Platz auf der Nominierungsliste möglich scheint. Small World hingegen hat in meinen Augen trotz neuer bunterer Optik und einer Altersangabe von ab 8 Jahren keine Chance, unter die Top 5 zu kommen. Dies war und bleibt ein Vielspieler-Spiel.

Ebenfalls noch nicht lieferbar und somit ohne Praxistauglichkeitstest, dafür aber nach Regelstudium einzuschätzen sind die beiden Hans im Glück Neuheiten. Auch wenn Finca schon manch eine Vorschusslorbeere bekommen hat, halte ich Maori für den wahrscheinlicheren Listenkandidaten. Finca wirkt verkopfter, nicht locker flockig; die Spieler müssen viel im Auge behalten und berechnen, um erfolgreich zu sein. Mit Maori liegt die spielerischste Variante eines von Günter Burkhardt ersonnenen Mechanismus vor. Herr der Ziegen wäre der andere Kandidat, doch der fordert auch mehr Arbeit ein als dass er Verspieltes bietet. Maori könnte als Legespiel eine erste Option sein.

Ebenfalls ein Könnte-Kandidat ohne Praxis- und nur mit Regelerfahrung ist Ystaris Bombay. Neues Schachtelformat - quadratisch, neue Hauptzielgruppe – Familien, schaun mer mal.

Meiner Einschätzung nach keine Chancen auf einen Platz auf der Nominierungsliste hat Der Palast von Eschnapur. Hier sehe ich besonders die Regeln als ein Handicap. Aber Amigo hat ein zweites, sehr heißes Eisen im Feuer. Dazu später mehr. Für das neue, große Abacus Spiel von Michael Schacht Valdora gilt noch viel mehr, was ich bereits für Eschnapur feststellte. Die Regeln sind zu aufwendig, als dass selten spielende Familien damit zurechtkommen. „Stone Age“ war da übersichtlicher. Und auch Sutter´s Mill fällt in diese Kategorie und gelangt deshalb trotz neuem, interessanten und unterhaltsamen Mechanismus nicht in meine engere Auswahl.

Das genaue Gegenteil in Bezug auf die Spielregel gilt für Zack und Pack. Bitte, liebe Jury, lasst es nicht auf der Nominierungsliste auftauchen! Völlig unterfordern sollte man Familien auch nicht. Auch wenn das Spiel zu unterhalten weiß, ein spielerischer Gehalt ist fast nicht vorhanden. Nein, den größten Sandturm zu bauen, weil man den größten Sandeimer erwischt, ist keine Leistung. (Auch wenn mein kleiner Sohnemann vielleicht etwas anderes behaupten würde.) Mit der Empfehlungsliste könnte ich dennoch leben.

Via Romana hingegen macht spielerisch Laune, wirkt aber bereits mehreren zu höchsten Weihen gelangten Spielen zu ähnlichen (Elfenland, Zug um Zug, Thurn und Taxis).

Der Ravensburger Spieleverlag hatte bereits auf der Spiel 08 in Essen zwei Spiele vorgestellt, die beide mehr Anspruch als die Preisträger der letzten Jahre fordern, aber trotzdem in die Spekulationsmasse passen: Der Name der Rose und Diamonds Club. Ich zähle sie aber auch nicht zu den heißen Kandidaten.

Nun fällt noch ein Titel heraus, bevor ich meine acht Top-Anwärter verkünde - immer mit der Einschränkung, dass manche Neuheit noch gar nicht in den Genuss eines  Praxistests kam: Bürger, Baumeister und Co., eine weitere Schacht-Neuheit. Sie bietet ein schlankes Regelwerk mit gelungenen, pfiffigen, kleinen Mechanismen, aber eben zu wenig, um den Prestige trächtigen „Spiel des Jahres“ Titel gewinnen zu können.

Eine erste Spielegattung, die auf der Nominiertenliste mit einem Kandidaten vertreten sein sollte, sind die im vergangenen Jahr als Massenerscheinung aufgetauchten kooperativen Spiele. Der in meinen Augen am Besten geeignete Vertreter wäre Pandemie. Regel, Spieldauer und spielerischer Gehalt haben hier ihre beste Komposition.

Eine weitere im vergangenen Jahr stark vertretene Spezies sind die Einschätz-Spiele. Als eines der gelungensten sehe ich Fauna an, das zusätzlich aufgrund seines Themas aussichtsreich im Rennen liegt. Professor Pünschge ist das anspruchsvollste und zweitoriginellste und kann vor allem in Konkurrenz zu den verschiedenen Gehirntrainern auf Konsolen oder dem PC treten. (Liebe Familien, spielt doch zusammen!, aber das ist ein anderes Thema…) Und Gift Trap ist das originellste und am wenigsten kopflastige.

Der sicher am heißesten diskutierte Kandidat ist Dominion. Ja, die Regeln sind so einfach, dass man schnell losspielen kann. Ja ich weiß, dass jede Karte eine andere Bedeutung hat, aber durch die Nähe zu den Sammelkartenspielen hat es auch eine Breitentauglichkeit und die Eltern können in Teilen miterleben, wonach die Jugend so süchtig ist.

Die nächsten beiden Spiele haben die stärkste Themenbindung. Einerseits Einauge sei wachsam, das mit wenig Regeln auskommt und einen sehr pfiffigen und unterhaltsamen Mechanismus bietet (s.a. Rezension), andererseits LivingStone. Auch wenn es in meinen Vielspieleraugen sein Potential nicht ausschöpft (hierzu in einer Rezension demnächst mehr), ist es gerade für Familien ein sehr gelungenes Spiel, das ähnlich Einauge mit einem geringen Regelaufwand eine große Bandbreite an Handlungsmöglichkeiten bietet.

Aber all diesen Kandidaten habe ich ein Spiel vorangestellt: Fits.

Stimmt, es wäre der dritte Titel in zwei Jahren für Herrn R. Knizia, aber Fits ist einfach ein gelungener Knobelspaß, der fast sofort losgespielt werden kann. Bereits einer alleine kann sich damit vergnügen (und Solitärspiele erhalten per se wenig Aufmerksamkeit) und in familiärer Runde wird es zu einem spannenden Wettpuzzeln. Es könnten mehr Aufgabenkarten sein, aber man sollte ein Spiel des Jahres nicht im Vorhinein bereits seiner ersten Erweiterung berauben :-) .

Und nun bin ich selbst gespannt, wie stark sich meine Einschätzungen bis zum Abend vor der Preisverleihung ändern werden. Ich werde mich dieser Situation stellen und vergnügt verfolgen, wer es aller von Anfang an schon wusste und erst recht, dass die Wahl eine ganz unglückliche gewesen sein wird.

Spieletreff Deutz (Spielelupe) - 20.03.2009

Auch zum Frühlingsanfang trafen sich gestern wieder 18 Pöppelschieber und Kartenhalter beim Spieletreff in Deutz. Neben Prototypen wurden diesmal auch zwei Besetzungsvarianten gespielt, die wir bisher nicht kannten (Siedler Kartenspiel zu dritt und Bang zu dritt). An meinem Tisch kam als erstes als 4er Keltis - die Erweiterung auf den Tisch. Das Spiel des letzten Jahres gewinnt für mich durch die Erweiterung so an Qualität, das es für mich ein heißer Kandidat für den Preis Erweiterung des Jahres 2009 ist.

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Danach spielten wir noch passend ein schnelles Keltis-Kartenspiel hinterher. Diese neue Variante von Keltis gefällt mir durch neue Mechanismen (Belohnung der Kartenablage => Bonussteine, aufsteigende oder absteigende Karten, …) sogar ein Tick besser als das Original Lost Cities. Leider vergass ich eine kleine Schlussregel, die ich immer wieder gerne übersehe: zum Schluss darf jeder Spieler noch zwei Karten ausspielen.

kurz nach dem Start des Spiels

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In der Zeit unseres Keltis Duathlon erklärte und spielte Klaus am Nebentisch Livingstone. Hier wurde leider aufgrund von einem Spieldesignfehler (warum sollte ich zwischendurch spenden?) und teilweise nicht optimalen Material (die aber nur das Auge stören) die Chance verpasst, die guten Ansätze zu einem runden Spiel zu verbinden.

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Danach kam auch Klaus an unseren Tisch, so dass wir nun zu fünft den Klassiker Puerto Rico beginnen konnten. Diese Spiel gewann Kerstin mit 43 Punkten. Da dies immer noch einer der Spiele ist, die ich sehr gerne spiele aber nicht kann, war ich mit meinem dritten Platz hoch zufrieden (38 Punkte). Soviel habe ich noch in keinem Spiel verschifft. :-)

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Als nächstes Spiel kam ein weiterer hervorragender Vertreter von Alea auf den Tisch: Notre Dame. Auch dieses Spiel konnte Kerstin mit guten 63 Punkten für sich entscheiden. Dahinter wurde es jedoch sehr knapp (56, 55, 54, 53 Punkte). Eigentlich lief es bei mir in der letzten Runde gut, dachte ich zumindestens, trotzdem konnte ich nur den letzten Platz für mich eintragen.

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Beide Spiele haben mir gezeigt, dass man als “Spielesammler” zwar viele gute Spiele kennenlernt, aber das eine oder andere hervorragende Spiel viel zu selten auf den Tisch bringt. Aber sagt mir das mal, wenn sich wieder die Tore in Essen öffnen, ihr könnt es ja mal versuchen. :-)

Als letztes Spiel kam dann noch Poison auf den Tisch. Dieser Knizia ist ein nettes, relativ kurzes Absacker-Kartenspiel bei dem jedoch die Einflußmöglichkeiten zu fünft nicht so groß sind. In der ersten Runde konnte ich als einziger ohne Minuspunkte bleiben. Danach looste ich jedoch sowas von ab, das mir der abgeschlagene letzte Platz inklusive Häme der Mitspieler nicht zu nehmen war. :-)

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Nächste Woche ist bei uns mal wieder Themenabend in Deutz: Kinderspiele. Das wird wohl ein längerer Bericht werden:-).